150.000 Tests pro Woche

„Stoßen an unsere Grenzen“: Corona-Tests bringen Baden-Württemberg in Bedrängnis

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Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen, wird inzwischen häufiger getestet - auch vorsorglich. Doch die Labore geraten damit an ihre Grenzen.

  • In Baden-Württemberg werden die Corona-Tests stellenweise knapp.
  • Tests sollen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg eindämmen.
  • Durch die vielen Urlaubsrückkehrer und vorsorglichen Tests kommen die Labore an ihre Grenzen.

Stuttgart - Die Landesregierung bemüht sich, die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg unter Kontrolle zu halten. Zu den Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus gehören neben der Maskenpflicht auch regelmäßige Corona-Tests. Dazu hat das Land Baden-Württemberg Testzentren an verschiedenen Punkten eingerichtet. Am Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart bildeten sich zuletzt lange Schlangen. Bis zu 2.000 Passagiere warten dort täglich auf einen Test. Auch am Hauptbahnhof in Stuttgart gibt es inzwischen ein solches Testzentrum.

Dass diese breit gefächerten Tests auch notwendig sind, zeigte kürzlich ein Fall von Urlaubsrückkehrern aus Kroatien. Sie hatten das Coronavirus unbemerkt eingeschleppt. Die Kroatien-Rückkehrer besuchten eine Party in Stuttgart und verbreiteten das Coronavirus so. Wegen solcher Beispiele wird momentan sehr viel präventiv getestet, während in den ersten Monaten der Pandemie hauptsächlich Menschen gestestet wurden, die Symptome zeigten. Doch damit stoßen die Verantwortlichen jetzt offenbar an Grenzen - die Tests in Baden-Württemberg werden knapp.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Corona-Tests werden wegen hoher Nachfrage offenbar knapp

Noch in der vergangenen Woche lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Tests laut Sozialministerium bei rund 78.000. Inzwischen gebe es eine Kapazität von 150.000 täglichen Tests. Wegen der zahlreichen Reiserückkehrer, aber auch weil sich Lehrer und Erzieher gratis auf das Coronavirus in Baden-Württemberg testen lassen können, sind die Kapazitäten momentan ausgereizt. „Wir stoßen an unsere Grenzen“, sagte Kai Sonntag, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KV) der dpa. Das Sozialministerium bestätigte den Trend.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Im Südwesten werden stellenweise die Corona-Tests knapp.

Die Tests, mit denen unter anderem Reiserückkehrer untersucht werden, sollen direkt das Coronavirus nachweisen. „Bei den Reiserückkehrenden werden keine Antikörpertests vorgenommen, sondern PCR-Tests“, so ein Sprecher des Sozialministeriums zu BW24. Die so genannten PCR-Tests weisen Viren direkt nach, anstatt nur auf Antikörper zu untersuchen.

Corona-Tests in Baden-Württemberg: Kapazität hängt an mehreren Faktoren

Laut Kai Sonntag hängt der aktuelle Engpass bei den Tests gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg an mehreren Faktoren. Auf der einen Seite liegt es an den für die Corona-Tests notwendigen Materialien wie Abstrichen oder Röhrchen, erklärt Kai Sonntag gegenüber BW24. Zum anderen werden für die Auswertungen der Tests sowohl Maschinen, als auch Personal benötigt - beides hat nur eine begrenzte Kapazität. Fehlendes Personal könne also schnell zu Verzögerungen bei den Testergebnissen führen. In der Regel erhalten die Getesteten innerhalb von zwei Tagen ihr Ergebnis, so Kai Sonntag.

Die hohe Zahl an Infektionen mit dem Coronavirus hat für Teile Baden-Württembergs jetzt eventuell Folgen. Weil die Reiserückkehrer die Neu-Infektionen verdoppelt haben, droht ein neuer Lockdown. Besonders häufig schleppen Urlauber das Virus aus dem Kosovo und Kroatien ein.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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