Corona-Krise in Baden-Württemberg

Jetzt greifen Unternehmen zu drastischen Mitteln, um ihre Existenz zu retten - fast eine Milliarde Steuerschulden

Eine Papiertasche mit der Aufschrift „Wir schließen unser Geschäft“ hängt an einem Einzelhandelsgeschäft in der Innenstadt.
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Unternehmen in Baden-Württemberg geraten zunehmend in Existenznot - und verzögern Steuerzahlungen.
  • Julian Baumann
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg führt in der Wirtschaft zu massiven Verlusten. Viele Firmen sind inzwischen zahlungsunfähig.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat fatale Auswirkungen auf die Wirtschaft und schränkt das Leben nun bereits seit rund zehn Monaten massiv ein. Vor allem die Firmen und Händler im Land leiden unter den Maßnahmen. Nachdem die Infektionszahlen im Laufe des Jahres deutlich zurückgegangen sind, ist die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg inzwischen wieder in vollem Gange. Obwohl sich die Wirtschaft in Baden-Württemberg überraschend schnell erholte, leiden noch immer viele Unternehmen unter den Folgen der Pandemie.

Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg gelangen viele Unternehmen an den Rand der Existenznot, viele schieben deshalb die Zahlung ihrer Steuern auf, wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichten. Im Oktober 2019 habe es noch rund 20.000 Fälle gegeben, bei denen Zahlungen an den Staat mit Genehmigung des Finanzamts aufgeschoben wurden. Nur ein Jahr später liegt die Zahl bereits bei 51.000 Fällen. Die Steuerzahler schulden den Finanzämtern insgesamt rund eine Milliarde Euro.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Finanzämter vereinfachen Aufschub der Zahlung

Normalerweise können die Zahlungen von Steuern an den Staat nicht so einfach aufgeschoben werden. Um die Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit wegen des Coronavirus zu bewahren, führte das Bundesfinanzministerium jedoch eine Möglichkeit ein, die Aufschiebung vereinfacht und zinslos durchzuführen, wie die StN berichten. Ein Antragssteller müsse nur nachweisen, dass die Corona-Krise schwerwiegende Auswirkungen auf das Geschäft habe. Daneben sei es auch möglich, Vorauszahlungen auf Steuern, deren endgültige Höhe erst später festgesetzt werde, zu kürzen.

Aktuell sind durch das Coronavirus in Baden-Württemberg und die Folgen auf die Wirtschaft 930 Millionen Euro Steuerforderungen allein in Baden-Württemberg offen, wie das Finanzministerium auf Anfrage der StN angab. Zunächst werde der Aufschub für einen Zeitraum von drei Monaten gewährt, anschließend kann das zuständige Finanzamt über die Dauer des weiteren Aufschubs entscheiden. Laut Angaben der StN ist das vereinfachte Verfahren nur noch bis Jahresende möglich.

Die Landesregierung verkündete Ende September, die durch das Coronavirus in Baden-Württemberg angeschlagene Wirtschaft, mit einem Hilfsprogramm über 1,2 Milliarden Euro unterstützen zu wollen. Dafür will das Land massive Schulden in Kauf nehmen. Die neuen Milliarden-Schulen sorgen in Baden-Württemberg für Entsetzen. Die Opposition warf der Regierung Verschwendung und Verfassungsbruch vor.

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