Wirtschaftliche Lage düster

„Finanzieller Kollaps“: Händler in Baden-Württemberg wegen neuer Corona-Regeln alarmiert

  • Valentin Betz
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Viele Menschen sind geimpft, das Coronavirus in Baden-Württemberg aber nicht besiegt. Mögliche Regelverschärfungen machen deshalb besonders dem Handel große Sorgen.

Stuttgart - Lange Zeit war die Hoffnung, das Coronavirus in Baden-Württemberg würde durch die wachsende Zahl der Geimpften an Bedeutung verlieren. Inzwischen sind im Südwesten 68,2 Prozent der Bürger mit Empfehlung geimpft. Die Quote trägt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bei, reicht aber noch nicht aus. Entsprechend sieht die Coronaverordnung des Landes nach wie vor Schutzmaßnahmen vor.

Diese haben allerdings auch zwei Seiten. Denn während sie einerseits weitere Neuinfektionen verhindern, machen sie den Alltag für viele Unternehmen noch immer schwierig. Der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) hat deshalb gegenüber der Politik in Baden-Württemberg große Bedenken angesichts möglicher neuer Auflagen in der Coronaverordnung geäußert.

Coronaverordnung in Baden-Württemberg: Händler fürchten Auswirkungen neuer Auflagen

Denn die grün-schwarze Landesregierung hatte bereits Überlegungen geäußert, die Maßnahmen zu verschärfen. Härtere Regeln in Baden-Württemberg hätten besonders für Ungeimpfte Folgen. Doch deren Fernbleiben von Geschäften kann sich der Handel in Baden-Württemberg kaum leisten, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Die wirtschaftliche Lage sei nach wie vor düster, die Umsätze im Einzelhandel seien rückläufig, sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des HBW der dpa.

Coronaverordnung in Baden-Württemberg: Der Handelsverband befürchtet, neue Auflagen könnten volle Einkaufsstraßen wie hier in Stuttgart gefährden.

Der Handelsverband malt angesichts der Lage ein düsteres Szenario, sollten die Auflagen in der Coronaverordnung strenger werden. „In dieser Situation hätten neuerliche Auflagen für den Handel fatale Konsequenzen bis hin zum finanziellen Kollaps zahlreicher Geschäfte“, so Sabine Hagmann.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Strengere Verordnung nützt nur dem Onlinehandel

Strengere Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg würden demnach nicht nur bedeuten, dass Ungeimpfte einfach fernbleiben. Schließlich müsste der Handel auch überprüfen, wer geimpft oder genesen ist. Solche Nachweiskontrollen seien aber mit einem hohen Personal- und dadurch auch mit einem hohen Kostenaufwand verbunden.

Gleichzeitig entstünden durch die Überprüfungen vor den Geschäften Schlangen, die Kundinnen und Kunden von einem Besuch im stationären Einzelhandel abschreckten. Die Handelskammer befürchtet deshalb, strengere Maßnahmen trieben Kunden direkt in die Arme von Onlinehändlern anstatt in die Geschäfte vor Ort. Auch für Schüler werden die Corona-Regeln zum Schulstart am Montag strenger.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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