„Davor bewahre uns Gott“

Kretschmann sagt Pandemie-Ende im Sommer vorher - es sei denn, ein Albtraum-Szenario tritt ein

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht während der Landespressekonferenz Baden-Württemberg.
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Winfried Kretschmann äußerte sich zum Ende der Corona-Pandemie.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht von einer Rückkehr zur Normalität bis zum Ende des Sommers aus. Dafür stellt er jedoch Bedingungen.

Stuttgart - Noch immer scheinen das Ende der Corona-Pandemie und ein normaler Alltag weit entfernt. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt wieder, Experten sprechen bereits von einer dritten Welle. Trotz dieser Entwicklung rechnet Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit einer Rückkehr in die Normalität schon Ende des Sommers, wie er am Donnerstagabend in einer Runde der Spitzenkandidaten zur Landtagswahl im SWR sagte. Im dritten Quartal werde voraussichtlich ausreichend Impfstoff verfügbar sein.

Für die Rückkehr zur Normalität im Spätsommer stellte Kretschmann eine Bedingung: Es dürften keine weiteren Mutanten in der Corona-Pandemie mehr entstehen. „Davor bewahre uns Gott“, sagte er. Aber wenn das nicht geschehe, habe man gute Aussichten. Angesichts der immer häufiger auftretenden, hochansteckenden Corona-Mutationen mag seine Prophezeiung für viele fragwürdig scheinen.

Andererseits könnte seine Aussage zu einem Pandemie-Ende noch in diesem Sommer auch Hoffnung machen, wie echo24* berichtet. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte, sie hoffe ebenfalls, dass die Corona-Krise im späten Sommer vorbei sei. Dann gehe es darum, welche Erkenntnisse man daraus ziehe.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Öffnungspolitik wirkt sich auf Zahl der Neuinfektionen aus

Im Laufe der kommenden Woche öffnen in Stuttgart neben dem Handel wieder viele Museen, nachdem sie monatelang geschlossen bleiben mussten. Auch die Wilhelma in Stuttgart empfängt wieder Besucher. Doch die Öffnungen sind vom Inzidenzwert der Stadt abhängig. Steigt dieser weiter über 100 an, müssen die Einrichtungen nach aktueller Verordnung wieder schließen. In der Landeshauptstadt Stuttgart zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Innerhalb von zweieinhalb Wochen stieg die Inzidenz von 30 Neuinfektionen pro 10.000 Einwohner auf aktuell 66,5 (Stand 12. März)..

Die aktuelle Entwicklung beim Coronavirus in Baden-Württemberg ist laut Experten darauf zurückzuführen, dass der Wunsch nach mehr Kontakten und weiteren Öffnungen bei den Menschen wächst. Auch Mutationen spielen in die ansteigenden Zahlen mit hinein, wie der Leiter des Gesundheitsamtes, Stefan Ehehalt, gegenüber den Stuttgarter Nachrichten sagte. „Aktuell sind 36 Prozent aller gemeldeten Infektionen auf ein mutiertes Virus zurückzuführen“, meinte er. Die Tendenz sei weiter steigend.

Von einem normalen Sommer kann für viele schon jetzt keine Rede sein. Die Absage des Southside Festivals 2021, die verspätete Öffnung des Europaparks und anderer Freizeitparks wie Tripsdrill und Co. waren für einige zwar erwartbar - und dennoch einschneidend.*echo24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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