„Wenn das aus dem Ruder läuft“

Kretschmann greift durch: Schulen bleiben geschlossen - Lockdown auch im Februar

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht im Plenarsaal bei einer Sondersitzung des Landtags über die jüngsten Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern.
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Aufgrund der neuen, ansteckenderen Corona-Mutationen will Winfried Kretschmann den Lockdown nochmal verlängern und verschärfen.
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Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist aktuell sehr ernst. Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellt eine weitere Verlängerung des Lockdowns in Aussicht. Schulen bleiben zu.

Update, 15:00 Uhr: Aufgrund der weiterhin ernsten Lage wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und der kürzlich entdeckten Mutationen kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) eine mögliche Verschärfung der Ausgangssperren an. Nun greift der Regierungschef durch und nennt konkrete Maßnahmen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Kretschmann will den derzeitigen Lockdown auch über den Januar hinaus fortsetzen und gleichzeitig auch noch mal deutlich verschärfen. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen“, sagte Kretschmann an diesem Donnerstag in Stuttgart.

Trotz der weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) kurz vor dem Jahreswechsel die Öffnung von Grundschulen und Kitas gefordert. Die Kultusministerin beharrte auch nach massiver Kritik weiterhin auf eine schnelle Schulöffnung. Das scheint nun zumindest fürs Erste vom Tisch zu sein. Die zunächst angedachte Öffnung der Schulen komme aufgrund der neuen Virus-Mutationen aktuell nicht infrage, sagte Winfried Kretschmann laut der dpa. Der Ministerpräsident verkündete, die ursprünglich für den 25. Januar geplante Videokonferenz mit den anderen Regierungschefs auf kommende Woche vorziehen zu wollen.

Erstmeldung vom 14. Januar: Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hält die Bevölkerung im Südwesten nun bereits seit Anfang vergangenen Jahres in Atem. Auch im neuen Jahr scheint sich keine Beruhigung der Lage einstellen zu wollen. Noch immer meldet das Landesgesundheitsamt täglich eine hohe Zahl an Neuinfektionen und auch die Todesfälle steigen weiter an. Der ursprünglich bis zum 10. Januar angesetzte harte Lockdown wurde kürzlich bis Ende des Monats verlängert. Die Landesregierung verschärfte auch die aktuellen Corona-Regeln für Baden-Württemberg noch mal deutlich. Trotz der bereits einschneidenden Maßnahme entspannt sich die Lage nicht.

Bereits zum Ende vergangenen Jahres wurde aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft gesetzt. Die eigene Wohnung darf zwischen 20 Uhr und 5 Uhr morgens nur noch mit einem triftigen Grund verlassen werden. Die Verordnung gilt auch im Januar des neuen Jahres weiterhin. Laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist das angesichts der aktuellen Infektionslage möglicherweise nicht genug. Er stellte eine drastische Verschärfung der Ausgangssperre in Aussicht, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Verschärfung der Ausgangssperre, „wenn Gesundheitswesen kollabiert“

Die erstmals in China nachgewiesene neuartige Lungenkrankheit Covid-19, die im Februar 2020 als Coronavirus in Baden-Württemberg auch in den Südwesten Deutschlands gelangte, ist an sich durch die Ansteckung von Mensch zu Mensch schon sehr gefährlich. Zum Ende des vergangenen Jahres trat in Großbritannien allerdings eine Corona-Mutation auf, die noch ansteckender sein soll und wenig später auch bei einer Frau aus Baden-Württemberg nachgewiesen wurde.

Die Mutation verschlimmerte die Lage auf der britischen Insel deutlich. Auch das Coronavirus in Baden-Württemberg könnte durch die Mutation noch gefährlicher werden. „Wenn das richtig aus dem Ruder läuft, wie wir das in London oder so sehen, und wenn das Gesundheitswesen kollabiert, dann muss man drastische Ausgangssperren machen. Das ist dann das einzige Mittel, das dann noch wirksam ist“, sagte Winfried Kretschmann am Dienstagabend im Rahmen einer digitalen Veranstaltung der Grünen-Landtagsfraktion in Offenburg, wie die StZ berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Regierungschef warnt vor Mutation und den Folgen

Das Coronavirus in Baden-Württemberg hatte und hat fatale Folgen für die Wirtschaft. Durch den zweiten Lockdown fiel für die Einzelhändler beispielsweise fast das komplette Weihnachtsgeschäft weg. Das Sozialministerium mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart warnte kürzlich neben der britischen vor einer weiteren Corona-Mutation. Die hochansteckende Corona-Mutation aus Südafrika soll sogar noch gefährlicher sein als die britische Variante. Winfried Kretschmann warnte davor, dass die Mutationen „zum Schluss zur Stilllegung weiter Bereiche der gesamten Wirtschaft“ führen könnten, wie die StZ berichtet. „Da machen wir uns mal gar nichts vor“.

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg nach Möglichkeit einzudämmen, appellierte der Regierungschef an die Unternehmen und Behörden. Wo immer es geht, sollte die Arbeit im Homeoffice ermöglicht werden, so Kretschmann. Eine generelle Pflicht zum Homeoffice lehnt der Grünen-Chef laut der StZ allerdings ab. Zuvor müssten andere Maßnahmen ergriffen werden. Er verwies auf den vom Wirtschaftsministerium in Baden-Württemberg angesetzten Homeoffice-Gipfel, bei dem auch Vertreter aus der Wirtschaft und von Gewerkschaften teilnehmen sollen.

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