Blaues Auge und Zusammenbruch

Nach Streit um Maske: Frau erleidet in S-Bahn Epilepsie-Anfall

Eine S-Bahn steht gegen halb acht am Morgen in der Haltestelle am Hauptbahnhof.
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Nach Streit um Maske - Frau erleidet epileptischen Anfall in S-Bahn (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg herrscht in den S-Bahnen Maskenpflicht. Diese Verordnung führte am Samstag in Stuttgart zu einem ungewöhnlichen Vorfall.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich wieder vermehrt aus. Am Samstag, den 17. Oktober, wurde auch die Landeshauptstadt Stuttgart zum Risikogebiet erklärt. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen ist die Maskenpflicht nun auch auf die Innenstädte und viel besuchte Bereiche ausgeweitet worden.

Die Verordnung gilt in den öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen in Baden-Württemberg bereits seit Ende April. Es kommt immer wieder zu Zwischenfällen, weil Teile der Bevölkerung sich nicht an die Maskenpflicht halten. In einer S-Bahn in Stuttgart kam es am Samstag zu ungewöhnlichen Szenen. Der Ausgangspunkt war ebenfalls das Nicht-Tragen einer Maske, in diesem Fall hatte die betreffende Person jedoch offenbar einen triftigen Grund.

Laut einer Pressemitteilung der Bundespolizei Stuttgart kam es am 17. Oktober gegen 19:00 Uhr zu einer Auseinandersetzung in einer S-Bahn der Linie S1. Grund für den Streit war die mutmaßliche Missachtung einer 26-Jährigen, gemäß den Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Laut der Bundespolizei besaß die Frau jedoch ein ärztliches Attest.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Streit um Maskenpflicht endet in unschönen Szenen

In der S-Bahn sprach ein 65-Jähriger die 26-jährige Frau auf ihre fehlende Maske zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg an. Anschließend wurde er ausfällig, beleidigte die Frau mehrfach und trat ihr mit dem Fuß gegen das Schienbein, wie die Bundespolizei berichtete.

Die S1 verkehrt zwischen den Stationen Kirchheim (Teck) und Herrenberg. An der Station Feuersee im Zentrum der Landeshauptstadt schlug ein bis dahin unbeteiligter Mann nach Polizeiangaben dem 65-Jährigen unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Der Mann erlitt dadurch eine leichte Schwellung am Auge. Anschließend verließ der Unbekannte mit seiner Begleiterin unerkannt die S-Bahnstation Feuersee.

Nach dem Streit um eine mutmaßliche Missachtung der Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg alarmierten Zeugen die Bundespolizei. Die Beamten trafen die 26-Jährige und den leicht verletzten Mann noch am Bahnsteig an und stellten mit einer Kontrolle die Identitäten fest. Laut Angaben der Bundespolizei erlitt die 26-Jährige noch während der Kontrolle einen epileptischen Anfall und brach zusammen. Hinzugerufene Einsatzkräfte brachten die Frau in ein Krankenhaus.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Bundespolizei ermittelt gegen Unbekannten

Nach dem Vorfall in der S-Bahn in Stuttgart ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts der Beleidigung und Körperverletzung. „Der Vorfall müsste von vielen Reisenden bemerkt worden sein, da müsste es reichlich Zeugenhinweise geben“, sagte Bundespolizeisprecher Yannick Dotzek gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ). Zeugen des Vorfalls am Samstagabend werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0711/870350 bei der Bundespolizeiinspektion Stuttgart zu melden.

Aufgrund der steigenden Zahlen der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg fordert die Polizei strengere Grenzkontrollen zu den Nachbarländern. Das Robert-Koch-Institut erklärte ganz Frankreich, die gesamte Niederlande und weite Teile von Polen, Österreich und der Schweiz zum Risikogebiet. Betroffen ist auch das an Baden-Württemberg angrenzende Kanton Zürich.

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