Amt sieht positive Signale

Zwei Wochen Lockdown: Was die Maßnahmen in Baden-Württemberg wirklich bewirkt haben

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist weiter auf dem Vormarsch. Seit zwei Wochen gilt im ganzen Bundesland ein Teil-Lockdown - das Landesgesundheitsamt zieht eine erste Bilanz.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hält das Bundesland nun bereits seit über zehn Monaten in Atem. Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr beschloss die Landesregierung weitreichende Maßnahmen zum Infektionsschutz. Nachdem die Infektionszahlen im Laufe des Jahres immer weiter gesunken waren, wurden auch die Verordnungen schrittweise wieder gelockert.

Vor einigen Wochen stieg die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder rasant an. Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, beschlossen Bund und Länder einen Teil-Lockdown, der am Montag vor zwei Wochen in Kraft trat. Seitdem gelten wieder drastische Beschränkungen. Freizeiteinrichtungen müssen geschlossen bleiben und es dürfen sich nicht mehr als 10 Personen versammeln.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Nach zwei Wochen Lockdown - erste Bilanz zur Lage

Der Landkreis Esslingen überschritt als erster die kritische Marke an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg und zeigte, was dem Rest des Landes drohen könnte. Wenig später wurde auch die Landeshauptstadt Stuttgart zum Risikogebiet erklärt. Nachdem zunächst eine allgemeine Maskenpflicht in den Innenstädten eingeführt wurde, die dann einzuhalten ist, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht möglich ist, setzte die Regierung den Teil-Lockdown in Kraft. Inzwischen lebt die Bevölkerung von Baden-Württemberg seit zwei Wochen mit den verschärften Maßnahmen, das Landesgesundheitsamt zieht eine erste Bilanz.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Baden-Württemberg gibt es in unserem Ticker.

Laut Robert Koch-Institut sei es für ein Urteil zwar noch zu früh. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart sieht jedoch positive Signale in Baden-Württemberg, wie die dpa meldet. „Wenn sich die aktuelle Tendenz fortsetzt, wird die Anzahl der Neuinfektionen weiter sinken“, sagt die Leiterin des Amts, Karlin Stark. Derzeit gebe es keinen exponentiellen Anstieg mehr.

Es habe jedoch auch nach dem Inkrafttreten des Lockdowns täglich mehr Neuinfektionen als rechnerisch Genesene in Baden-Württemberg gegeben, sagte Stark nach Angaben der dpa. Nun komme es darauf an, wie konsequent die Menschen weiterhin zum Schutz vor dem Coronavirus ihre Kontakte einschränken.

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ist die Einhaltung der Verordnungen elementar. Laut Innenminister Thomas Strobl (CDU) halten sich die meisten Menschen an die Regeln, wie die dpa berichtet. Es gebe jedoch auch immer wieder Ausreißer. Die Polizei hätte in Baden-Württemberg zwischen dem 2. und dem 12. November mehr als 20.000 Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen festgestellt, erklärte Strobl. In den meisten Fällen hätten die Personen die Maskenpflicht missachtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lage in Schulen und der Gastronomie

Der erste Lockdown im Kampf gegen das Coronavirus führte zur temporären Schließung der Bildungseinrichtungen in Baden-Württemberg. Das versuchte das Kultusministerium mit dem Teil-Lockdown nach Möglichkeit zu vermeiden. Laut Angaben des Ministeriums gelinge das offenbar überwiegend, wie die dpa berichtet.

Bis zum Wochenende seien nur an weniger als jeder zehnten Schule im Land Klassen oder Gruppen aufgrund von Corona-Infektionen oder Verdachtsfällen aus dem Präsenzunterricht genommen worden, erklärt das Ministerium. In ganz Baden-Württemberg mussten fünf Schulen komplett geschlossen werden. Die ständigen Änderungen zu Maskenpflicht und Quarantäneregeln seien jedoch eine große Herausforderung gewesen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Zwischenbilanz nach zwei Wochen Lockdown.

Im Gegensatz zu den Bildungseinrichtungen wurden die Gastronomiebetriebe nahezu komplett runtergefahren. Viele Gastronomen und Hoteliers bringe die Lage durch das Coronavirus in Baden-Württemberg in Existenznöte, sagte Daniel Ohl, Landessprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, nach Angaben der dpa.

Die Umsätze die aktuell noch erlaubt seien, deckten in den meisten Fällen nicht annähernd die Kosten der Betriebe. Viele Restaurants sind auf den Außer-Haus-Verkauf umgestiegen, Hotels machen fast nur noch Umsatz mit der Beherbergung von Dienstreisenden. Die Branche warte nun dringend auf die angekündigten Novemberhilfen, sagte Ohl laut Angaben der dpa.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

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