Trotz Rückgang der Infektionszahlen

„Sehe ich erstmal nicht“: Kretschmann dämpft Hoffnung der Bürger auf baldiges Reisen und Urlaub

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, kommt zu den Koalitionsverhandlungen zwischen Bündnis 90/Die Grünen und CDU.
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Winfried Kretschmann dämpft die Hoffnung auf baldige Reisen - für eine Trendwende sei es noch zu früh.
  • Julian Baumann
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Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist noch immer ernst. Ministerpräsident Winfried Kretschmann dämpft die Hoffnung auf baldige Reisemöglichkeiten.

Stuttgart - Paris, Mailand, Barcelona oder Mallorca? Viele Bürger im Südwesten würden in der aktuellen Situation wohl auch mit weniger begehrten Reisezielen vorlieb nehmen. Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Reisen ins Ausland seit mehreren Monaten nahezu undenkbar oder mit strengen Auflagen verbunden. Auch das Reisen innerhalb des eigenen Landes ist stark eingeschränkt. Viele Bewohner haben in der Pandemie ihr Bundesland, ihre Region oder sogar ihre Stadt nicht oder nur sehr selten verlassen. Die fortschreitenden Impfungen in Baden-Württemberg und Stuttgart bieten nun jedoch die Grundlage, um auf baldige Lockerungen in Bezug auf Reisen zu hoffen.

Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist noch immer sehr ernst, die Infektionszahlen gehen jedoch langsam zurück. Die Regierung nannte bereits einen Zeitpunkt, ab wann Reisen wieder denkbar sind. Laut dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung könnten Inlandsreisen bereits ab Ende Juni wieder möglich sein. Durch das Impfzertifikat der EU sollen Reisen innerhalb Europas für Geimpfte, Genesene und solche mit einem negativen Testergebnis ebenfalls bald wieder realisierbar sein. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dämpfte die Hoffnung nun, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Laut dem Regierungschef ist der nur leichte Rückgang der Infektionszahlen nicht genug.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Laut Kretschmann noch keine Trendwende zu sehen

In der Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg hoffen viele Menschen auf einen Tapetenwechsel und eine Auszeit außerhalb der gewohnten Umgebung. Die leicht sinkenden Infektionszahlen im Südwesten machen auch durchaus Hoffnung auf baldige Lockerungen.

Winfried Kretschmann ist da jedoch anderer Meinung. „Das sehe ich erst mal nicht“, sagte der Regierungschef am Dienstag in der Landeshauptstadt Stuttgart der dpa. „Dazu müssten die Inzidenzen drastisch runtergehen, bevor wir so was ins Auge fassen können.“ Die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt zwar seit einigen Tagen beständig, befindet sich mit aktuell 173,1 jedoch noch immer auf einem hohen Niveau. Laut den Vorschriften der sogenannten „Bundesnotbremse“ sind Lockerungen erst ab einer Inzidenz von unter 100 vorgesehen.

Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg hat sich seit Jahresbeginn auch durch die immer häufiger auftretenden Virusmutationen zugespitzt. Diese neuen Virusvarianten wurden in den meisten Fällen von Reiserückkehrern - beispielsweise aus Großbritannien, Südafrika oder zuletzt Indien - nach Baden-Württemberg gebracht. Laut Winfried Kretschmann gehöre Reisen deshalb zu den „ganz problematischen Dingen, weil das Virus wird ja verbreitet durch Reisen“. Durch Reiserückkehrer habe sich das Virus erst auf der ganzen Welt verbreitet, sagte der Landesvater. „Da ist große Vorsicht geboten.“ Deshalb sei es aktuell trotz der leicht sinkenden Infektionszahlen noch zu früh, von einer Trendwende zu sprechen.

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