Maßnahmen gegen Coronavirus

Stuttgart führt Sperrstunde und Alkoholverbot im ganzen Stadtgebiet ein

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In Stuttgart steigen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus noch immer. Um die Ausbreitung zu stoppen werden die Maßnahmen deshalb immer strenger.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist weiter auf dem Vormarsch. Inzwischen sind hierzulande über 61.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Der Landkreis Esslingen rief als erstes die Corona-Alarmstufe aus und verschärfte die Maßnahmen. Inzwischen droht ganz Baden-Württemberg den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen zu sprengen.

Auch die Landeshauptstadt Stuttgart ist Risikogebiet. Die rasante Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg hat inzwischen die Landesregierung zum Handeln bewegt. In Baden-Württemberg gilt die höchste Warnstufe mit neuen Beschränkungen. Landesweit gilt beispielsweise eine Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen wie Fußgängerzonen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellte bereits ein Lockdown-Ultimatum.

Sollten die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg in zehn Tagen noch keine Wirkung zeigen, droht dem Land ein erneuter Lockdown. Ministerpräsident Winfried Kretschmann will das unbedingt verhindern. In Stuttgart werden die Regeln der Corona-Verordnung deshalb erneut verschärft.

Wieder strengere Corona-Maßnahmen in Stuttgart: Stadt will Lockdown um jeden Preis verhindern

In Stuttgart sind inzwischen über 4.000 Menschen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert. Alleine in den letzten sieben Tagen kamen über 500 Neuinfektionen dazu. Noch sind die Beschränkungen offenbar nicht wirksam genug. Die Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg werden deshalb von Wissenschaftlern geprüft.

Coronavirus in Baden-Württemberg: In Stuttgart wird wegen steigender Infektionszahlen der Verkauf von Alkohol eingeschränkt (Symbolbild).

Im Auftrag des Wissenschaftsministeriums sollen sich die Forscher unter anderem stärker mit der Rolle der Aerosole bei Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg beschäftigen. Zwar rechnet Baden-Württemberg Ende 2020 mit einer Corona-Impfung. Bis dahin wird die Stadt Stuttgart aber die Corona-Maßnahmen weiter verschärfen. Im gesamten Stadtgebiet werden deshalb eine Sperrstunde und ein Alkoholverbot eingeführt.

Maßnahmen gegen das Coronavirus in Stuttgart: Stadt führt Sperrstunde und Alkoholverbot ein

Wie die dpa berichtet, ist in Stuttgart der Betrieb von Gaststätten zwischen 23 Uhr abends und 6 Uhr morgens untersagt. Damit werden Maßnahmen umgesetzt, die in der vergangenen Woche von Bund und Ländern beschlossen worden waren. Darüber hinaus wird der Verkauf von Alkohol weiter eingeschränkt.

Stuttgart verbietet den Ausschank von alkoholischen „To-go“-Getränken im gesamten Stadtgebiet ganztägig. Die verschärften Corona-Maßnahmen werden an diesem Donnerstag wirksam und sollen zunächst bis zum 8. November andauern. „Wir führen die Sperrstunde ein, weil sie ein weiteres Instrument ist, vor Infektionen zu schützen“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn.

Ausnahmen von der Sperrstunde soll es für die Bewirtung von Übernachtungsgästen geben, sofern nur Speisen und alkoholfreie Getränke abgeben werden. Kritikern der Corona-Maßnahmen dürfte die Verschärfung nicht gefallen. Immer wieder fordern Experten, die Beschränkungen zu lockern und auf die Herdenimmunität zu setzen. Deutsche Virologen warnen aber vor einer „unkontrollierten Ausbreitung in alle Bevölkerungsteile.“

Rubriklistenbild: © picture alliance/Uwe Zucchi/dpa

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