Hilfsprogramm über 300.000 Euro

Stuttgart droht ein massives Club-Sterben - Nothilfen sollen jetzt das Schlimmste verhindern

Gäste tanzen auf der Tanzfläche im Kings Club in Stuttgart.
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Die Corona-Krise stürzt die Clubs in Stuttgart in die Existenznot.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Seit Monaten kämpfen Stuttgarter Clubs wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg ums Überleben. Nun hat die Stadt den Betreibern ein Hilfsprogramm versprochen.

Stuttgart - Einst pulsierte in der Landeshauptstadt Stuttgart das Nachtleben. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Baden-Württemberg im März steht die Clubszene im Kessel still. Während andere Branchen wenigstens zwischendurch die ein oder andere Lockerung erlebten, waren die Clubs durchgehend gesperrt.

Das Motto für die Clubs: Stecker raus, Licht aus, Party vorbei. Viele Monate kämpfen die Betreiber nun ums nackte Überleben. Manche Locations waren gezwungen, ihre Schotten komplett dicht zu machen. Beispielsweise der Stuttgarter Kings Club musste wegen Corona schließen. Vom sogenannten „Clubsterben“ ist immer wieder die Rede.

Clubs in Stuttgart droht wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg das Aus

Die Stadt Stuttgart will den Betreibern von Clubs und Kulturstätten jetzt ein wenig unter die Arme greifen. Der Verwaltungsausschuss des Stuttgarter Gemeinderats hat am Mittwoch einstimmig eine Sonder-Entschädigung für den Zeitraum von April bis Juni 2020 genehmigt. Das berichtete die Stuttgarter Zeitung.

Von der finanziellen Spritze sollen Clubs und Spielstätten mit einer Kapazität von bis zu 1.000 Besuchern profitieren. Dadurch würden besonders Betreiber mit hohen Fixkosten entlastet, heißt es. 300.000 Euro Volumen stecken in dem Hilfsprogramm.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die Stadt Stuttgart will Clubs mit einer Finanzspritze helfen

Schon jetzt rechnet die Stadt nach Angaben der StZ mit knapp 20 Anträgen von Club-Betreibern in Stuttgart. Falls das Geld nicht ausreicht, wollen die Verwaltung und die Fraktionen über eine Aufstockung reden. Zustande kam die Hilfsaktion über einen interfraktionellen Antrag im Gemeinderat Stuttgart, mit dem man die Clubs und Livemusik-Lokale zu wichtigen Bausteinen des Kulturlebens erklärt hat.

Vom 8. Dezember an können Betreiber von Clubs und Kulturstätten Anträge bei der Stadt Stuttgart stellen. Die finanziellen Zuwendungen werden auf Basis der Fixkosten berechnet. So wird es möglich, zusätzlich zu den Hilfen von Bund und Land Bedarfe bei der Stadt anzumelden. Größere Spielstätten wie das LKA-Longhorn, das Wizemann oder die Wagenhallen bekommen zinsfreie Darlehen.

Immer wieder stellt die Polizei Stuttgart Verstöße gegen die Corona-Ordnungen fest: Illegale Partys machen Schlagzeilen. Im Oktober stellte der Interessenverband der Clubs in Stuttgart deshalb einen Plan auf, der illegale Partys verhindern und das Nachtleben retten soll.

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