Coronavirus in Baden-Württemberg

„Es ist nicht vorbei“: Winfried Kretschmann warnt vor gefährlichem Trend im Umgang mit dem Coronavirus

  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Seit den Corona-Lockerungen gehen viele Menschen immer sorgloser mit den Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg um. Winfried Kretschmann beobachtet dies mit Skepsis und warnt.

  • Winfried Kretschmann reagiert beunruhigt auf den Umgang mancher Menschen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg.
  • Der Ministerpräsident warnt, dass die Corona-Pandemie noch nicht vorbei sei und sich weiterhin alle an die Regeln halten sollen.
  • Die Menschen sollen die Corona-Lockerungen nicht mit dem Ende des Coronavirus an sich verwechseln.

Stuttgart - Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg erlebten die Menschen weitreichende Einschränkungen durch Maßnahmen zum Infektionsschutz und mussten lange Zeit auf einen normalen Alltag verzichten. Seit dem 1. Juli gelten jedoch neue und weitreichende Lockerungen. Für viele Menschen scheint das ein Anlass zu sein, alle Prinzipien und Schutzmaßnahmen, die zuvor wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gegolten haben, nun von einem Tag auf den anderen zu lockern oder komplett zu missachten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann blickt mit Sorge auf diese Entwicklung.

Kretschmann mahnt in einem Interview mit dem SWR zur Vorsicht: „Wenn ich manche Szenen sehe, habe ich schon Sorge, dass je mehr die Zahlen sinken, desto mehr glauben die Menschen, jetzt ist es eigentlich vorbei. Aber es ist nicht vorbei“. Die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, sei in der aktuellen Lage des Coronavirus in Baden-Württemberg zwar sehr viel geringer. Die Gefahr bleibe jedoch genau die gleiche, was man an bestimmten Ereignissen sehen könne. Damit spielt der Ministerpräsident mutmaßlich auf die Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Fleischkonzerns Tönnies an, die im Kreis Gütersloh zu einem weiteren Lockdown geführt hatten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann mahnt zur Vorsicht im Umgang mit der Pandemie.

Coronavirus in Baden-Württemberg ist nicht verschwunden: Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt vor zu sorglosem Umgang

Wirft man dieser Tage einen Blick auf die Straßen, Cafés und Parks in beispielsweise der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart, scheinen die Bedenken von Ministerpräsident Winfried Kretschmann durchaus angebracht zu sein. Vielerorts scheinen die Menschen zu glauben, die Lockerungen würden das Ende des Coronavirus in Baden-Württemberg an sich bedeuten. Die Auswirkungen: Schutzmasken kommen nur noch nachlässig oder teilweise gar nicht zum Einsatz. Denn obwohl die am 27. April eingeführte Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus nach wie vor gilt, sieht man immer wieder Menschen, die ohne Mund- und Nasenschutz in Bahnen oder Bussen unterwegs sind. So mancher kam auch auf die zweifelhafte Idee, seine benutzte Schutzmaske in einem Altkleider-Container zu entsorgen, was aus gesundheitlicher Sicht äußerst problematisch ist.

Die Nachlässigkeiten betreffen auch die Einhaltung des empfohlenen Mindestabstands zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg von 1,5 Metern - auch in geschlossenen Räumen wie etwa Bars. Das sieht Winfried Kretschmann kritisch. Der Ministerpräsident warnt, dass die Coronavirus-Pandemie noch nicht vorbei sei. Man habe sie aktuell lediglich im Griff. Das kann weiterhin jedoch nur funktionieren, wenn sich jeder auch weiterhin an die Regeln zum Infektionsschutz hält. Für die Menschen bedeutet das daher weiterhin: Abstand halten, Maske tragen und auch „die sonstigen hygienischen Regeln beachten“, so der Politiker.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen bleiben laut Kretschmann bestehen, solange die Infektionszahlen niedrig sind

Ministerpräsident Winfried Kretschmann lobt die Bevölkerung jedoch auch, die bislang sehr diszipliniert im Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gewesen sei. Das Ergebnis spräche für sich. Der Politiker spricht in Bezug auf die Corona-Lockerungen außerdem von einem Strategiewechsel: „Solange die Infektionszahlen niedrig sind, lockern wir oben in der Breite. Die Gesundheitsämter haben wir dagegen so informiert und ausgerüstet, dass wir schnell reagieren können, sobald es irgendwo Infektionen gibt“, so Winfried Kretschmann. Auf diese Weise soll die Gefahr durch Covid-19 besser kontrolliert werden.

Trotz der Gefahren durch das Coronavirus in Baden-Württemberg sieht Winfried Kretschmann im Klimawandel immer noch eine weit größere Bedrohung. Das zumindest erklärte der Ministerpräsident Mitte Juni in einem Interview. Sollten der Klimawandel nicht gebremst werden können, werde er die Corona-Krise in ihren Auswirkungen noch in den Schatten stellen. Das bedeutet jedoch nicht, dass er die Gefahren, die durch das Coronavirus in Baden-Württemberg ausgehen, nicht ernst nimmt. Aktuell prüft die Landesregierung beispielsweise eine Maskenpflicht für ältere Schüler.

Es sind Szenen, wie die auf dem Marienplatz in Stuttgart, die bei Winfried Kretschmann Besorgnis auslösen. Dort treffen sich jeden Tag, besonders am Wochenende abends, Hunderte Menschen. Viele von ihnen achten nicht darauf, Abstand zu halten. Noch dazu lassen viele von ihnen ihren Müll auf dem Platz zurück.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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