Private Feiern beschränkt

Infektionszahlen rasant gestiegen: Stuttgart überschreitet Alarmwert und beschließt neue Beschränkungen

  • Lisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt weiter an. Nun hat auch die Stadt Stuttgart den kritischen Wert der Neuinfektionen überschritten - und hat strengere Maßnahmen beschlossen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte nicht nur zu weitreichenden Einschränkungen des sozialen Lebens, sondern auch zu etlichen Verboten und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus. Die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann lockerte bereits mehrfach die Corona-Regeln, um der Bevölkerung einen Alltag trotz Coronavirus in Baden-Württemberg zu ermöglichen.

Die Sorge wächst derzeit jedoch, dass einige Lockerungen möglicherweise zu früh kamen - aktuell steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wieder an. So verzeichnete beispielsweise die Stadt Heilbronn über mehrere Wochen so viele Neuinfektionen, dass ein Shutdown kurz bevor stand. Experten warnen vor einer zweiten Infektionswelle im Herbst, bei der sich das Coronavirus in Baden-Württemberg wieder verstärkt ausbreiten könnte.

Coronavirus in Stuttgart: Kritischer Wert überschritten - Maßnahmen drohen

Die Angst vor einem erneuten Shutdown ist groß - die Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg auf die Wirtschaft sind massiv. Auch das Coronavirus in Stuttgart verbreitet sich aktuell wieder schneller: Nun wurde im Stadtkreis der kritische Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts haben sich in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart innerhalb der vergangenen Woche 35,4 Personen pro 100.000 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Angesichts steigender Infektionszahlen wurden deshalb weitere Corona-Auflagen und verschärfte Kontrollen beschlossen.

Zum Schutz vor dem Coronavirus in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg dürfen ab dem 9. Oktober private Feiern nur noch eingeschränkt stattfinden. Die Regelung gilt zunächst bis zum 25. Oktober, wie aus der Pressemitteilung der Stadt Stuttgart hervorgeht. Private Zusammenkünfte in Privaträumen sind demnach nur noch möglich, wenn weniger als 25 Personen zusammenkommen. In öffentlichen oder angemieteten Räumen gilt im Rahmen der Corona-Vorwarnstufe in Stuttgart eine Beschränkung auf 50 Personen (Heidelberg24* berichtete).

Wer sich nicht an die neuen Maßnahmen der Coronavirus-Warnstufe in Stuttgart hält, muss mit „unmittelbarem Zwang“ rechnen, wie Echo24* berichtete. Zudem werden Verstöße mit mindestens 250 Euro Bußgeld geahndet, im Einzelfall sind bis zu 25.000 Euro möglich. „Jeder von uns kann selbst dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen“, wird Oberbürgermeister Fritz Kuhn in der Meldung zitiert.

Vor Stuttgart hatte auch der Kreis Esslingen bereits die sogenannte Vorwarnstufe erreicht. Mit 40,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ist die Lage dort besonders kritisch. Doch auch in Stuttgart könnten weitere Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg drohen, sollten die Infektionszahlen nicht zurückgehen.

So wäre etwa eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen auf den Unterricht möglich. Zudem könnte der Ausschank von Alkohol in der Gastronomie untersagt und der Betrieb auf den Außenbereich beschränkt werden. Veranstaltungen könnten eingeschränkt, Maßnahmen verschärft und Bußgelder erhöht werden. Bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner können lokal auch die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wieder eingeführt werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg und Stuttgart verbreitet sich wieder schneller - neues Konzept erlaubt strengere Regeln

Um einen erneuten Shutdown zu vermeiden, hatte die Landesregierung Mitte September ein Drei-Stufen-Konzept eingeführt, das die zuvor geltenden Corona-Regeln in Baden-Württemberg ergänzte. Je nach Infektionsgeschehen können die einzelnen Landkreise und Kommunen nun zu strengeren Maßnahmen greifen, um die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zu vermeiden. Das Konzept soll flächendeckende und landesweite Einschränkungen wie im März und April möglichst verhindern.

Derzeit steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg in nahezu allen Landkreisen wieder an. Seit Mitte Juni dürfen Deutsche wieder in ausgewählten Ländern Urlaub machen. Seitdem nehmen auch die Infektionsfälle durch Personen, die sich im Ausland angesteckt haben, deutlich zu. So haben Urlauber aus Prag mehrere Menschen aus verschiedenen Landkreisen infiziert, weil sie am Tag ihrer Rückkehr eine Party und am Folgetag eine größere Familienfeier besuchten.

Auch private Feiern werden zunehmend zum Problem und beschleunigen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg. Eine Geburtstagsparty im Kreis Reutlingen beispielsweise wurde zum Superspreader-Event: Mehr als 550 Personen mussten in Quarantäne, mehrere Schulen und Fußballvereine waren betroffen. *Heidelberg24 und Echo24 sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat

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