Glühwein und Crêpes

„Grundsätzlich denkbar“: Baden-Württemberg macht Hoffnung auf Weihnachtsmärkte

  • Lisa Schönhaar
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Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg verhältnismäßig langsam verbreitet und immer mehr Menschen von Covid-19 genesen, arbeitet das Wirtschaftsministerium an einem Konzept für Weihnachtsmärkte.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich weniger schnell als vor einigen Wochen und die Zahl der Neuinfektionen nimmt ab.
  • Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat deshalb immer wieder Lockerungen für viele Bereiche des Alltags beschlossen.
  • Großveranstaltungen sind weiterhin verboten - doch das Wirtschaftsministerium arbeitet an einem Konzept, mit dem Weihnachtsmärkte vielleicht doch möglich wären.

Stuttgart - Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg langsamer verbreitet als noch vor einigen Wochen, hat die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits mehrfach Lockerungen für viele Bereiche des Alltags beschlossen. Bis mindestens Ende Oktober sollen Großveranstaltungen aufgrund des hohen Infektionsrisikos jedoch verboten bleiben - vor allem deshalb, weil Hygienemaßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg dort kaum eingehalten und kontrolliert werden können.

In Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg sieht es auch für die Weihnachtsmärkte im Land eher schlecht aus: Erste Kommunen wie Schwetzingen und Sinsheim haben ihre Märkte bereits abgesagt. Viele andere sind unentschlossen - und auch die Landesregierung scheint nicht wirklich überzeugt. Das Wirtschaftsministerium jedoch hat trotz der geltenden strengen Corona-Auflagen die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr noch nicht vollkommen abgeschrieben. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sagte zur Deutschen Presse-Agentur (dpa) in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart, ihr Haus arbeite derzeit gemeinsam mit dem Sozialministerium an Regelungen für die Öffnung von Weihnachtsmärkten und mobilen Freizeitparks wie Jahrmärkten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Bislang wurde nicht entschieden, ob Weihnachtsmärkte

Coronavirus in Baden-Württemberg: Weihnachtsmarkt in alternativer Form und mit Auflagen denkbar

„In diesem Rahmen kann grundsätzlich auch die Durchführung von Weihnachtsmärkten denkbar sein“, sagte Hoffmeister-Kraut zur dpa. Details zu den Auflagen nannte sie jedoch bislang nicht. Sozialminister Manfred Lucha hingegen äußerte Zweifel an einer Weihnachtsmarkt-Saison in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg. Man solle sich die Eingangssituation des Weihnachtsmarks in Stuttgart mit den ganzen Trinkbuden vorstellen, sagte Lucha zur dpa. „Das sind Situationen, die wir in dieser Form sicher nicht durchführen können.“ Die Frage nach den Weihnachtsmärkten müsse zwar entschieden werden, weil auch die Händler Planungssicherheit bräuchten. Es sei aber dringend notwendig, stets die Wege der Besucher und deren Kontakte nachvollziehen zu können. „Ob es abgestimmte, abgeschwächte Formen gibt, das müssen wir jetzt erarbeiten“, sagte Lucha.

Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis hat seinen Weihnachtsmarkt wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus in Baden-Württemberg bereits abgesagt. Ulm plant die Verteilung des Weichnachtsmarkts auf mehrere Plätze und auch Freiburg arbeitet an einem Konzept für ein alternatives Angebot. Stuttgart hat nach Angaben eines Stadtsprechers noch nicht über eine Absage oder Form entschieden. Ludwigsburg wird voraussichtlich auf den Barock-Weihnachtsmarkt verzichten müssen, berät aber über eine Weihnachtsmesse als Alternative - laut aktueller Corona-Verordnung des Landes sind Messen ab dem 1. September unter Auflagen wieder erlaubt.

Coronavirus in Baden-Württemberg trifft auch Schausteller: Jeder Fünfte in der Branche hat aufgegeben

Unter der Ungewissheit in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg leiden auch die Händler und Schausteller. Sollte die Entscheidung über einen Weihnachtsmarkt bis September oder Oktober aufgeschoben werden, könnte sie für viele zu spät kommen. Nach Schätzungen des Landesverbandes im Südwesten hat seit Beginn der Corona-Pandemie jeder fünfte Unternehmer in der Branche aufgegeben. Die Corona-Auflagen kämen einem Berufsverbot gleich, sagte der Verbandsvorsitzende zur dpa. Freizeitparks sind hingegen schon seit dem 29. Mai wieder geöffnet.

Sorgen bereite den Schaustellern neben der ausbleibenden Perspektive für die Weihnachtsmärkte auch die geringe Chance auf Herbstfeste, sagte Roschmann zur dpa. Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg lägen zu den meisten Veranstaltungen bereits Hygienekonzepte vor, aber das Sozialministerium komme der Branche nicht entgegen. Deshalb ist am morgigen Donnerstag eine Kundgebung in Stuttgart geplant, zu der mehr als 1.000 Schausteller und Marktbeschicker erwartet werden. Sie wollen ein Ende der strengen Corona-Verbote fordern. Mit etwa 600 Fahrzeugen wollen sie vom Cannstatter Wasen in die Innenstadt ziehen - Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut wird ebenfalls erwartet.

Rubriklistenbild: © Franziska Kraufmann/dpa

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