Corona-Verordnungen

Härtere Strafen: Winfried Kretschmann wendet sich mit Drohung an die Bevölkerung

Winfried Kretschmann nimmt seine gelbe Mundschutzmaske mit Landeswappen ab, um am Landtag in Stuttgart eine Regierungserklärung zum Coronavirus in Baden-Württemberg abzugeben.
+
Winfried Kretschmann sagte in einer Regierungserklärung zum Coronavirus in Baden-Württemberg, eine Rückkehr zur Normalität sei nur mit Impfstoff möglich.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen langsamer. Inzwischen steigen die Zahlen der Neuinfektion jedoch wieder. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) droht den Bürgern mit härteren Strafen für Verstöße gegen die Corona-Verordnungen.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist nicht besiegt. Überall im Land steigen die Zahlen der Neuinfektionen wieder an.
  • Winfried Kretschmann (Grüne) appelierte am Dienstag in Stuttgart an die Vernunft der Bevölkerung.
  • Der Ministerpräsident drohte mit härteren Strafen für Verstöße gegen die Corona-Verordnungen, wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitete sich in den vergangenen Wochen langsamer. Inzwischen steigen die Zahlen der Neuinfektionen jedoch wieder an. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart kam es zu neuen Infektionen mit Covid-19. Nach sieben bestätigten Corona-Fällen wurde ein Massentest bei 400 Menschen in einem Hochhauskomplex durchgeführt.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht die Entwicklung mit Sorge. Am Dienstag wandte er sich an die Bevölkerung und rief dazu auf, sich an die Regeln zu halten, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Der Ministerpräsident beließ es jedoch nicht bei einer Aufforderung, er drohte mit härteren Strafen für Verstöße gegen die Corona-Verordnungen, wenn die Zahlen weiter steigen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann droht mit Strafen

Durch die deutlich langsamere Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg lockerte die Landesregierung die Maßnahmen immer weiter. Seit dem 1. Juli gelten in Baden-Württemberg weitreichende Corona-Lockerungen. Durch die Lockerungen kam es vermutlich auch zu neuen Infektionen. Teile der Bevölkerung reisen wieder in das Ausland, um Urlaub zu machen. Einige Reisende schleppen aus dem Urlaub Covid-19 ein. Man müsse damit rechnen, dass das Virus auch von Reiserückkehrern stärker importiert werde, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart nach Angaben der dpa. Wenn die Zahl der Neuinfektionen weiter anstiege, müsse die Regierung mit den Strafen härter werden. „Das Virus versteht keinen Spaß“.

Auch in anderen Teilen des Bundeslandes zeigt sich ein erneuter Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Eine Geburtstagsparty in Friedrichshafen (Bodenseekreis) hatte Folgen. Die Stadt meldete 15 Neuinfektionen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der privaten Feier standen. Es seien auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten da gewesen, die sich möglicherweise im Ausland mit dem Virus infizierten, sagte Landrat Lothar Wölfle (CDU).

„Fast auf den Tag genau fünf Monate ist es her, dass der erste Corona-Fall in Baden-Württemberg aufgetreten ist“

Am Montag fand eine Landrätekonferenz in der Landesfeuerwehrschule Bruchsal (Kreis Karlsruhe) statt. Die Landräte und Oberbürgermeister der Stadtkreise beschäftigten sich mit den Auswirkungen und Vorkehrungen im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. „Fast auf den Tag genau fünf Monate ist es her, dass der erste Corona-Fall in Baden-Württemberg aufgetreten ist“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl laut einer Pressemitteilung des Ministeriums.

In Baden-Württemberg habe man die Pandemie bislang erfolgreich bewältigt. Nun ziehe man die Lehren aus der ersten Welle, um eine zweite Welle zu vermeiden und sich gleichzeitig auf einen solchen Fall vorzubereiten. „Wir müssen verinnerlichen, dass uns das Virus mit all seinen Gefahren vermutlich noch weit über das Jahr hinaus beeinträchtigen wird“, sagte Thomas Strobl.

Winfried Kretschmann warnte bereits vor einem gefährlichen Trend im Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg. Aktuell habe man die Situation zwar im Griff, das könne jedoch nur funktionieren, wenn sich auch weiterhin jeder an die Regeln halte. Das bedeute für die Bevölkerung auch weiterhin: Abstand halten, Maske tragen und „die sonstigen hygienischen Regeln beachten“, sagte der Ministerpräsident in einem Interview mit dem SWR. Diesen Appell wiederholte er am Dienstag noch einmal. Man müsse damit rechnen, dass es wieder mehr Infektionsketten gebe. Entscheidend sei dabei letztlich, ob es zu einer exponentiellen Kurve der Infektionen komme, so der Politiker nach Angaben der dpa.

Kommentare