Strategie für Baden-Württemberg

Nur noch mit „triftigem Grund“: Corona-Hotspots drohen jetzt harte Ausgangsbeschränkungen

Eine Frau läuft an einem geschlossenen Restaurant in Stuttgart vorbei.
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Die Innenstädte einiger Städte in Baden-Württemberg könnten bald leer bleiben.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg herrschen strenge Regeln zum Infektionsschutz. Das Sozialministerium feilt sogar an noch härteren Verordnungen - vor allem für die Hotspots im Land.

Stuttgart - Noch immer werden täglich eine hohe Anzahl an neuen Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gemeldet. Bereits in der Hochphase der Pandemie im Frühjahr setzte die Landesregierung weitreichende Einschränkungen in Kraft, die das soziale und öffentliche Leben massiv einschränkten.

Nachdem die Infektionszahlen schrittweise wieder sanken, wurden auch die Regeln gelockert. Ab dem ersten Juli war sogar fast alles wieder erlaubt. Inzwischen steigen die Zahlen wieder konstant an. Bund und Länder beschlossen einen Teil-Lockdown, der bislang nicht so hart ausfällt wie die Verordnungen im Frühjahr. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte nun aber düstere Aussichten an.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg auch in unserem Ticker.

Der Kreis Esslingen war einer der ersten Hotspots und zeigte, was dem Rest des Landes blühen könnte. Nur wenig später wurde auch die Landeshauptstadt Stuttgart durch die vielen neuen Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg zum Risikogebiet erklärt.

Inzwischen gibt es weitere Hotspots im Land. Auf diese Stadt- und Landkreise könnte bald eine wirklich harte Verordnung zukommen. Das Gesundheitsministerium feilt an möglichen Ausgangsbeschränkungen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, die sich auf interne Pläne bezieht.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Harte Ausgangsbeschränkungen für Hotspots geplant

Durch die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg haben inzwischen 25 Land- und Stadtkreise die 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten - unter anderem auch der Kreis Ludwigsburg. Der Wert gibt die Zahl an Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern an und ist der Richtwert für das Infektionsgeschehen im Land. Laut der dpa arbeitet das Sozialministerium fieberhaft an Maßnahmen für die Regionen in Baden-Württemberg, in denen die Pandemie völlig aus dem Ruder läuft. Gemeint sind Land-und Stadtkreise mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200.

Aktuell haben die Stadtkreise Heilbronn, Mannheim und Pforzheim sowie die Landkreise Lörrach, Schwarzwald-Baar-Kreis und Tuttlingen eine 7-Tages-Inzidenz von über 200. Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg plant das Sozialministerium sogar Ausgangsbeschränkungen für diese Corona-Hotspots, wie die dpa berichtet. Sollte diese Verordnung in Kraft treten, dürfen die Bürger den Plänen zufolge ihre Häuser und Wohnung nur noch mit einem „triftigen Grund“ verlassen, etwa für den Job, die Schule, zum Einkaufen oder zum Sport.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch Kontaktbeschränkung wird härter - nur Weihnachten bleibt Ausnahme

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg werden die Maßnahmen im Dezember weiter verschärft. Bund und Länder einigten sich auf Lockerungen zu Weihnachten und Silvester. Die Landesregierung verkündete jedoch überraschend eine Verschärfung der Corona-Regeln zu Silvester. Demnach sollen die Lockerungen im Land nur vom 23. bis zum 27. Dezember gelten. Die Verordnung für Dezember sieht eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkung vor, wie die dpa berichtet. Anstelle von maximal zehn Personen aus maximal zwei Haushalten dürfen sich ab Dienstag nur noch fünf Personen aus maximal zwei Haushalten treffen.

Für die Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 soll die Beschränkung sogar noch härter ausfallen. Öffentlich und privat darf sich nur noch ein Haushalt mit einer anderen Person treffen, maximal jedoch ebenfalls nur fünf Personen. Daneben soll auch das Besuchsrecht an Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen verschärft werden, wie die dpa berichtet. Das ist dann nur noch nach einem vorherigen Antigen-Test und mit FFP2-Schutzmaske erlaubt. Doch auch für die Nicht-Hotspot-Regionen im Land wird die Maskenpflicht im Dezember ausgeweitet. Sie gilt dann auch für Arbeitsstätten und vor Einkaufszentren, Ladengeschäften und Märkten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Pläne für harte Ausgangsbeschränkungen treffen auf Kritik

Die geplanten Verordnungen im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bei den Hotspots im Land treffen auf Kritik. Die CDU kritisiert laut der dpa viele ungeklärte Punkte in der Strategie von Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) und äußerte juristische Bedenken mit Blick auf einige Formulierungen. Der Erlass wurde dadurch noch nicht verabschiedet, sondern soll noch einmal im Rahmen einer Sitzung des Lenkungskreises diskutiert werden.

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