Spekulation auf Reste

Trend aus den USA: „Impfjäger“ auch in Stuttgart

Pflegeschülerinnen des Klinikum Stuttgart stehen im Zentralen Impfzentrum des Klinikum Stuttgart in der Liederhalle.
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In der Stuttgarter Liederhalle sind abends oft noch ein bis zwei Dosen Impfstoff übrig. Darauf spekuliert so mancher, der eigentlich noch gar nicht mit dem Impfen dran wäre.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Obwohl bei den Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg eigentlich nach Gruppen priorisiert wird, hoffen sogenannte „Impfjäger“, dass für sie etwas abfällt.

Stuttgart - Die Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg sind in vollem Gange. Dabei halten sich die Impfzentren an einen genauen Plan, welche Menschen zuerst geimpft werden sollen - also Risikogruppen wie Menschen über 80 Jahre, medizinisches Personal oder Personen mit Vorerkrankungen. Auch die Coronaimpfung in Stuttgart läuft auf Hochtouren. Manche Stuttgarter können es jedoch einfach nicht erwarten, bis sie mit der Impfung dran sind. Vor der Liederhalle warten trotz der feststehenden Reihenfolge täglich sogenannte „Impfjäger“ und spekulieren auf übrig gebliebene Impfdosen.

In den USA ist das Warten vor den Impfzentren bereits ein Trend. Dort heißen die Impfjäger „Vaccine hunters“. Nun scheint das Phänomen auch in der Landeshauptstadt Stuttgart angekommen zu sein. Rund ein Dutzend Impfjäger warten laut eines Berichts des SWR täglich vor der Liederhalle - in der Hoffnung, dass Impfdosen übrig bleiben, die sie dann abbekommen. Markus Rose, der das Stuttgarter Impfzentrum leitet, sagte dem SWR , er werde täglich persönlich darauf angesprochen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Impfjäger“ haben angebnlich keine Chance

Zwar seien jeden Abend ein bis zwei Impfdosen übrig, sagt der Leiter des Impfzentrums in Stuttgart. Gleichzeitig stellte er jedoch klar: Impfstoffe, die am Ende eines Tages in einem Impfzentrum übrig sind, werden nicht an Unberechtigte verimpft. Die Impfjäger hätten in Stuttgart keine Chance. Stattdessen werde der übrige Impfstoff an berechtigtes Personal aus den Kliniken verimpft.

Neben den Impfjägern werden auch Personen abgewiesen, die zwar einen Termin haben, aber eigentlich gar nicht impfberechtigt sind, beispielsweise weil sie nicht über 80 Jahre alt sind. Bei der Online-Anmeldung wird noch nicht überprüft, ob jemand tatsächlich impfberechtigt ist. Theoretisch kann sich also auch ein Schummler anmelden. Doch spätestens vor Ort wird das Ganze überprüft und Unberechtigte werden wieder heim geschickt.

Während Stuttgart mit den Impfjägern beschäftigt ist, kam es in einem Impfzentrum in Freiburg zu einem ganz anderen Fall: Unbekannte nahmen Senioren ihre Impfberechtigung ab, als diese draußen auf ihren Termin warteten. Womöglich hatten sich die Täter als Mitarbeiter des Impfzentrums ausgegeben.

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