Gutscheine für FFP2-Masken

Kleinkinder in Stuttgart bekommen FFP2-Berechtigungsschein - abstruse Theorien im Umlauf

Eine Seniorin hält zwei Berechtigungsscheine von der Bundesregierung für jeweils sechs Schutzmasken mit hoher Schutzwirkung in den Händen (gestellte Szene).
+
Mit den Berechtigungsscheinen können sich Risikogruppen jeweils sechs FFP2-Masken abholen - mit einer Eigenbeteiligung von 2 Euro.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Durch die anhaltende Gefahr aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg erhalten Risikogruppen eine limitierte Anzahl an Gratis-Masken - mehrere ungewöhnliche Fälle führten zu abstrusen Theorien.

Stuttgart - Durch die wieder steigende Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in den letzten Monaten wurde der seit Dezember geltende Lockdown kürzlich bis zum 14. Februar verlängert. Die Lage im Südwesten scheint sich zwar nach und nach zu bessern. Stand heute befinden sich drei Landkreise in Baden-Württemberg unter einer 7-Tage-Inzidenz von 35. Dennoch wurden die Maßnahmen zum 25. Januar noch mal deutlich verschärft. Dazu gehört unter anderem auch, dass im Nahverkehr und beim Einkaufen nur noch medizinische Masken erlaubt sind. Darunter fallen drei verschiedene Maskenarten.

Seit der Verschärfung der Maskenpflicht sind nur noch OP-Masken oder FFP-Masken mit Zertifizierung zulässig. Den besten Schutz gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg bieten nach Meinung der Experten die FFP2-Masken. Die sind jedoch nicht gerade günstig, was einen Stuttgarter CDU-Politiker zu einer drastischen Forderung verleitete. Schon seit Ende vergangenen Jahren erhalten Risikogruppen eine limitierte Anzahl solcher Masken allerdings kostenlos bei den Apotheken im Land. Bereits am ersten Ausgabetag wurden die Apotheken in Baden-Württemberg überrannt. Seit einiger Zeit ist eine Abholung nur noch mit zugeschickten Berechtigungsscheinen möglich. Dabei gab es nun jedoch Verwirrung, wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Masken-Abholschein an Kleinkinder versandt

Zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg können sich Bürger über 60 Jahre bei den Apotheken im Land maximal zwölf FFP2-Masken abholen. Seit Jahresbeginn ist dafür jedoch ein Berechtigungsschein notwendig und es fallen zwei Euro Eigenbeteiligung für jeweils sechs Stück an. Da die Masken mit einem Preis zwischen vier und sechs Euro ansonsten nicht gerade billig sind, hätten wohl viele ebenfalls gerne solche Berechtigungscoupons. Eigentlich sollten diese Bescheinigungen von den Bundesbehörden an die Risikogruppen versandt werden, dabei kam es nun jedoch zur Verwirrung.

Laut den StN kam es in den vergangenen Tagen in ganz Deutschland zu Fällen, bei denen die Berechtigungsscheine für die FFP2-Masken an die offenbar falsche Adresse versandt wurden. „Unser Enkel Oskar hat vor ein paar Tagen Berechtigungsscheine für FFP2-Masken bekommen. Er ist drei Jahre alt“, schrieb eine Familie aus der Landeshauptstadt Stuttgart an die Zeitung. Wenig später habe auch ein Freund des Kindes einen solchen Gutschein erhalten. Über den Grund der falschen Zusendungen kursieren im Netz kuriose Gerüchte. Aufgrund des Datenschutzes könnten die Behörden das Geburtsjahr der Bürger nicht einsehen und würden die Berechtigungsscheine basierend auf den Vornamen verschicken, lautet eine Theorie.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Was ist dran an den Theorien? Krankenkasse klärt auf

Die Berechtigungsscheine für die FFP2-Masken zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind eigentlich für die Risikogruppen, also über 60-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen, gedacht. Dass nun statt den Großeltern die Enkel diese Gutscheine erhalten, ist allein deshalb ungewöhnlich, weil Kinder in diesem Alter nicht zum Tragen einer Maske verpflichtet sind. Liegt es also wirklich an dem Datenschutz und einem abstrusen Auswahlverfahren? Daran, dass die Behörden bei dem Namen „Thomas“ von einem jüngeren und bei „Oskar“ von einem älteren Menschen ausgehen?

Nein, heißt es von der Krankenkasse Barmer. Die Zusendungen nicht vom Alter, sondern von möglichen Vorerkrankungen wie Asthma abhängig, heißt es in einem Presseschreiben. Bei der AOK Baden-Württemberg haben rund 1,65 Millionen von insgesamt über 4,5 Millionen Versicherten eine Berechtigung für die Zusendung der Gutscheine. „Wir führen die Datenselektion und Versandorganisation im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durch. Die Vorgaben – Alter und Vorerkrankungen am Stichtag 15. Dezember 2020 – sind ganz klar“, sagte eine Pressesprecherin der Krankenkasse den StN. Die Berechtigungsscheine für die über 75 und über 70-Jährigen seien bereits versandt worden und die über 60-Jährigen würden ihre Gutscheine Anfang Februar erhalten.

Das erklärt zwar noch immer nicht, wieso Kinder im Alter von drei Jahren Gutscheine für FFP2-Masken zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg erhalten haben, die AOK prüfe aktuell jedoch den Verlauf der ersten Versandrunde. „Hilfsmerkmale wie Vornamen“ seien jedoch nicht zur Auswahl der berechtigten Person herangezogen worden, sagte die Sprecherin den StN.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare