Schulöffnung im März

Kultusminister fordern Präsenzunterricht: Alle Schulen sollen im März wieder öffnen

Drei Schüler gehen mit Schulranzen zum Eingang einer Grundschule in Prenzlauer Berg.
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Die Grundschulen kehren zum Präsenzunterricht zurück - eine Maskenpflicht besteht dort in Baden-Württemberg jedoch nicht.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg waren die Schulen im Land für viele Wochen geschlossen. Im März sollen alle Schüler wieder an die Schulen zurückkehren, fordern die Kultusminister.

Update vom 5. März, 17:31 Uhr: Am 22. Februar öffneten die Grundschulen und Kitas in Baden-Württemberg wieder und ab dem 15. März sollen auch die Klassenstufen 5 und 6 wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren. Laut Britta Ernst, der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, sollen alle Schüler noch im März in die Schulen zurückkehren dürfen, wie die Badische Neuesten Nachrichten berichten. Unter den Kultusministern der Bundesländer habe Einigkeit geherrscht, die Schulen so schnell wie möglich wieder zu öffnen.

„In der Kultusministerkonferenz sind wir uns einig: Wir wollen, dass noch im März alle Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen - auch wenn es im Regelfall erst mal Wechselunterricht sein wird“, sagte Brandenburgs Bildungsministerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Freitag. Trotz der Virus-Mutationen könne man sich nicht erlauben, die Schulen für weitere Wochen geschlossen zu lassen. „Deshalb ist für mich klar, dass wir nicht nur die Grundschulen öffnen müssen, sondern auch an den weiterführenden Schulen zumindest in den Wechselunterricht gehen müssen“, sagte Britta Ernst laut den Badische Neuste Nachrichten.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte bereits in der Vergangenheit eine baldige Öffnung der Schulen gefordert.

Update vom 4. März, 16:00 Uhr: Als erste große Lockerung in Baden-Württemberg kehrten zumindest die Kleinsten am 22. Februar wieder in die Grundschulen und Kitas zurück. Auch den Klassen, die im Jahr 2021 den Abschluss machen, wurde eine Präsenzzeit an den Schulen gewährt. Für alle anderen Klassenstufen gilt bisher jedoch weiterhin der Unterricht von zu Hause. Am gestrigen Mittwoch, dem 3. März, beschlossen Bund und Länder eine Lockdown-Verlängerung bis Ende des Monats. Im Vorfeld hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) gefordert, die Schulen bereits am Montag wieder zu öffnen, wie auch echo24.de* berichtet.

Aufgrund der wieder stärkeren Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zeigte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Vorfeld der Beratungen gegenüber weiterer Schulöffnungen skeptisch. Viele Schüler müssen tatsächlich noch eine Weile auf die Rückkehr an die Schulen warten, Baden-Württemberg geht bei den Lockerungen ab 15. März jedoch den nächsten Schritt. Übernächste Woche werden wir weitere Öffnungsschritte bei den Grundschulen machen. Aber auch bei den Fünft- und Sechstklässlern sind weitere Öffnungsschritte eingeleitet. Das wird so ein eingeschränkter Regelbetrieb sein“, sagte Kretschmann am Donnerstag dem SWR.

Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sollen bis Ostern alle Schüler der Klassenstufen fünf und sechs an den Schulen unterrichtet werden. Die Schüler sollen dabei auf mehrere Räume verteilt werden. Wann eine Rückkehr in die Schule auch für die höheren Stufen wieder möglich ist, soll später entschieden werden. Eine Präsenzpflicht für die Schuler der Stufen 1 bis 6 gilt in Baden-Württemberg weiterhin nicht. *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

Erstmeldung vom 22. Februar: Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg veränderte das Leben im Südwesten grundlegend. Auch die Schüler und Kinder an den Kitas im Land mussten sich auf viele Änderungen einstellen. Durch den seit Dezember geltenden Lockdown waren die Schulen mehrere Wochen geschlossen. Und das bereits zum zweiten Mal seit der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg. Bereits Ende vergangenen Jahres forderte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) eine sofortige Rückkehr zum Präsenzunterricht. Diese Forderung wurde zwar zunächst abgewiesen, ab dem heutigen Montag, dem 22. Februar, können jedoch viele Schüler und Kita-Kinder wieder in die Einrichtungen zurückkehren.

