Kein Selbstläufer

Wirtschaft in Baden-Württemberg erholt sich überraschend schnell

Menschen gehen mit Schutzmasken durch die Fußgängerzone
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Wirtschaft erholt sich überraschend schnell (Symbolbild).
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    vonJulian Baumann
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Die Corona-Pandemie hatte einen starken negativen Effekt auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg. Laut einer Umfrage erholt sie sich jedoch überraschend schnell.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hatte einen starken negativen Effekt auf die Wirtschaft in Stuttgart und im ganzen Bundesland. Vor allem in der Hochphase der Pandemie traten weitreichende Maßnahmen zum Infektionsschutz ein. Die Kontaktbeschränkungen und die Hygienemaßnahmen hatten direkte Folgen für den Einzelhandel und für das gesamte Konsumverhalten der Bevölkerung. Laut einer Studie der Industrie und Handelskammer Baden-Württemberg (IHK) ist inzwischen ein Aufwärtstrend zu erkennen. Durch die wieder steigenden Infektionszahlen herrscht jedoch auch eine große Unsicherheit.

Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wird die Stimmung bei den Unternehmen im Südwesten langsam besser. Die Ergebnisse der Studie der IHK lassen einen eindeutigen Aufwärtstrend erkennen. Der Weg zurück zur Normalität bleibe jedoch steinig und lang, sagte BWIHK-Vizepräsidentin Marjoke Breuning. „Unsere Unternehmen spüren, dass es langsam wieder aufwärts geht. Aktuell wieder steigende Infektionszahlen schüren jedoch die Verunsicherung“, betonte sie nach Angaben der dpa. Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen momentan wieder stark an.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Jedes vierte Unternehmen arbeitet auf Vorkrisenniveau

Durch die steigenden Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wurde zunächst der Landkreis Esslingen zum „Hotspot“ erklärt. Am 9. Oktober überschritt auch die Landeshauptstadt Stuttgart die kritische Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Als Reaktion rief Baden-Württemberg die höchste Warn-Stufe aus.

Der von der Landesregierung im September vorgestellte Drei-Stufen-Plan soll einen weiteren landesweiten Lockdown verhindern. Ein erneuter Lockdown wäre auch für die Wirtschaft fatal. Laut der Studie bezeichnen aktuell jedoch nur 29 Prozent der 3.800 befragten Unternehmen ihre Situation als schlecht. Im Sommer lag der Wert noch bei etwa 40 Prozent.

Laut der IHK-Studie gab etwa jedes vierte Unternehmen an, auf einem Niveau wie vor der Krise durch das Coronavirus in Baden-Württemberg zu arbeiten. Manche konnten ihren Umsatz sogar noch steigern. Ein Drittel geht davon aus, ein solches Niveau im nächsten Jahr wieder erreichen zu können. Auch die Pläne für Investitionen und der Einstellung neuer Mitarbeiter fallen im Vergleich zum Sommer deutlich optimistischer aus. Sie bleiben nach Angaben der dpa jedoch auf einem niedrigen Niveau.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Weg aus der Krise ist kein Selbstläufer

Die Industrie in Baden-Württemberg hat sich laut der Umfrage wieder ein ganzes Stück von den Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg erholt. So habe sich etwa die Stimmung im Dienstleistungsbereich deutlich verbessert und die Geschäfte im Handel stabilisiert.

Laut der Studie der IHK bleibt die Aussicht für die Hotel- und Gastronomiebranche jedoch schlecht. Die Baubranche ist dagegen nur wenig durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt worden. Auch die Daimler AG machte nach einem harten Jahr im dritten Quartal 2020 wieder einen Milliardengewinn. Das rief jedoch Empörung hervor.

Laut Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) wird der Weg aus der Krise jedoch kein Selbstläufer sein. Sie fordere ein langsames Umsteuern von einer kurzfristigen Konjunkturpolitik hin zu einer Wachstumspolitik, die sich an digitalen und ökologischen Herausforderungen orientiere, wie die dpa berichtete. Es gelte nun, den Aufwärtstrend aufrecht zu erhalten.

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