Coronavirus in Baden-Württemberg

Stuttgart lockert still und heimlich Maskenpflicht - Chaos um Corona-Regeln: „Katastrophe“

Passanten tragen Mund-Nasenschutz, während sie durch die Innenstadt von Stuttgart gehen.
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In Stuttgart galt innerhalb des City-Rings die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg - das ist jetzt nicht mehr so.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Über die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg herrscht viel Unklarheit. In Stuttgart wurde jetzt die Maskenpflicht angepasst - doch nur die wenigsten wissen davon.

Stuttgart - In den vergangenen Wochen wurden die Maßnahmen und Regeln zum Infektionsschutz wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg immer drastischer -auch in Stuttgart. Ein neuer Plan sollte einen zweiten Shutdown verhindern.

Im Südwesten gilt jedoch bereits jetzt die höchste Warnstufe - am Donnerstag wurde der kritische Warnwert überschritten. 12.851 Menschen sind im Ländle nach aktuellem Stand mit Covid-19 infiziert. Zu den Hotspots zählt derzeit unter anderem die Landeshauptstadt Stuttgart.

Aufgrund der stark steigenden Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wurde Stuttgart daher bereits zum Risikogebiet erklärt. Die Folge: Am 14. Oktober traten neue Beschränkungen in Kraft, die sich in einer Allgemeinverfügung der Stadt nachlesen lassen. Dazu gehören unter anderem Vorgaben zur Anzahl der Personen, die sich privat treffen dürfen, sowie eine Sperrstunde. Auch ist darin geregelt, wo genau in Stuttgart eine Maskenpflicht gilt. Aufgrund dieser Regel herrscht nun jedoch große Verwirrung.

Coronavirus in Stuttgart: Regel-Chaos - Anpassung der Maskenpflicht in Innenstadt

Ursprünglich bestand nämlich in einem klar definierten Areal der Innenstadt, dem sogenannten Cityring, eine Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Stuttgart. Die große Mehrheit der Menschen hält sich bis jetzt an diese Regel - und zwar vermutlich ohne zu wissen, dass sie in Stuttgart eigentlich bereits wieder abgeschafft beziehungsweise geändert wurde.

Denn: Die Allgemeinverfügung wurde von der Stadt Stuttgart im Laufe der Woche still und heimlich angepasst. Grund dafür ist, dass in der Landeshauptstadt jetzt die Verordnung des Landes vom 19. Oktober gilt. Diese sieht eine allgemeine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen jedoch nicht vor, sondern nur „in den dem Fußgängerverkehr gewidmeten Bereichen wie Fußgängerzonen und Marktplätzen, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann“.

Aus diesem Grund nahm die Stadt Stuttgart eine Anpassung ihrer Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg vor. Sie besagt, „dass im gesamten Stadtgebiet auch im Freien Maskenpflicht gilt“. Das Areal, wo das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend ist, wurde dementsprechend sogar noch erweitert - allerdings mit einer neuen Ausnahme: Die Maskenpflicht herrscht nämlich nur „dort, wo der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann“.

Gemeint sind damit „beispielsweise [...] Fußgängerzonen, [...] belebte Plätze oder Märkte“. Diese sind in der neuen Fassung der Allgemeinverfügung der Stadt Stuttgart jedoch nicht mehr klar definiert. Ob die Maskenpflicht an einem bestimmten Ort nun besteht oder nicht, liegt dementsprechend im Ermessen der jeweiligen Bürger - und der Ordnungskräfte, die die Einhaltung der Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg kontrollieren.

Stuttgart: Chaos um Corona-Regeln - Stadt passt still und heimlich Maskenpflicht an

In den vergangenen Wochen wurden die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg immer wieder geändert. Bei vielen Bürger sorgt das Maskenpflicht-Chaos in den Corona-Risikogebieten jedoch für Verwirrung. Die Befürchtung: Bei tagesaktuellen Änderungen kann es schnell passieren, dass man in Bezug auf die derzeit geltenden Regeln von einem Tag auf den anderen nicht mehr auf dem neusten Stand ist.

„Tagesaktuell trifft vielleicht auf die Kartoffelpreise zu, aber nicht für eine Verordnung, die die Gesundheit der Bevölkerung betrifft..“, beschwert sich ein Nutzer auf Twitter über die Anpassung der Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus in Stuttgart. „Klarheit und Transparenz sind da die richtigen Mittel. Und Vorgaben dürfen nicht „tagesaktuell“ geändert werden! Klare Linie!“ Ein anderer stellt sich zudem die Frage, wer nun tatsächlich bestimmt, wann die Maskenpflicht gilt oder nicht: „Ich lauf doch nicht mit Zollstock in der Innenstadt rum“.

„Es wäre wünschenswert, dass die verbindlichen Verordnungen klar und eindeutig täglich bekannt gegeben würden“, schreibt des Weiteren ein Nutzer auf Facebook, und weiter: „Alle anderen Vorgaben und Einschränkungen sollten auf einen Blick klar erkennbar sein“. Zumindest bei der Anpassung der Maskenpflicht in Stuttgart zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg scheint noch immer viel Unklarheit zu herrschen.

Chaos um Corona-Regeln: Verunsicherung wegen geänderter Maskenpflicht in Stuttgart

So gab die Stadt am Montag zwar öffentlich bekannt, dass sich die Maßnahmen in Stuttgart an der neuen Corona-Verordnung des Landes orientieren, doch allein die Kommentare unter dem dazugehörigen Facebook-Post zeigen, dass die Information zur Maskenpflicht in der Landeshauptstadt bei den wenigsten angekommen ist. Viele sind verunsichert, ob sie den Mund-Nasen-Schutz gegen das Coronavirus in der Innenstadt nun tragen müssen oder nicht.

Ein Blick in die Fußgängerzonen Stuttgarts lässt vermuten, dass es vielen so geht. Selbst am frühen Morgen, wenn die Straßen noch unbelebt sind und ein Abstand von 1,5 Metern sicher eingehalten werden kann, tragen die meisten ihren Nasen-Mund-Schutz - das war in der Zeit vor der mittlerweile abgeschafften Maskenpflicht innerhalb des Cityrings noch nicht der Fall. „Die Kommunikation, die Art der Darstellung ist eine Katastrophe!“, lautet die allgemeine Kritik eines Facebook-Nutzers an den vielen unklaren Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg. „Unübersichtlich, verwirrend“.

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