Hunderte Schüler betroffen

Corona-Chaos an Schulen in Baden-Württemberg: 172 Klassen in Quarantäne

  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg herrscht auch an Schulen im Südwesten wieder Präsenzunterricht. An vielen Standorten sind Schüler jedoch wieder in Quarantäne.

Stuttgart - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt derzeit wieder stark an - deutschlandweit erreichte sie am Wochenende den höchsten Stand seit April. Dennoch war für die Zeit nach den Sommerferien geplant, dass die Schulen zumindest nahezu zum Regelbetrieb und Präsenzunterricht zurückkehren sollten. Dass dies nicht ganz reibungslos verlaufen würde, davor hatten Experten bereits im Vorfeld gewarnt. Kritiker zeigten sich bereits im Vorfeld vom Hygiene-Konzept zum Schulstart wenig überzeugt.

Wie sich nach gerade mal zwei Wochen zeigt, sollten sie nicht ganz unrecht haben: Das Kultusministerium in der Landeshauptstadt Stuttgart teilte laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur am Donnerstag mit, dass mehr als 172 Klassen von 128 Standorten wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg vorübergehend daheim bleiben und per Fernunterricht betreut werden müssen. Hunderte Schüler, die unter Verdacht stehen, sich mit Covid-19 infiziert zu haben, wurden erneut in Quarantäne geschickt - dasselbe gilt für Personen, die dort mit ihnen Kontakt hatten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Hunderte Schüler bleiben nach nur zwei Wochen schon wieder daheim

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtete, wurden drei Standorte wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sogar komplett geschlossen - betroffen sind Schulen in Ulm, Friedrichshafen und Schorndorf im Rems-Murr-Kreis. Unter anderem stellten sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten als große Treiber des Infektionsgeschehens heraus - nach ihrem Urlaub müssen sie sich eigentlich in Quarantäne begeben.

Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg anzustecken, ist in Schulen jedoch auch aus einem weiteren Grund hoch. Die Lungenkrankheit überträgt sich nach aktuellem Wissenstand nämlich hauptsächlich über Aerosole - das sind flüssige Partikel, die beispielsweise beim Husten in die Luft gelangen und sich dort über einen längeren Zeitraum halten können. In geschlossenen Räumen ist daher das Risiko groß, dass diese von anderen Personen wieder eingeatmet werden - und diese sich dann unter Umständen mit Covid-19 anstecken.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg müssen nach bereits zwei Wochen hunderte Schüler wieder in Quarantäne. (Symbolbild)

Quarantäne für hunderte Schüler aus 172 Klassen wegen Coronavirus in Baden-Württemberg

Diskutiert wird daher aktuell über den Einsatz von Luftfiltern in Schulen und Kitas zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg. „Die Kultusministerin muss jetzt schnelle Vorarbeit leisten, bevor in den Wintermonaten noch mehr Schulklassen zu Hause bleiben müssen“, wird der technologiepolitische Sprecher der Grünen, Thomas Poreski, von der Deutschen Presseagentur zitiert. Bei der CDU zeigte man sich über die Forderung des Koalitionspartners eher irritiert, da die Fraktion einen Modellversuch zur Eruierung der Effektivität solcher Luftreiniger bereits vor Wochen gefordert habe. „Das grün geführte Sozialministerium hat damals eher abwiegelnd reagiert und auf Empfehlungen des Umweltbundesamtes verwiesen, das Geräte zur Säuberung der Raumluft in Klassenzimmern eher nicht für angezeigt hält“, so ein CDU-Sprecher.

Für Schüler und Lehrer, die aktuell am geregelten Präsenzunterricht teilnehmen gibt es gemäß Verordnung des Kultusministeriums über den Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen viele Regeln, an die sie sich zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg halten müssen.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/picture alliance

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