Coronavirus in Baden-Württemberg

Kretschmann schließt Lockdown für alle nicht aus - „Lage sehr, sehr ernst“

Winfried Kretschmann
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Winfried Kretschmann hält einen erneuten Lockdown für alle angesichts explodierender Corona-Infektionen für möglich.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Die Corona-Lage in Baden-Württemberg spitzt sich zu. Ministerpräsident Winfried Kretschmann schließt deshalb einen Lockdown für alle nicht mehr aus.

Stuttgart - Lange schienen die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Seit dem Herbst hat sich die Situation aber dramatisch verschlechtert. Aktuell liegt die Inzidenz für ganz Baden-Württemberg bei 397,7. Zuletzt kamen 10.162 Neuinfektionen dazu, 444 Patienten liegen mit Covid-19 auf den Intensivstationen des Landes (Stand: 17.11.2021).

Die stark zunehmende Ausbreitung hat im Moment vor allem Folgen für diejenigen, die noch nicht geimpft sind. Aufgrund der geltenden Alarmstufe in Baden-Württemberg haben Ungeimpfte vielerorts keinen Zutritt mehr. Die politischen Entscheider zögern aber noch, die Corona-Maßnahmen weiter zu verschärfen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) brachte jetzt aber wieder eine drastische Vorgehensweise ins Spiel.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Unliebsamer Lockdown für Kretschmann eine Option

Im Grunde herrscht nach wie vor Einigkeit, dass eine möglichst flächendeckende Impfung der Bevölkerung das wirksamste Mittel im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ist. Angesichts der sich rasant verschlechternden Lage ist das aber keine Akutmaßnahme, denn bis zum vollständigen Impfschutz der Ungeimpften würden weitere Wochen vergehen.

Deshalb zeigte sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sogar offen für einen neuen Lockdown. „Für die Ungeimpften findet durch die 2G-Regeln praktisch schon so etwas wie ein Lockdown statt. Ob wir darüber hinaus müssen, das können wir nicht beurteilen“, erklärte er im Gespräch mit dem SWR. Demnach käme für den Grünen-Politiker auch ein Lockdown infrage, der Geimpfte mit einschließt. Das weitere Vorgehen wollen die Ministerpräsidenten am Donnerstag (18. November) aber in einem Bund-Länder-Treffen mit der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besprechen.

Winfried Kretschmann zur Corona-Lage: Ministerpräsident reagiert sehr emotional

Im Gespräch mit dem SWR zeigte sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann gleich mehrfach emotional. „Die Lage ist sehr, sehr ernst“, so Kretschmann zu den steigenden Infektionszahlen. Auf die Frage nach einem möglichen, flächendeckenden Lockdown im Südwesten reagierte der Grünen-Politiker beinahe wütend. „Ausgeschlossen ist in so einer Pandemie mal gar nichts, das muss ich mal deutlich sagen“, erklärte er.

Fast schon verzweifelt wandte Winfried Kretschmann sich am Ende seines Gesprächs mit dem SWR an die Bevölkerung in Baden-Württemberg: „Lassen Sie sich bitte impfen!“ Die Impfung bezeichnete Kretschmann als „scharfes Schwert gegen die Pandemie“. Um möglichst viele Menschen im Südwesten weiter zu impfen, setzt der Ministerpräsident im Übrigen nicht darauf, die Impfzentren wieder aufzubauen. Stattdessen will er die mobilen Impfteams stärken sowie Impfstützpunkte in Stadt- und Landkreisen einrichten.

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