Alkoholverbot in Baden-Württemberg

Schluss mit Glühwein „to go“: Alkoholausschank im Freien wird verboten

Vor einem Restaurant steht ein Schild mit der Aufschrift „Glühwein to go 4,20 Euro“.
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Glühwein „to go“ wird in Baden-Württemberg verboten.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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  • Carolin Freytag
    Carolin Freytag
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Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es keine Weihnachtsmärkte. Als Alternative bieten Wirte „Glühwein to-go“ an. Damit ist nun Schluss. Der Ausschank wird verboten.

Update vom 8. Dezember, 13:31 Uhr: Die Wirte in Baden-Württemberg haben umsonst protestiert: Mit dem Konzept „Glühwein to go“ ist Schluss. Bereits Anfang der Woche kündigte Gesundheitsminister Manfred Lucha an, sich für ein solches Verbot einsetzen zu wollen, nachdem es vor mehreren Glühweinverkaufsstellen zu Menschenansammlungen gekommen war.

Die Wirte reagierten mit Protest. Man beachte sämtliche Hygieneregeln und versuche die Menschen davon abzuhalten, sich anzusammeln. Die Appelle waren nun vergebens. Die Landesregierung verbietet nun den Alkoholausschank im Freien in gesamten Land, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Man werde ein flächendeckendes Alkoholverbot in die nächste Corona-Verordnung aufnehmen, kündigte Gesundheitsminister Manfred Lucha am Dienstag an. Schon zum 3. Advent sollen die Kommunen die neue Regelung umsetzen.

Update vom 8. Dezember, 10:43 Uhr: Für viele ist es das letzte Stück Weihnachtsmarktgefühl, das in diesem Jahr überhaupt aufkommen kann: der Glühwein „to go“, der von Wirten aus Fenstern gereicht wird. Doch nachdem es in ganz Baden-Württemberg zu Ansammlungen glühweintrinkender Menschen gekommen war, will Gesundheitsminister Manfred Lucha den Verkauf künftig verbieten, da er eine weitere Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg durch solche Aktionen befürchtet. Die Wirte sind erschüttert.

„Der regelkonforme Verkauf von Glühwein to go, also ohne das Angebot von Einrichtungen, die zum Verweilen einladen, ist für sich genommen unproblematisch“, erklärte Dehoga-Pressesprecher Daniel Ohl gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Die Wirte hätten bereits gezeigt, dass sie sich an die Regeln halten. Ein generelles Verbot wegen der Unvernunft einzelner Menschen dürfe es nicht geben.

Gastronom Jörg Mink vom Schloss Solitude glaubt, wenn es keinen Glühwein to go gibt, dann greifen die Leute eben zu Kaffee. Gegenüber der Zeitung betont er, die Gastronomen täten bereits alles, damit die Menschen nicht stehen bleiben und verweilen. So gebe es weder Tische noch Sitzgelegenheiten. Auch von Absperrbändern mache man Gebrauch. Dehoga-Sprecher Ohl hofft in Bezug auf die Politik, „dass sich Vernunft und nicht Unvernunft durchsetzt“.

Erstmeldung vom 7. Dezember: Stuttgart - Die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg führt weiter zu Einschränkungen. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr von Mensch zu Mensch sind Weihnachtsmärkte in den meisten Städten in diesem Jahr nicht möglich. In ein paar Städten gibt es zwar doch noch einen Weihnachtsmarkt, die meisten Anbieter von Glühwein, Bratwurst und Co. mussten sich jedoch eine Alternative überlegen.

In der Landeshauptstadt Stuttgart und vielen anderen Städten stehen dennoch Stände. Sie sind jedoch über die Stadt verteilt und bieten ihre Ware nur „to go“ an. Laut Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) soll auch das bald verboten werden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg beschloss Stuttgart ein komplettes Verbot von Feuerwerk an Silvester und weitete auch das Alkoholverbot in der Stadt deutlich aus. Ein solches Verbot droht jetzt möglicherweise für das ganze Bundesland.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Alkoholverbot im Freien droht

Das große Problem bei der Corona-bedingten Alternative für die Weihnachtsmärkte ist wohl, dass das Konzept „to go“ oftmals nicht so umgesetzt wird. Statt sich einen Glühwein zu kaufen und damit durch die Stadt zu laufen, bleiben viele Menschen in Gruppen an den Verkaufsständen stehen.

„Wir haben jetzt gerade am Wochenende in den großen Innenstädten gesehen, dass im Prinzip die Weihnachtsmärkte über die Hintertür kommen, dass wir Riesenschlangen an Glühweinständen hatten“, sagte Manfred Lucha dem SWR. „Das kann und darf nicht sein.“

Glühwein „to go“ als Alternative zum Weihnachtsmarkt - auch das könnte laut Manne Lucha bald verboten werden.

Die Verkaufsstände seien Anziehungspunkte für viele Menschen, die sich dann nicht mehr an die Abstandsregel zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg hielten, sagte Gesundheitsminister Lucha weiter. Deshalb wolle er dem grün-schwarzen Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vorschlagen, den Alkoholausschank im Freien zu verbieten. „Wir müssen jetzt noch mal alles dafür tun, dass die Menschen merken: Es geht um keine Petitesse“(„Kleinigkeit“ Anm.d.Red.), sagte der Minister dem SWR. Trotz der verschärften Maßnahmen steigen die Infektionszahlen im Südwesten wieder leicht an. „Wir müssen unsere Anstrengungen noch mal deutlich verschärfen und verstärken“, so Lucha.

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