Umfrage zur Impfbereitschaft

Angst vor Nebenwirkungen: Jeder Vierte will sich nicht gegen Corona impfen lassen

Ein Mann hält im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen eine Spritze in der Hand, mit der einer jungen Frau, die erste Probandin, ein möglicher Wirkstoff gegen das Coronavirus gespritzt wurde. Der Wirkstoff kommt von der Tübinger Firma Curevac.
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Wie wirkt sich ein möglicher Corona-Impfstoff auf den Alltag aus?
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Corona-Impfung könnte die Pandemie endlich beenden. Laut einer Umfrage will sich jedoch jeder Vierte in Baden-Württemberg nicht impfen lassen - aus Angst vor Nebenwirkungen.

Stuttgart - Der Kampf gegen das Coronavirus dauert nun schon seit Monaten an. Laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist eine Rückkehr zur Normalität erst mit einem Impfstoff möglich. Als die Infektionszahlen im Herbst wieder stark anstiegen, einigten sich Bund und Länder auf einen Teil-Lockdown.

Durch diese Maßnahme bleiben die Zahlen aktuell auf einem gleichbleibenden Niveau. Das gefährliche Virus ist jedoch noch nicht besiegt. Erst eine breite Immunität in der Bevölkerung kann die Pandemie beenden. Baden-Württemberg rechnet Ende 2020 mit einer Corona-Impfung und trifft bereits seit Oktober intensive Vorbereitungen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Umfrage zur Impfbereitschaft der Bevölkerung

Die Impfung gegen das Coronavirus wird von vielen Menschen heiß ersehnt. Zu den vielversprechendsten Präparaten zählt der Corona-Impfstoff des Unternehmens CureVac aus Tübingen. Aber auch andere Unternehmen forschen intensiv und melden Erfolge. Nun rückt eine Impfung gegen das Coronavirus in greifbare Nähe. Laut einer Umfrage will sich jeder vierte Baden-Württemberger dennoch nicht impfen lassen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Die erste Lieferung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus soll im Laufe des Dezembers in Baden-Württemberg eintreffen. Ab Mitte des Monats will das Bundesland mit Impfungen beginnen und stellte bereits einen Plan vor, wie die Menschen in Baden-Württemberg geimpft werden sollen.

Die Krankenkasse Barmer veröffentlichte nun eine Umfrage zur Impfbereitschaft. Laut den Ergebnissen will sich fast die Hälfte der Bevölkerung impfen lassen, es gibt jedoch auch Zweifler, die sich vor Nebenwirkungen fürchten, wie die dpa berichtet.

Im Rahmen der Studie befragte die Barmer-Krankenkasse 2.000 Teilnehmer zu ihrer Impfbereitschaft. 48 Prozent der Befragten gaben an, sich gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg impfen lassen zu wollen. Durch eine Impfung schützte man nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen, die sich selbst nicht immunisieren lassen können, sagte Barmer-Landesgeschäftsführer Winfried Plötze laut der dpa. „Sich gegen Corona impfen zu lassen, ist gelebte Solidarität.“

Corona-Impfung in Baden-Württemberg: Jeder Vierte hat Angst vor Nebenwirkungen

Laut der Umfrage der Barmer-Krankenkasse erklärte jeder vierte Befragte, dass für ihn eine Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht infrage käme. Als Grund für die Weigerung gaben die Befragten an, Angst vor Nebenwirkungen und Bedenken wegen der Wirksamkeit zu haben, wie die dpa berichtet. Außerdem zweifelten sie an der Sicherheit der Impfstoffe. Eine generelle Ablehnung einer Impfung stecke jedoch nicht dahinter.

Im Kampf gegen das Coronavirus ist eine Impfung sicherlich ein großer Schritt. Ein Virologe aus Freiburg erklärte jedoch, warum der Corona-Impfstoff keine schnelle Rettung bringt und weshalb ein langer Lockdown drohen könnte. Laut Experten könnte eine Rückkehr zur Normalität ohne Maske und Abstand trotz eines Impfstoffs noch Jahre dauern.

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