Diskussion über Alkoholverbot

Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg sollen trotz Coronavirus stattfinden - sie werden radikal anders sein

  • Anna-Lena Schüchtle
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Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg wurden viele Weihnachtsmärkte bereits abgesagt. Einige werden aber voraussichtlich doch stattfinden - allerdings völlig anders als gewohnt. Auch ein Alkoholverbot wird diskutiert.

Stuttgart - In Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg ist an Großveranstaltungen wie Festivals oder Konzerte nicht zu denken. Jetzt, da die Temperaturen jedoch kühler werden und 2020 kurz vor Beginn seines letzten Quartals steht, fragt sich der eine oder andere bestimmt dennoch: wird es dieses Jahr wenigstens Weihnachtsmärkte geben? Und wenn ja: unter welchen Auflagen und Maßnahmen zum Infektionsschutz?

Aufgrund sinkender Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg, hatte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut im Juli bereits Hoffnung auf Weihnachtsmärkte im Südwesten gemacht. Jetzt, zwei Monate später, sieht die Lage jedoch nicht mehr ganz so rosig aus. Das Robert-Koch-Institut meldet täglich steigende Infektionszahlen - deutschlandweit erreichten sie am Wochenende den höchsten Stand seit April. Kein gutes Zeichen für Fans von Weihnachtsmärkten - in vielen Städten wurden sie bereits abgesagt. Andernorts werden starke Einschränkungen diskutiert - darunter auch ein Alkoholverbot, ein Weihnachtsmarkt ganz ohne Glühwein also.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Städte kündigen Weihnachtsmärkte an, die radikal anders sein werden

Der Esslinger Weihnachtsmarkt soll trotz Coronavirus in Baden-Württemberg stattfinden - es ändert sich jedoch einiges.

Einige Veranstalter gaben dennoch bereits grünes Licht - etwa für den Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht, für den man sich jedoch ein besonderes Hygiene-Konzept entsprechend der behördlichen Auflagen ausgedacht hat. Besucher haben beispielsweise nur limitiert Zugang und müssen sich Tickets kaufen, damit der Abstand zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg eingehalten werden kann. Die Vorgaben setzen sieben Quadratmeter pro Besucher voraus.

So oder ähnlich könnten dieses Jahr trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg tatsächlich einige Weihnachtsmärkte im Südwesten stattfinden. Die Esslinger Markt und Event GmbH (EME) stellte in einer Mitteilung beispielsweise bereits ein „Alternatives Konzept in Corona-Zeiten“ in Aussicht, mithilfe dessen es auch 2020 ein mittelalterliches und weihnachtliches Ambiente geben werde - nur eben „Corona-konform und deshalb anders als gewohnt“.

Möglich seien in Esslingen laut EME-Geschäftsführer Michael Metzler bis zu 70 Stände in drei thematisch gegliederten Inseln auf dem Marktplatz, Rathausplatz und Hafenmarkt: „In Verbindung mit der traditionellen Weihnachtsbeleuchtung und den liebevoll dekorierten Schaufenstern der Fachgeschäfte ergibt sich ein stimmungsvolles Gesamtbild.“ Je nachdem wie sich die Lage rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg entwickelt, soll das Konzept angepasst werden.

Auch Reutlingen sprach sich bereits für einen Weihnachtsmarkt im Jahr 2020 aus. Dieser soll jedoch ebenfalls dezentral ausfallen und auf mehrere Plätze aufgeteilt werden. Damit sich nicht alle Besucher an nur einem Ort drängen und so die Vorgaben zur Eingrenzung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzuhalten, werden die Stände auf dem Albtorplatz, rund um die Marienkirche und den Weibermarkt, eine kleine Teilfläche des Marktplatzes, im Bereich des Tübinger Tors sowie Bürgerparks errichtet.

