12.000 Insolvenzen befürchtet

Wirtschaft in Panik: 12.000 Händler in Baden-Württemberg könnten Lockdown nicht überleben

  • Julian Baumann
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Durch die ernste Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg tritt ab heute ein harter Lockdown in Kraft. Der Handelsverband rechnet damit, dass viele Händler die Maßnahme nicht überleben.

Stuttgart - Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg spitzt sich weiter zu. Täglich meldet das Landesgesundheitsamt eine hohe Zahl an Neuinfektionen und auch die Zahl der Todesfälle steigt. Die Landeshauptstadt Stuttgart gilt bereits seit einigen Wochen als Risikogebiet.

Die 7-Tage-Inzidenz, die Neuinfektion innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner angibt, steigt im gesamten Bundesland immer weiter. Inzwischen haben die meisten Stadt- und Landkreise die kritische Marke von 200 überschritten, einige liegen sogar bereits über 300. Da der von Bund und Länder beschlossene Teil-Lockdown im November nicht den erhofften Erfolg brachte, gilt ab diesem Mittwoch ein harter Lockdown.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg auch in unserem Ticker.

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bedeutet der verschärfte Lockdown drastische Folgen für den Handel. Ab dem heutigen Mittwoch müssen Geschäfte, Läden und Dienstleister wie Friseure geschlossen bleiben. Die Maßnahme soll bis mindestens 10. Januar andauern. Laut dem Handelsverband Baden-Württemberg könnten viele Händler diese lange Zeit ohne Einnahmen nicht überleben, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wegen Lockdown - Handelsverband rechnet mit vielen Insolvenzen

Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat insgesamt bereits fatale Folgen für die Wirtschaft. Die Händler im Land sind davon ganz besonders betroffen und müssen sich bereits seit Beginn der Pandemie immer wieder anpassen. Basierend auf den bisherigen Maßnahmen ging der Handelsverband von rund 6.000 coronabedingten Geschäftsschließungen und Insolvenzen in den nächsten zwei Jahren aus.

Der harte Lockdown hat fatale Auswirkungen auf die Wirtschaft (Archivfoto)

Der neue Lockdown werde die Lage im Einzelhandel jedoch nochmals verschärfen, sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg der dpa. „Die Zahl wird sich auf jeden Fall deutlich erhöhen“.

Durch den harten Lockdown im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geht der Verband im schlimmsten Fall von einer Verdopplung der vermuteten Zahl auf insgesamt 12.000 Schließungen und Insolvenzen aus. Das gelte vor allem dann, wenn die Händler nicht schnell ausreichende staatliche Hilfen bekämen, sagte Sabine Hagmann der dpa. Sie fordere für die Betriebe Zuschüsse nach dem Vorbild der November- und Dezemberhilfen für das Gastrogewerbe. Die Händler schlugen schon im Vorfeld des harten Lockdowns vor Weihnachten Alarm.

Am Dienstag, dem 15. Dezember, war wegen des Lockdowns der letzte offizielle Verkaufstag in diesem Jahr. Für stationäre Einzelhändler in Baden-Württemberg verlief dieser Tag jedoch nicht zufriedenstellend. „Gemessen daran, dass heute die letzte Möglichkeit für viele Menschen für einen Einkauf ist, ist es in den Städten sehr leer“, sagte Sabine Hagmann am Dienstag der dpa.

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