Vorgehen nach Ostern

Kommunen sollen über Schulöffnungen selbst entscheiden - trotz „Ungerechtigkeiten“

  • Valentin Betz
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat den Schulbetrieb fest im Griff. Die Maßnahmen zum Schutz der Schüler sind ein stetes Hin und Her. Das wird sich wohl auch nach den Osterferien nicht ändern.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat nicht nur viele Arbeitnehmer ins Homeoffice geschickt. Auch die Schüler im Südwesten kennen sich inzwischen bestens mit Homeschooling und Unterricht vor dem Bildschirm aus. Ähnlich wie in der Wirtschaft und im Privatleben waren auch die Maßnahmen gegen das Coronavirus an Schulen ein ständiges Hin und Her.

In Baden-Württemberg öffneten die Schulen Mitte März dieses Jahres ohne klares Konzept - besonders die Eltern der Schüler waren deshalb wütend. Die Kultusminister der Bundesländer beraten an diesem Donnerstag über das weitere Vorgehen an den Schulen. Die Hoffnung auf einen ganz normalen Schulbetrieb ist dabei allerdings eher gering. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte für die geplante Öffnung der Schulen schon vor Ostern keine Chance gesehen.

Schulöffnung trotz Corona: Lehrerverband überlässt Kommunen die Verantwortung

In insgesamt neun der sechzehn Bundesländer gehen am kommenden Sonntag die Osterferien zu Ende. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, müssen in Baden-Württemberg Grundschüler und die Klassenstufen 5 und 6 vorerst wieder zu Hause bleiben. Geht es nach dem Deutschen Lehrerverband, sollten hingegen Kommunen, Gesundheitsämter und Schulträger nach den Osterferien selbst entscheiden, ob sie den Fernunterricht beenden oder nicht.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wie es nach den Osterferien in den Schulen weitergeht, ist vielerorts noch unklar.

„Wir müssen flexibel vorgehen und können nur dort, wo zusätzliche Maßnahmen des Gesundheitsschutzes möglich sind - etwa Lehrerimpfungen oder verpflichtende Schnelltests - die Schulen auch bei etwas höheren Inzidenzen offen halten. Das sollte vor Ort entschieden werden“, erklärte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger gegenüber der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

Lehrerverband zu Schulöffnungen: Flickenteppich, aber mit strengen Vorgaben

Schulöffnungen bei sehr hohen Inzidenzen erteilte aber auch der Chef des Deutschen Lehrerverbandes eine Absage. Heinz-Peter Meidinger gab gegenüber der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten zwar zu, dass mit der Entscheidungsgewalt der Kommunen ein Flickenteppich entstehe.

„Aber der beruht auf Vorgaben, die sich streng nach wissenschaftlichen Kriterien und vereinbarten Standards orientieren: Inzidenzzahlen, Impfquoten und der Anzahl obligatorischer Schnelltests“, so Meidinger. Gleichzeitig gibt der Verbandschef unumwunden zu, dass auch ein Flickenteppich nicht der Optimalfall ist. „Das führt auch zu Ungerechtigkeiten, aber die Bildungsgerechtigkeit wird wegen Corona ohnehin auf eine harte Probe gestellt.“

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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