Weihnachtsmärkte sollen trotz Coronavirus in Baden-Württemberg stattfinden

Weitere Städte haben trotz Coronavirus in Baden-Württemberg für 2020 ebenfalls bereits Weihnachtsmärkte angekündigt. In Ludwigsburg etwa sollen in diesem Jahr auf dem Marktplatz maximal 80 Stände aufgebaut werden - und zwar als eine Art Weihnachtsmeile (echo24.de berichtete*), über die jedoch nicht mehr als 1.000 Menschen gleichzeitig flanieren dürfen.

Die Stadt Freiburg hat sich zwar noch nicht konkret für einen Weihnachtsmarkt ausgesprochen, es gibt jedoch bereits Überlegungen, die dem dezentralen Reutlinger Konzept ähneln. Laut SWR wird derzeit die Möglichkeit geprüft, mehrere kleine Weihnachtsmärkte im Colombipark, auf dem Karlsplatz, Europaplatz und dem Platz vor der Johanniskirche im Stadtteil Wiehre zu veranstalten, um trotz Coronavirus in Baden-Württemberg dennoch für weihnachtliche Stimmung zu sorgen.

Andere Standorte legen sich in Bezug auf eine Veranstaltung von Weihnachtsmärkten noch nicht fest. Oberbürgermeister Fritz Kuhn kündigte laut einer Mitteilung der Landeshauptstadt jedoch bereits an, dass über eine Ausrichtung des Weihnachtsmarkts in Stuttgart Anfang Oktober entschieden werde. In Karlsruhe sprach man sich ebenfalls noch nicht endgültig für eine Ausrichtung des Weihnachtsmarkts. Laut Informationen der Stadt plant man jedoch, den Schaustellern und Beschickern entgegenzukommen, die durch das Coronavirus in Baden-Württemberg wie viele Teile der Wirtschaft dieses Jahr enorme Verdienstausfälle verbuchen müssen. Die Überlegung: Der Christkindlesmarkt 2020 könnte dieses Jahr einmalig bis zum 6. Januar 2021 verlängert werden, um die Einnahmen von Warenverkäufern, Kunsthandwerkern und Co. zu erhöhen.

Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg: Trotz Coronavirus sollen sie an manchen Orten stattfinden

Alle Pläne rund um ein mögliches Stattfinden von Weihnachtsmärkten im Südwesten sind jedoch abhängig von der aktuellen Entwicklungen in den jeweiligen Landkreisen sowie den Auflagen des Landes - die aktuelle Corona-Verordnung wurde bis zum 30. November 2020 verlängert. Veranstalter von Weihnachtsmärkten können sicherlich auch von den Erfahrungen, die aktuell bei Sportveranstaltungen gemacht werden, profitieren. Bei diesen wird aktuell der Betrieb mit Zuschauern trotz Coronavirus in Baden-Württemberg geprobt - in Fußballstadien können beispielsweise Besucher von bis zu einer Maximalgrenze von 20 Prozent der Stadionkapazität empfangen werden.

Ein weiteres Thema, das noch für Diskussion sorgen könnte, ist zudem, ob der Verkauf von Alkohol beziehungsweise im Speziellen von Glühwein auf den genehmigten Weihnachtsmärkten erlaubt sein wird. Teile der Landesregierung, beispielsweise der grüne Sozialminister Manfred Lucha, haben sich bereits für ein generelles Alkoholverbot ausgesprochen. Das stößt trotz Coronavirus in Baden-Württemberg jedoch auch vielfach auf Ablehnung.

Die Rathausspitze von Pforzheim teilte laut Die neue Welle etwa mit, dass es in der Goldstadt durchaus vorstellbar sei, mit guten Hygienekonzepten einen kontrollierten Ausschank von Alkohol zu ermöglichen. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hatte etwa „zeitliche Verkaufsbeschränkungen oder den Verzicht auf Hochprozentiges“ vorgeschlagen. „Aber gemeinsames Beisammensein bei einer Tasse heißem Glühwein gehört zum Weihnachtsmarkt dazu“, so der Oberbürgermeister.

Rubriklistenbild: © Franziska Kraufmann/dpa

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