Steigende Zahl der Neuinfektionen

Kretschmann stellt für Dezember Verschärfung der Corona-Regeln in Aussicht: „Sehr harte Maßnahmen“

  • Anna-Lena Schüchtle
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Sollte die Ausbreitung des Coronavirus nicht eingedämmt werden könnten, stellt Winfried Kretschmann eine erneute Verschärfung der Maßnahmen in Aussicht.

Stuttgart/Berlin - Weil die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg und auch im Rest der Bundesrepublik innerhalb weniger Wochen drastisch angestiegen ist, haben sich Bund und Länder vor zwei Wochen dazu entschieden, einen erneuten Lockdown zu verhängen. Dieser trat am Montag vor einer Woche in Kraft und war mit verschärften Corona-Regeln verbunden.

Winfried Kretschmann: Im Dezember könnte bereits eine erneute Verschärfung der Corona-Regeln drohen.

Ob sich die Maßnahmen und Verbote zum Infektionsschutz auszahlen, ist bislang noch nicht absehbar. Für den Fall, dass die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland dadurch jedoch nicht gestoppt werden kann, machte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Wochenende eine drastische Ankündigung.

Coronavirus: Ministerpräsident von Baden-Württemberg spricht von erneuter Regel-Verschärfung

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, sieht Winfried Kretschmann eine erneute Verschärfung der derzeitigen Auflagen wegen des Coronavirus in Betracht: „Wenn die Intensivstationen volllaufen, ist es schon zu spät. Wir dürfen nicht warten, bis die Kapazitäten erschöpft sind“. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg hatte zuvor den Zeitungen der Funke Mediengruppe ein Interview gegeben.

Demnach vertritt Winfried Kretschmann die Ansicht, dass man um härtere Maßnahmen gegen das Coronavirus - „unter Umständen sehr harte Maßnahmen“ - nicht herumkomme, „wenn droht, dass diese rote Linie überschritten wird“. Nach Angaben der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft (DKG) stehen derzeit 30.000 Intensivbetten für Covid-19-Patienten zur Verfügung - 12.700 weitere Betten könnten innerhalb einer Woche aktiviert werden.

„Die Krankenhäuser verzeichnen im Augenblick noch keine Engpässe“, heißt es laut DKG weiter. 20.970 Intensivbetten sind gemäß des aktuellen Tagesreports des RKI am heutigen 09. November belegt. Sollten die Zahlen jedoch einen kritischen Wert erreichen, nennt Winfried Kretschmann weitere Kontaktbeschränkungen als Beispiel für abermals verschärfte Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland.

Winfried Kretschmann stellt erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Aussicht

„Die Anzahl der Personen, mit denen man sich treffen kann, muss dann noch weiter reduziert werden“, wird der Ministerpräsident von der dpa zitiert. Weihnachtsmärkte halte er wegen des Coronavirus in diesem Winter zudem für vollkommen ausgeschlossen - dasselbe gilt für Silvesterpartys, die man „im Kreise der Familie machen“ könne, „aber nicht groß, feucht und fröhlich mit vielen Freunden“, so Winfried Kretschmann. „Mit so etwas warten wir bitte, bis wir einen Impfstoff haben und die Bevölkerung auch durchgeimpft ist.“

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

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