Kellerparty mit Folgen

23-Jährige feiert trotz Corona Geburtstagsparty - jetzt hagelt es Anzeigen

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg sind private Feiern in großem Stil aktuell nicht erlaubt. Das hielt eine 23-Jährige in Stuttgart nicht davon ab, eine groß angelegte Geburtstagsparty zu schmeißen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg führt durch die rasche Ausbreitung wieder zu drastischen Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Im Kampf gegen die Pandemie beschlossen Bund und Länder einen Teil-Lockdown, der am Montag vor zwei Wochen in Kraft trat. In den Innenstädten herrscht seit einiger Zeit eine Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Die neu verfassten Corona-Regeln sehen auch eine drastische Begrenzung der Kontakte vor. So dürfen sich beispielsweise nur noch Personen aus zwei Haushalten im privaten Raum treffen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg soll auf private Feiern gänzlich verzichtet werden, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Montagabend nach dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Regierungschefs noch einmal betonte. Eine 23-Jährige aus der Landeshauptstadt Stuttgart schien diese Verordnung wenig zu interessieren. Sie feierte eine heimliche Geburtstagsparty mit mindestens 15 Teilnehmern in einem Mehrfamilienhaus im Heusteigviertel, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtete. Den Partygängern drohen nun mehrere Anzeigen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Illegale Geburtstagsparty - Polizei muss eingreifen

Die Corona-Verordnungen treffen schon seit dem Ausbruch der Pandemie auf Kritik von bestimmten Bevölkerungsgruppen. Immer wieder muss die Polizei in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg eingreifen. Ende September feierten Jugendliche eine illegale Party unter einer Autobahnbrücke bei Hockenheim, die von der Polizei aufgelöst werden musste. Auch in der Nacht auf Sonntag wurden Beamte wegen einer illegalen Party zu einem Mehrfamilienhaus im Stuttgarter Heusteigviertel gerufen. Zuvor waren mehrere Anzeigen wegen Ruhestörung eingegangen, wie die StZ berichtete.

Trotz der Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg feierte eine 23-Jährige in der Nacht auf Sonntag eine Geburtstagsparty. Die Feier fand in einem ehemaligen Kohlekeller im Untergeschoss eines Mehrfamilienhauses statt. Laut der StZ gingen die Teilnehmer möglichst heimlich, mit Taschenlampen in den Keller, um anschließend zu lauter Musik zu feiern. Die Musik war jedoch so laut, dass sie bis auf die Straße zu hören war. Mehrere Anwohner beschwerten sich bei der Polizei. „Ursprünglich war von einer Ruhestörung die Rede“, sagte Polizeisprecherin Monika Ackermann der StZ, „und dann stießen die Beamten auf eine Kellerparty mit überwiegend jungen Leuten“.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Party verletzt Verordnungen deutlich - mehrere Anzeigen zu erwarten

Trotz der steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg und dem Teil-Lockdown feierten dort mindestens 15 Personen eine Party.

Die 23-Jährige aus Stuttgart hatte nicht mehr viel von ihrem Geburtstag. Die Polizei löste die illegale Geburtstagsparty im Heusteigviertel gegen 0:50 Uhr auf. Nach Angaben der StZ hielten sich die Teilnehmer weder an die Maskenpflicht noch an den Mindestabstand und verstießen auch gegen die Kontaktregel, die besagt, dass sich nur maximal 10 Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. „Bei 15 Personen wurden die Personalien erhoben und Anzeigen gefertigt“, sagte die Polizeisprecherin der StZ. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass deutlich mehr Personen anwesend waren, die vor dem Eintreffen der Beamten die Party verlassen hatten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die Folgen der illegalen Geburtstagsparty in Stuttgart

Durch die Missachtung der Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg müssen die Teilnehmer der Party mit Bußgeldern rechnen. Die Stadt Stuttgart sieht laut dem Bußgeldkatalog (Stand: 3. November) bei einer Teilnahme an privaten Veranstaltungen mit mehr als den zulässigen Teilnehmern eine Strafe zwischen 100 und 1.000 Euro vor. Der Regelsatz beträgt 150 Euro pro Person. Das Veranstalten einer illegalen Feier wird dagegen mit einem deutlich höheren Betrag bestraft. Der Rahmen liegt hierbei zwischen 250 und 10.000 Euro, wobei der Regelsatz 500 Euro beträgt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

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