Coronavirus in Baden-Württemberg

Schulöffnungen in Baden-Württemberg: So soll der Unterricht nach Ostern ablaufen

Drei Schüler gehen mit Schulranzen zum Eingang einer Grundschule in Prenzlauer Berg.
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Nach Ostern sollen alle Schüler wieder in die Schule, mit Einschränkungen.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Viele Neues rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg gab es in den letzten Tagen. Nun erklärte Winfried Kretschmann, wie es nach Ostern in den Schulen weitergehen soll.

Stuttgart - Für die Schüler und Schülerinnen ist der Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg wohl mit am härtesten: Mal dürfen sie in die Schule gehen, dann müssen sie wieder von zu Hause aus lernen, dann ist der Präsenzunterricht wieder nur mit Maske möglich oder sie müssen zurück in den Wechselunterricht. Es ist ein wahres Wirrwarr, das nicht nur die Nerven von Schülern und Eltern auf die Probe stellt.

Am Mittwoch gab es viel zu besprechen im Landtag, nachdem sich Anfang der Woche die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer Bund-Länder-Konferenz getroffen haben, um über das weitere Vorgehen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und im Rest von Deutschland zu beraten. Vieles sei noch ungewiss, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und bezog sich darauf vor allem auf die Osterruhe, die nur kurze Zeit später von Angela Merkel wieder zurückgenommen wurde.

Wird es eine Testpflicht im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg an Schulen geben?

Eines ist jedoch offenbar klar: Der Unterricht soll nach Ostern wieder für alle Klassenstufen ermöglicht werden. Nach den Osterferien sollen Kinder und Jugendliche schrittweise an die Schulen zurückkehren können - und regelmäßig Coronatests machen können. Winfried Kretschmann hält Tests für wichtig, denn die britische Mutation sei vor allem bei Schülern hochgefährlich. Voraussetzung für die Rückkehr sei, dass neben Lehrkräften eben auch die Schüler zweimal wöchentlich getestet würden, sagte Kretschmann. Testmöglichkeiten würde es nach den Ferien geben.

Ein Schüler macht einen vorderen Nasenabstrich bei sich selbst: Coronatests könnten an Schulen zur Pflicht werden.

Bereits nächste Woche will sich Winfried Kretschmann mit Vertretern von Eltern, Lehrern und Schulleitern über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg an Schulen zusammensetzen und beraten. Ein klares Konzept bei Schulöffnungen hatten sich Eltern bereits gewünscht. „Wir haben das Ziel, perspektivisch allen Klassenstufen eine Chance auf Wechselunterricht einzuräumen - unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen.“ Könnte das bedeuten, dass eine Testpflicht an Schulen eingeführt wird?

Winfried Kretschmann schließt eine Testpflicht an Schulen nicht aus. „Wenn wir viel Präsenz ermöglichen wollen, brauchen wir eine hohe Teilnehmerquote“, so der grüne Regierungschef. Momentan werde eine Testpflicht rechtlich geprüft.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Je nach Inzidenzwert unterschiedliche Unterrichtsmodelle

Wie Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz dem SWR erklärte, müsse einen Stufenplan geben, „um es trotzdem allen Kindern zu ermöglichen, nach Ostern zumindest für einige Tage in der Woche Unterricht in Präsenz zu erhalten“. Orientierung schaffe dabei die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen im jeweiligen Stadt- oder Landkreis.

In Hotspots mit einer Inzidenz von über 200 sollen Schulen geschlossen werden und Schüler ausschließlich virtuell unterrichtet werden. Liege die Inzidenz unter diesem Wert sei es möglich, die Schüler im Hybridunterricht, im Wechselunterricht oder vor Ort unterrichten zu können. Im April vergangenen Jahres mussten die Schulen und Kitas das erste Mal wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg schließen. Eine Testpflicht in Verbindung mit einem Stufenplan könnte Schülern, Eltern und Lehrern den Alltag wieder erleichtern.

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