Maskenpflicht im Flugzeug

Schutz vor Coronavirus: Winfried Kretschmann gibt zweifelhaften Tipp

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann mahnt wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg weiter zur Vorsicht. Urlaubern, die bald wieder ins Flugzeug steigen, gibt er dabei einen zweifelhaften Rat.

  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich in einem Interview zu den Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geäußert.
  • Winfried Kretschmann äußerte sich sowohl zu Großveranstaltung, als auch zur Maskenpflicht.
  • Urlaubern, die mit dem Flugzeug verreisen, gab er dabei einen zweifelhaften Tipp.

Stuttgart - Seit einigen Tagen können Bürger in Deutschland eine App herunterladen, die helfen soll, die Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zu kontrollieren. Viele machen sich allerdings wegen der Corona-Warn-App Sorgen um ihre persönlichen Daten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte mit Verwirrung über die Corona-App für Gelächter gesorgt. Bei einer Pressekonferenz war er sich selbst nicht sicher, ob er die App bereits installiert hat.

Nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel hat sich Winfried Kretschmann in einem Interview mit dem SWR auch zu den Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geäußert und die Bedeutung der Corona-Warn-App betont. Die Länderchefs hatten sich erstmals seit Mitte März wieder persönlich getroffen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten.

Winfried Kretschmann: Bis Ende Oktober wenig Hoffnung für Großveranstaltungen

Winfried Kretschmann hat einen fragwürdigen Rat, wie man sich im Flugzeug vor dem Coronavirus schützen kann

Im Gespräch mit dem SWR ging Ministerpräsident Winfried Kretschmann besonders auf Großveranstaltungen ein, die wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit nicht stattfinden können. „Großveranstaltungen, wie zum Beispiel eine Messe, wo man nachverfolgen kann und wo die Hygieneregeln eingehalten werden können, die werden wir schon unter bestimmten Umständen erlauben. Aber eine Kirmes oder ein Volksfest sind eben weiter nicht erlaubt bis mindestens Ende Oktober“, so Winfried Kretschmann zum SWR.

Winfried Kretschmann, der erste grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, hob allerdings positiv hervor, wie sehr das Land trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg bereits wieder zur Normalität zurückgekehrt sei. „Die allermeisten Tätigkeiten, die wir so machen, sind ja jetzt wieder erlaubt“, so Kretschmann gegenüber dem SWR. Dafür unterstrich Winfried Kretschmann auch die Bedeutung der neuen Corona-Warn-App: „Diese Tracing-App erleichtert die Nachverfolgung, wenn es zu einer Ansteckung kommt.“

Winfried Kretschmann hält weiterhin an Maskenpflicht fest - und gibt zweifelhaften Tipp für Flugreisen

In Bezug auf die Maskenpflicht, die angesichts des Coronavirus in Baden-Württemberg nach wie vor herrscht, konnte Winfried Kretschmann hingegen keine Entwarnung geben. Obwohl die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus in den meisten Bundesländern sehr ähnlich seien, wolle man sich bei der Abschaffung der Maskenpflicht nicht von anderen beeinflussen lassen. „Einige Länder wollen das ja machen, wie Thüringen. Das werden wir nicht machen“, so Winfried Kretschmann im Gespräch mit dem SWR. „Abstandsregeln, Mundschutz und Händewaschen - das sind die grundlegenden Regeln, die wir haben, und die müssten auch weiter beachtet werden“, erklärte er weiter.

Angesprochen auf die ersten Flugzeuge, die Urlauber wieder von Stuttgart nach Mallorca bringen, gab Ministerpräsident Winfried Kretschmann noch einen etwas fragwürdigen Tipp. Denn auch in Flugzeugen herrscht wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit noch Maskenpflicht. „Ich trage dort immer eine Maske mit hohem Standard, eine sogenannte FFP-Maske, die richtig schützt. Das kann ich nur empfehlen, wenn man im Flieger sitzt“, so Winfried Kretschmann. Dabei vergaß der Ministerpräsident offenbar, dass solche FFP-Masken laut dem Robert-Koch-Institut für sehr wenige Anwendungsfelder in der Klinik vorgesehen sind und nicht in der Bevölkerung getragen werden sollen. „FFP-Masken müssen medizinischem und pflegerischem Personal vorbehalten bleiben“, heißt es auf der Homepage des RKI.

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