Der Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg wurde allerdings bis zum 7. März verlängert. Die Landesregierung entschied jedoch, die Schulen im Land bereits vor diesem Termin wieder zu öffnen. Allerdings geschieht die Schulöffnung im Südwesten weiterhin unter Pandemiebedingungen. Das Kultusministerium setzt auf verschiedene Maßnahmen, um trotz der wieder deutlich erhöhten Kontakte Infektionen vorzubeugen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Schulöffnungen - Konzept des Kultusministeriums

Das Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich aktuell deutlich langsamer als noch vor ein paar Wochen. Die Schul- und Kia-Öffnungen im Land sind jedoch nach wie vor nur unter strengen Hygieneauflagen möglich. Durch den Lockdown war in den letzten Wochen und Monaten kein Präsenzunterricht möglich, die Schüler mussten sich demnach auf Unterricht von zu Hause aus umstellen. Die Lernplattform Moodle trieb die Eltern jedoch bereits am ersten Schultag zur Verzweiflung. Nun ist zumindest eine teilweise Präsenzzeit an den Bildungseinrichtungen wieder möglich.

Laut dem Kultusministerium sei das Konzept der Schulöffnungen an das nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 angelehnt. „Damit können die Schulen bei ihren Planungen auf die organisatorischen Erfahrungen zurückgreifen, als dieses Modell bereits an den Grundschulen erfolgreich umgesetzt wurde“, heißt es in einer Mitteilung.

Aufgrund der anhaltenden Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg können jedoch nicht alle Schüler einer Klasse zeitgleich am Unterricht teilnehmen. Deshalb sollen die Klassen, die im Präsenzunterricht sind, geteilt werden. Zum heutigen Montag sollen zunächst zwei Klassenstufen der Grundschulen ein Präsenzunterricht ermöglicht werden, während die anderen beiden weiterhin von zu Hause lernen sollen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Maskenvergabe und Testung an den Schulen

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg wurde die bereits seit April 2020 geltende Maskenpflicht am 25. Januar verschärft. Seit diesem Tag ist das Einkaufen und das Fahren im Nahverkehr nur mit einer medizinischen Maske erlaubt. Eine derartige Maskenpflicht für den Unterricht an den Grundschulen im Südwesten wird von der Landesregierung aufgrund von „pädagogischen und wissenschaftlich begründeten infektiologischen Gründen“ nicht angestrebt. Demnach müssen sich Eltern derzeit keine Gedanken machen, ob ihre Kinder mit einer medizinischen Maske ausgestattet werden müssen. Das Tragen einer Maske ist jedoch auf freiwilliger Basis möglich.

Bereits am 21. Januar gab das Prüfunternehmen Dekra aus der Landeshauptstadt Stuttgart grünes Licht für die Qualifizierung der sogenannten KN95-Maske, heißt es in der Mitteilung des Sozialministeriums. Solche Masken wurden vor allem für das Personal der rund 2.500 Grundschulen im Südwesten bereits weitgehend ausgeliefert. Um trotz der durch die Schulöffnung wieder erhöhten Kontakte ein Infektionsgeschehen aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg zu vermeiden, setzt das Kultusministerium vor allem auf freiwillige Antigen-Schnelltests, berichtet die dpa. Demnach soll sich jede Lehrkraft und jeder Erzieher oder Erzieherin im Land zweimal pro Woche auf eine Corona-Infektion testen lassen können. Die Einrichtungen sollen dazu Berechtigungsscheine ausgeben, mit denen ein Test in der Apotheke oder beim Arzt möglich ist.

Schulöffnung in Baden-Württemberg: Das Konzept im Überblick
- Wechselbetrieb mit je zwei Klassenstufen pro Woche (jeweils zwei Stufen Präsenzunterricht und zwei Fernunterricht)
- Präsenzunterricht in möglichst gleichen Gruppen (Kohortenprinzip)
- Präsenzunterricht soll mindestens 10 Unterrichtsstunden pro Woche umfassen
- Weiterhin keine Präsenzpflicht und keine allgemeine Maskenpflicht an den Grundschulen
- Fächer Mathe, Deutsch, Sachunterricht - momentan kein Sportunterricht möglich
- Maskenvergabe an Lehrkräfte und Erzieher
- Testung von Lehrkräften und Erzieher auf freiwilliger Basis - zwei mal pro Woche (Antigen-Schnelltest)

(Quelle: Kultusministerium Baden-Württemberg)

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg sind die Schulöffnungen zum heutigen Montag nur im Krisenmodus möglich, bedeutet aber einen wichtigen Schritt zur Rückkehr in die Normalität. „Auch vor dem Hintergrund der Studienlage und der Einschätzung von Virologen, dass Kinder im Alter bis zehn oder zwölf Jahren keine Treiber der Pandemie und seltener mit dem Coronavirus infiziert sind, können wir diesen Schritt nun gehen“, sagte Ministerin Susanne Eisenmann.

Zunächst sollen nur die Kernfächer Mathematik, Deutsch und Sachunterricht unterrichtet werden. Der Sportunterricht ist weiterhin nicht möglich. Die Schüler der Klassenstufe vier an den Grundschulen sollen jedoch auf einen Übergang in weiterführende Schulen vorbereitet werden.

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