Baden-Württemberg öffnet Schulen

Präsenzunterricht an Schulen startet - und schon droht wieder die Schließung

  • Valentin Betz
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Bundesweit gilt bald die „Corona-Notbremse“ mit strengen Regeln. Baden-Württemberg will an Schulen trotzdem in den Präsenzunterricht zurückkehren.

Stuttgart - Trotz strenger Maßnahmen breitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg wieder verstärkt aus. Die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel hat inzwischen eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes angestoßen. Mit dieser „Bundesnotbremse“ will man den Kampf gegen das Coronavirus vereinheitlichen. Trotz dieser drohenden Bremse will Baden-Württemberg nun allerdings die Schulen wieder nahezu vollständig öffnen.

Bereits Mitte März war Baden-Württemberg wieder teilweise zum Präsenzunterricht zurückgekehrt, Eltern waren ob der Schulöffnung ohne klares Konzept wütend. Nach Ostern starteten die Schulen deshalb zunächst auch wieder ohne Präsenz. Wie der SWR berichtet, sollen die Schüler im Südwesten ab kommender Woche jedoch in den meisten Regionen wieder vor Ort unterrichtet werden.

Präsenzunterricht trotz Coronavirus: Baden-Württemberg schickt Schüler wieder in die Schulen

Eine wirkliche Verbindlichkeit scheint es aber seitens der Landesregierung von Baden-Württemberg nicht zu geben. Laut dem SWR sollen Schulen im Südwesten ab dem 19. April einen Wechselbetrieb aus Präsenz- und Fernunterricht anbieten - oder eben reinen Präsenzunterricht. Gültig ist der Plan , solange die 7-Tage-Inzidenz in der jeweiligen Region unter 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bleibt.

Präsenzunterricht trotz Coronavirus: Baden-Württemberg will Schüler zurück an die Schulen schicken.

Bereits zuvor war ab nächster Woche eine Testpflicht für Schüler in Hotspot-Regionen beschlossen worden. Im Gegensatz zur Schulöffnung Mitte März gilt die jetzige Regelung für alle Jahrgangsstufen. Die Schulen können den Präsenzunterricht in einem Umfang anbieten, in dem die Einhaltung von Abständen und der übrigen Hygienevorgaben sowie die zur Verfügung stehenden Testangebote dies ermöglichten, hieß es in einem Schreiben des Kultusministeriums.

Mit diesen eher vagen Vorgaben folgt die Landesregierung im Grunde einer Forderung, wie sie bereits vom Deutschen Lehrerverband gestellt wurde. Dessen Chef schlug vor, Kommunen selbst über Schulöffnungen entscheiden zu lassen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Sonderregelungen für Schulen bei Inzidenz über 200

Eine wirkliche Verpflichtung haben Schulen erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen in ihrer Region. Dann sollen Schulen laut Landesregierung wieder verpflichtend auf Fernunterricht umstellen. Laut dem Landesgesundheitsamt lagen am 14. April sechs Landkreise über dieser Schwelle.

Die Notbetreuung der Jahrgangsstufen 1 bis 7 soll aber auch in diesen Hochrisikogebieten bestehen bleiben. Darüber hinaus gilt nach Ministeriumsangaben an den Schulen künftig eine Testpflicht - unabhänging vom Inzidenzwert des jeweiligen Stadt- oder Landkreises.

Rubriklistenbild: © Georgios Kefalas/dpa

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