Neue Corona-Verordnung

Baden-Württemberg erlässt überraschende Corona-Lockerung - weil keine andere Wahl blieb

Am letzten Samstag vor Weihnachten ist in der Stuttgarter Innenstadt nur wenig los, da die meisten Einkaufsläden wegen des aktuell harten Lockdowns geschlossen sind.
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Neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg: Neben Verschärfungen gibt es auch überraschende Lockerungen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Obwohl sich die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg langsam zu bessern scheint, gelten ab heute strengere Regeln. Eine Maßnahme wurde nun jedoch überraschend gekippt.

Stuttgart - Nach einem harten Winter scheint sich die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg nun langsam zu bessern. Aktuell haben zwei Landkreise im Südwesten eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 und auch die Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt weiter (Stand: 25. Januar). Grund für die verbesserte Infektionslage im Land ist vermutlich auch die strikte Verordnung, die im Laufe der letzten Woche immer weiter verschärft wurde. Zunächst wurde der Lockdown, der bereits seit Dezember gilt, bis zum 14. Februar verlängert. Daneben beschlossen Bund und Länder auch weitere Corona-Maßnahmen ab dem 25. Januar wie das Tragen von medizinischen Masken im Nahverkehr und beim Einkaufen und sprachen sich erneut für mehr Homeoffice aus.

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Geschäfte, Läden und auch Dienstleister wie Friseursalons und Fitness-Studios bereits seit Wochen geschlossen. Für eine bestimmte Sparte an Dienstleistern gibt es nun allerdings eine Lockerung, und auch eine weitere Maßnahme wurde überraschend (zumindest zu einem großen Teil) gekippt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Friseursalons bleiben zu - Hundefriseure dürfen öffnen

Durch bislang starke Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Friseursalons bereits seit Monaten geschlossen. Grund für diese Maßnahme war, ähnlich wie bei anderen Geschäften, die Vermeidung von direkten Kontakten zwischen Menschen. Währen die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Verordnungen zum Infektionsschutz ab dem heutigen Montag, dem 25. Januar, nochmals deutlich verschärfte, wurde die Regelung für einen Bereich gelockert. Hundefriseure und Hundesalons dürfen unter Einhaltung strenger Hygienekonzepte wieder öffnen, berichtet die dpa.

Um die Infektionsgefahr zu minimieren, ist es den Hundesalons- und Friseuren nur gestattet, ihre Dienstleistungen wieder anzubieten, wenn sie bestimmte Voraussetzungen einhalten. Demnach müsse ein Besitzer sein Tier vor Ort abgeben und dürfe es erst nach der Behandlung wieder abholen. Während der Behandlung darf er jedoch nicht im Salon sein. Grund für die Regelung ist eine Vermeidung direkter Kontakte zwischen Menschen. „Den Kunden sind vorab individuell getaktete Abholzeiten zu nennen und eine kontaktarme Übergabe zu ermöglichen“, heißt es in der Erklärung zu der neuen Verordnung der Landesregierung. Zuvor habe bereits der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof eine solche Regelung ins Spiel gebracht.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Überraschende Lockerung beim Alkoholverbot in der Öffentlichkeit

Durch die steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg erließ die Landesregierung bereits im vergangenen Jahr ein weitreichendes Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Das betraf beispielsweise auch die vereinzelt in der Landeshauptstadt Stuttgart verteilten Glühwein-Stände, die kein Glühwein „to go“ mehr anbieten dürften. Durch das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen wie dem Schlossplatz oder dem Marienplatz sollten Menschenansammlungen vermieden werden. Bislang galt dieses Verbot in ganz Baden-Württemberg, ab Mittwoch soll es jedoch nur noch für bestimmte Bereiche in Städten gelten, wie die dpa berichtet. Eine ähnliche Regelung in Bayern war zuvor vom bayerischen Gerichtshof gekippt worden.

Trotz der anhaltenden Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg soll das Alkoholverbot ab dem 27. Januar nur noch in bestimmten Bereichen wie beispielsweise Innenstädten gelten. Auf welche Bereiche das zutrifft, sollen die Behörden festlegen. Der landesweite Ausschank und der öffentliche Konsum von Alkohol war in der Vorweihnachtszeit aufgrund der Infektionslage verboten worden, eben unter anderem wegen des „Glühweint to go“. „Da dieses saisonale Angebot nicht mehr besteht, wird die Regelung aus Gründen der Verhältnismäßigkeit angepasst“, heißt es in der Erklärung der Landesregierung. Heißt: Die Landesregierung hatte kaum eine andere Wahl, als diese Regelung zu lockern. Die Bereiche, in denen das Alkoholverbot nach wie vor gelten soll, werden ortsabhängig entweder von der zuständigen Polizeibehörde oder vom Gesundheitsamt in Absprache mit der Polizei festgelegt.

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