Schwerpunktkontrollen der Polizei

Schockierende Bilanz: Über die Hälfte kontrollierter Bürger ignoriert Corona-Regeln

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Aufgrund der drastischen Lage durch das Coronavirus in Baden-Württemberg gelten strenge Regeln. Laut Innenministerium halten sich viele Menschen im Land allerdings nicht daran.

Stuttgart - Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist sehr ernst. Bereits Anfang November einigten sich Bund und Länder auf einen Teil-Lockdown mit drastischen Maßnahmen. Die weit über den Monat verlängerte Maßnahme brachte jedoch nicht den erhofften Erfolg. Jeden Tag meldet das Landesgesundheitsamt eine hohe Zahl an Neuinfektionen.

Die 7-Tage-Inzidenz beschreibt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern. Der Wert steigt für das ganze Bundesland immer weiter. Nachdem zunächst der Kreis Esslingen zum Hotspot erklärt wurde, gilt auch die Landeshauptstadt Stuttgart seit einiger Zeit als Risikogebiet.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg auch in unserem Ticker.

Trotz der Maßnahmen scheint die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht langsamer zu werden. In den vergangenen Tagen wurden die Corona-Regeln im Land immer weiter verschärft. Die Beamten der Polizei Stuttgart und der Polizeireviere im ganzen Bundesland kontrollieren die Einhaltung der Verordnungen und stellten in den letzten Tagen massive Verstöße fest, wie das Innenministerium in einer Zwischenbilanz bestätigte.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kontrollen zeigen eine erschreckende Bilanz

Die Beamten der Polizei Baden-Württemberg führten in der vergangenen Woche vom 7. bis zum 13. Dezember verstärkte Schwerpunktkontrollen durch. Kontrolliert wurde die Einhaltung der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Dazu zählen unter anderem das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, die Abstandsregel und die Kontaktbeschränkungen. Laut dem Innenministerium führte die Polizei allein im Zeitraum bis Mittwochnachmittag (9. Dezember) Kontrollen von mehr als 7.000 Personen durch. Dabei stellten sie fast 4.000 Verstöße fest.

Auch auf den Wochenmärkten in Stuttgart kontrollierte die Polizei die Einhaltung der Maskenpflicht.

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg gilt in Fußgängerzonen, auf Märkten, im öffentlichen Personennahverkehr sowie in Geschäften und Einkaufszentren eine Maskentragepflicht. In den bis Mittwoch insgesamt acht Schwerpunktkontrollen stellten die Beamten der Polizei die meisten Verstöße bei dieser Verordnung fest.

Rund 3.700 Menschen hielten sich nicht an die Maskenpflicht. Daneben stellte die Polizei rund 250 Verstöße gegen das Verbot von Ansammlungen fest. Mit Blick auf die Zwischenbilanz zeigte sich Innenminister Thomas Strobl (CDU) allerdings zufrieden. „Insgesamt kann ich sagen, dass die polizeilichen Kontrollen bislang auf große Akzeptanz und positive Resonanz in der Bevölkerung gestoßen sind.“

Coronavirus in Baden-Württemberg: Besorgniserregender Trend setzt sich fort

In den Tagen bis zum 13. Dezember führte die Polizei weitere 16 Schwerpunktkontrollen der Einhaltung der Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg durch. In diesem Zeitraum seien nach dem Innenministerium rund 19.000 Menschen kontrolliert und mehr als 10.000 Verstöße festgestellt worden. Auch bei diesen Kontrollen machte die Missachtung der Maskenpflicht mit rund 9.600 Verstößen den Großteil aus. Laut dem Ministerium legten über 500 kontrollierte Personen die Bestimmungen zur Kontaktbeschränkung falsch aus.

Seit Samstag, dem 12. Dezember, gilt in ganz Baden-Württemberg eine Ausgangsbeschränkung von 20 Uhr bis 5 Uhr morgens. Wer danach noch seine Wohnung verlässt, muss einen triftigen Grund nennen können. Allein am ersten Wochenende kontrollierte die Polizei in Stuttgart rund 500 Fahrzeuge. Der Großteil der Autofahrer hielt sich an die Verordnung. Am morgigen Mittwoch (16. Dezember) beginnt der harte Lockdown in Baden-Württemberg, dann gelten nochmals verschärfte Corona-Regeln. Die Maßnahme soll mindestens bis zum 10. Januar andauern.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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