2G-Regel

Baden-Württemberg führt die strengsten Corona-Regeln Deutschlands ein

Ein Angestellter einer Bar reinigt den Tresen.
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Für Ungeimpfte könnte es bald keinen Zutritt mehr zu Bars und Restaurants geben.
  • Valentin Betz
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist noch immer ein Problem. Das Land führt deshalb schärfere Regeln ein. Die sorgen aber bereits im Vorfeld für heftige Diskussionen.

Stuttgart - Inzwischen gibt es weltweit immer mehr Länder, die ihre Corona-Maßnahmen lockern oder gar abschaffen. Das Coronavirus in Baden-Württemberg wird allerdings nach wie vor mit Regeln bekämpft, die in der Landesverordnung verankert sind. Seit längerem ist bekannt, dass der Südwesten sogar die bundesweit härtesten Eingriffe gegen Ungeimpfte plant.

Inzwischen steht wohl fest, wann die überarbeitete Corona-Verordnung in Baden-Württemberg in Kraft treten soll. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, hat Gesundheitsminister Manfred Lucha die neuen Regeln für diesen Donnerstag angekündigt. Besonders das mehrstufiges Warnsystem ist dabei bemerkenswert.

Corona-Regeln in Baden-Württemberg: Neuer Richtwert für mehrstufiges Warnsystem

Die überarbeitete Corona-Verordnung sei bereits in den Ressorts abgestimmt, so Manfred Lucha zur Deutschen Presseagentur. Die wohl wichtigste Neuerung darin ist, dass künftig nicht mehr die 7-Tage-Inzidenz maßgebend für strengere Corona-Regeln sein wird. Stattdessen richtet sich ein mehrstufiges Warnsystem nach der Belegung der Intensivbetten im Südwesten.

Die erste Stufe ist demnach erreicht, sobald 250 Intensivbetten mit Corona-Infizierten belegt sind oder 8 von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert wurden. Nach wie vor sind nicht alle von den strengen Maßnahmen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg überzeugt. Beispielsweise ist der Trigema-Chef dafür, dass alle Einschränkungen fallen.

Allerdings treffen die Maßnahmen der neuen Corona-Verordnung ohnehin hauptsächlich Ungeimpfte. Die müssen bei der ersten Warnstufe einen negativen PCR-Test vorlegen, um Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen zu erhalten.

Coronavirus in Baden-Württtemberg: Zweite Warnstufe trifft Ungeimpfte besonders hart

Die zweite Warnstufe der neuen Corona-Verordnung würde Ungeimpfte besonders hart treffen, sollte sie aktiviert werden müssen. Das wäre bei 390 Corona-Patienten auf Intensivstationen der Fall, oder wenn die Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dann würde in Baden-Württemberg faktisch die 2G-Regel gelten. Geimpfte und Genesene wären also nicht von strengeren Maßnahmen betroffen, während Ungeimpfte unter anderem keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen hätten.

Dieser Schritt führt nicht nur bei Privatleuten zu scharfer Kritik. Händler in Baden-Württemberg fürchten wegen der neuen Corona-Regeln gar den finanziellen Kollaps. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann versuchte indes, die Wogen zu glätten und die angespannte Stimmung zu entschärfen. Es handle sich bei der neuen Corona-Verordnung nicht um eine Strafaktion, sondern die neue Regelung habe epidemiologische Gründe, erklärte er laut Deutscher Presseagentur. Ungeimpfte seien die Träger der Pandemie.

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