Schwer verletzt im Krankenhaus

Versuchte Tötung: Polizei ermittelt nach Angriff auf Corona-Demonstranten in Stuttgart

  • Marleen van de Camp
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Teilnehmer der Demonstration in Stuttgart gegen die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg wurden angegriffen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung.

  • Während sich das Coronavirus in Baden-Württemberg weiterhin verbreitet, wächst die Teilnehmerzahl bei Corona-Demonstrationen.
  • Bei der Corona-Demo auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart wurden drei Teilnehmer angegriffen und zum Teil schwer verletzt.
  • Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung der drei Männer, die an den Protesten gegen die Covid-19-Auflagen teilnehmen wollten.

Stuttgart - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt langsam ab. Darum werden Stück für Stück Lockerungen der Corona-Maßnahmen in vielen Bereichen des Alltags eingeleitet.

Manche Bürger sind jedoch der Meinung, dass die Verbote und Maßnahmen zur Kontrolle der Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht schnell und nicht weit genug gelockert werden. Darum fand am 16. Mai in Stuttgart auf dem Cannstatter Wasen die mittlerweile achte sogenannte Corona-Demo statt. Auf diesen auch Hygiene-Demos genannten Protesten äußern Menschen ihren Unmut gegen die noch geltenden Auflagen zum Infektionsschutz wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg. Im Vorfeld der vergangenen Demonstration kam es nun zu einer Straftat.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizei beobachtet eine Corona-Demo auf dem Schlossplatz in Stuttgart. (Symbolbild)

Coronavirus in Baden-Württemberg: Teilnehmer von Corona-Demo in Stuttgart angegriffen

Das Landesamt für Verfassungsschutz hatte kürzlich vor einer Radikalisierung bei den Corona-Demos gegen die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg gewarnt. Nun kam es vor der vergangenen Corona-Demonstration zu einem Angriff auf Demonstranten auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart. Am vergangenen Samstag hatten unbekannte Täter drei Männer angegriffen und niedergeschlagen, die auf dem Weg zu dem Protest gegen die Maßnahmen waren, die die Landesregierung wegen der Verbreitung von Covid-19 verhängt hat. Die Polizei hat Ermittlungen gegen die unbekannten Angreifer eingeleitet. Der Tatvorwurf lautet: versuchte Tötung.

Die drei Teilnehmer der Corona-Demo, die auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart gegen die Hygieneauflagen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg protestieren wollten, wurden nach Angaben der Polizei zum Teil schwer verletzt. Einer der Männer liege noch immer im Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag mitteilte. Die Verletzungen sollen ihrer Art nach auf eine versuchte Tötung hindeuten. Am Tatort habe die Polizei eine Gaspistole gefunden. Wie die Waffe dorthin gekommen sei und ob sie eingesetzt wurde, ist derzeit nicht bekannt. Infolge des Angriffs spielten sich auf dem Dach des DGB-Gebäudes in Stuttgart Szenen ab, die an die Nazizeit erinnern.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Teilnehmer auf Corona-Demo wurden von Gegendemonstranten beworfen

Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff auf die Teilnehmer der Corona-Demo in Stuttgart von linksextremen Tätern verübt wurde. Teilnehmer der Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg wurden von 40 bis 50 Gegendemonstranten mit Gegenständen beworfen. Zudem brannten in der Nacht zum Samstag Fahrzeuge eines Unternehmens aus Stuttgart, das Veranstaltungstechnik für Corona-Demonstration auf dem Cannstatter Wasen liefern sollte. Die Polizei hält Brandstiftung für möglich.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte sich zuvor alarmiert zu den Corona-Demonstrationen in Stuttgart geäußert. Einem Bericht des Innenministeriums zufolge haben sich viele Demonstranten bei der vergangenen Hygiene-Demo nicht an die Hygienevorschriften gehalten. Zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten laut aktueller Corona-Verordnung des Landes Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen. Die Verstöße hatte Kretschmann als „sehr, sehr beunruhigend“ bezeichnet.

Nach Angaben der Polizei Stuttgart vom Dienstag, schwebt einer der drei angegriffenen Teilnehmer in Lebensgefahr. Einen politischen Hintergrund der Tat schließt sie weiterhin nicht aus. Am Donnerstag, den 2. Juni kam es zu Razzien in mehreren Städten in Baden-Württemberg. Die Polizei und die SEK sind nach der versuchten Tötung eines Daimler-Betriebsrats einem radikalen Netzwerk auf der Spur. Sie durchsuchten Wohnungen von neun Tatverdächtigen. Ein 21-Jähriger wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa/picture alliance

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