„Wieder auf zwei Haushalte kommen“

Lockerung der Kontaktbeschränkungen: Das plant Kretschmann für Baden-Württemberg

Winfried Kretschmann spricht im Bundesrat mit Angela Merkel
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Winfried Kretschmann berät mit Angela Merkel und den anderen Länderchefs über Lockerungen
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg scheint sich zu beruhigen. Einige Lockerungen wurden bereits bestätigt - wird nun auch die Kontaktbeschränkung gekippt?

Stuttgart - Nachdem sich das Coronavirus in Baden-Württemberg in den vergangenen Monaten stärker ausgebreitet hatte, gingen die Infektionszahlen im Südwesten in den vergangenen Wochen deutlich zurück. Der bereits seit Dezember geltende Lockdown wurde bis zum 7. März verlängert und auch die in Baden-Württemberg entdeckten Virus-Mutationen bereiten ein Grund zur Sorge. Ein Virologe aus Heidelberg warnte bereits vor der Möglichkeit einer dritten Welle. Dennoch sind die Zahlen aktuell auf einem Niveau, auf dem die Landesregierung erste Lockerungen veranlasst hat. Am Montag, dem 22. Februar, öffneten beispielsweise die Grundschulen und Kitas im Land wieder und auch die Friseure und Blumenhändler dürfen in wenigen Tagen, am 1. März, wieder aufmachen.

Trotz des anhaltenden Lockdowns aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg stellt die Landesregierung bereits weitere Lockerungen in Aussicht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) informierte die Öffentlichkeit am Dienstag in der Landeshauptstadt Stuttgart über die weiteren Schritte, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

So langsam scheint durch die bereits verkündeten Lockerungen zumindest wieder ein Stück weit das Leben in die südwestdeutschen Städte zurückzukehren. Die Kontaktbeschränkungen sind jedoch noch immer streng und erlauben derzeit weiterhin nur das Treffen mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts. Demnach warten sicherlich viele auf die Pläne des Regierungschefs in Bezug auf diese Maßnahme.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kretschmann stellt Lockerung der Kontaktbeschränkung in Aussicht

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten derzeit noch einige Maßnahmen zum Infektionsschutz. Die Kontaktbeschränkung ist schon seit dem vergangenen Jahr streng. Obwohl weitreichende Lockerungen erst ab einer konstanten 7-Tage-Inzidenz von unter 35 in Kraft treten sollen, stellte Winfried Kretschmann am Dienstag eine Lockerung der Kontaktbeschränkung in Aussicht. Inwieweit diese Maßnahme gelockert werden soll, sagte der Grünen-Chef bislang nicht. Jedoch könne es auch ohne die 35-Schwelle eine leichte Öffnung geben, berichtet der SWR. Kretschmann könne sich demnach vorstellen, „dass wir wieder auf zwei Haushalte kommen.“

Doch auch die leichte Lockerung ist an eine Bedingung geknüpft. Demnach sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass Lockerungen bei der Kontaktbeschränkung erst bei einer konstanten 7-Tage-Inzidenz von unter 50 möglich seien. Derzeit liegt der Wert im Landesdurchschnitt für Baden-Württemberg bei 45,5 (Stand: 23. Februar, 16:00 Uhr).

Angesichts der Mutationen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist das Öffnungsvorhaben der Landesregierung allerdings umstritten. „Jetzt geht der Wettlauf zwischen den Bundesländern und ihren Einzelfallentscheidungen los“, kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch.

Das Vorgehen der Landesregierung sei nicht „von einem nachvollziehbaren Plan geprägt und an das Infektionsgeschehen gebunden, sondern von dem Prinzip Zufall“. Landesjustizminister Guido Wolf (CDU) verteidigte die Pläne für Baden-Württemberg dagegen, wie der SWR berichtet. Es sei der Zeitpunkt gekommen, mit behutsamen Lockerungsschritten ganz gezielt dort anzusetzen, wo besondere Härten auftreten. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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