Öffnungen schon am 1. Februar geplant

„Utopisch“: Lehrer und Erzieher können Kretschmanns Schulöffnungsplan nicht fassen

  • Sina Alonso Garcia
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Die Regeln wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg wurden nochmals verschärft. Trotzdem will Ministerpräsident Winfried Kretschmann Grundschulen und Kitas schon am 1. Februar öffnen.

Stuttgart - Ausgiebig haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs am Dienstag diskutiert, wie es mit den Corona-Regeln weitergehen soll. Erst am späten Abend kam man zu einem Ergebnis. Nun steht fest: Der harte Lockdown wird bundesweit verlängert - auch Schulen und Kitas sollen noch bis mindestens 14. Februar geschlossen bleiben, so der Beschluss der Bundesregierung. Von dieser Regelung dürfen die einzelnen Bundesländer jedoch abweichen.

Baden-Württemberg plant bereits einen eigenen Weg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann will Kitas und Grundschulen früher öffnen, nämlich schon ab dem 1. Februar. Wenn die Infektionslage es zulasse, wolle er Schritt für Schritt wieder aufmachen, hatte der Grünen-Politiker nach dem Bund-Länder-Treffen zur Corona-Krise gesagt.

Gegen Winfried Kretschmanns Schulöffnungsplan werden Proteste laut

Angesichts fehlender Schutzmasken und mangelnden Personals hält die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Pläne von Winfried Kretschmann jedoch für nicht umsetzbar. Solange noch Sicherheitsmaßnahmen fehlten, sei ein solcher Schritt für Kitas und Schulen ab dem 1. Februar „utopisch“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein laut der Deutschen Presseagentur (dpa).

Zwar wünschten sich alle, wieder in die Kitas und Klassenzimmer zurückkehren zu können. „Wenn das aber aufgrund der Infektionszahlen oder der Gefahr durch die neuen Virusvarianten nicht möglich ist, müssen leider Kitas und Schulen geschlossen bleiben“, so Stein. „Die Sicherheit von Kindern, Jugendlichen und den pädagogischen Profis in Kitas und Schulen muss immer unser höchstes Ziel sein.“

Kultusministerin Susanne Eisenmann setzt sich seit Wochen für schnelle Schulöffnungen ein

Anders als die Pädagogen befürwortet Kultusministerin Susanne Eisenmann die Kita- und Schul-Öffnungen. Die baden-württembergische Kultusministerin wollte sogar schon am 11. Januar öffnen. Ihr Verhalten ärgert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Die Kultusministerin begrüßt die mögliche Öffnung von Kitas und Grundschulen ab 1. Februar. Doch was tut sie dafür? Masken wurden den Grundschullehrkräften zehn Monate lang verweigert, Konzepte für Wechselunterricht nicht entwickelt“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wo bleibt mehr Personal für Kitas und Schulen?“

Die endgültige Entscheidung darüber, ob Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg tatsächlich früher öffnen, fällt in der kommenden Woche, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach der Bund-Länder-Konferenz ankündigte.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/CTK | Radek Petráek

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