Bahnverkehr in Stuttgart

Stuttgart plant wegen Corona Homeoffice-Ticket für Nahverkehr - aber erst in 4 Monaten

Eine Straßenbahn der Linie U12 nach Hallschlag.
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Ein Homeoffice-Ticket soll Pendlern einen Preisvorteil verschaffen - allerdings erst ab April 2021.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Im öffentlichen Nahverkehr der Landeshauptstadt Stuttgart soll es bald ein besonderes Ticket für Menschen im Homeoffice und in Zeitarbeit geben - das geplante Angebot hat jedoch einen Haken.

Stuttgart - Im Verkehr in Stuttgart sind die Züge der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) die Alternative zum Auto und werden täglich von Tausenden Bürgern der Landeshauptstadt Stuttgart verwendet. Die SSB ist in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eingegliedert, der auch den öffentlichen Nahverkehr in den angrenzenden Landkreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und dem Rems-Murr-Kreis koordiniert.

Wegen der Infektionsgefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg hat sich ein großer Teil der Arbeitswelt der Region Stuttgart von den Büros ins Homeoffice verlegt. Viele Bürger müssen ihre Wohnung dadurch nicht mehr verlassen und fahren dadurch auch weniger mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nun soll es bald ein Homeoffice-Ticket geben, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet. Dabei gibt es jedoch einen Haken.

Stuttgart: Homeoffice-Ticket für die Region kommt - allerdings nicht sofort

Die Landesregierung passte die Corona-Verordnungen zum 1. Dezember erneut an. Nun gilt auch in Arbeitsstätten und vor Einkaufsläden dauerhaft eine Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Um eine Ansteckung grundsätzlich zu vermeiden, ist das Arbeiten von zu Hause aus sicherlich die optimale Lösung - zumindest wenn der Job es zulässt. Ein neues Zehner-Tagesticket der VVS richtet sich speziell an Beschäftigte in Homeoffice und Teilzeit und käme damit jetzt zur richtigen Zeit. Das Problem ist jedoch: Es soll erst ab dem 1. April 2021 eingeführt werden.

Laut der StZ beschlossen die Gremien des VVS am Dienstag außerdem eine Preiserhöhung der Fahrtickets um 2,66 Prozent zum 1. April. Dies sei erforderlich, um die steigenden Kosten für Gehälter, Kraftstoff und Strom der Verkehrsbetriebe und Busunternehmen in der Region Stuttgart zu decken. Die Erhöhung falle bei den unterschiedlichen Ticketangeboten auch unterschiedlich aus, berichtet die Zeitung weiter. Das Kurzstrecken- und das Stadtticket ist von der Preiserhöhung dagegen ausgenommen.

Stuttgart: Homeoffice-Ticket mit Preisvorteil ab dem 1. April 2021

Das Homeoffice-Ticket für die Region Stuttgart wird ein Paket aus zehn Handy-Tagestickets sein, wie die StZ berichtet. Im Vergleich zu einzeln gekauften Tagestickets sollen Fahrgäste dadurch einen Preisvorteil von 21 bis 25 Prozent erhalten. Das Ticket wird ab dem 1. April in fünf Preisstufen erhältlich sein. Die Stufen richten sich nach dem Zonensystem in Stuttgart. Die Zone 1 umfasst beispielsweise die Innenstadt, während man mit einem Ticket der Zone 5 in der ganzen Region fahren kann.

Ein Homeoffice-Ticket für die Zone 1 wird 39,90 Euro kosten, ein Ticket für das ganze Netz kostet dagegen 99,90 Euro. Laut der StZ können die Fahrgäste selber wählen, an welchen Tagen im Monat sie die zehn Tickets verwenden wollen. Auch der Zeitraum sei frei wählbar und richte sich nicht an einen bestimmten Monat. Demnach kann ein Zehner-Ticket auch beispielsweise für den Zeitraum vom 5. April bis zum 4. Mai gekauft werden. Der Zeitraum beginnt jedoch mit dem ersten Fahrtag, wie die StZ berichtet.

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