Kritik an Maßnahmen

Nach massivem Widerstand: Baden-Württemberg lockert Corona-Regeln an Schulen

  • Valentin Betz
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Die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg sind umstritten - besonders an Schulen. Die Landesregierung hat die Regeln für Schüler jetzt teilweise gelockert.

Stuttgart - Die Corona-Maßnahmen zum Infektionsschutz sollten unter anderem auch dazu beitragen, systemrelevante Bereiche zu schützen. Dazu zählen insbesondere auch Schulen und Bildungseinrichtungen im Südwesten. Wie schwierig es dort ist, die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in den Griff zu bekommen, zeigte der Neustart nach dem letzten Schuljahr.

Nach den Sommerferien mussten hunderte Schüler wegen Corona zu Hause bleiben. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg stieg. Um einen möglichst geregelten Betrieb an den Schulen zu gewährleisten, führte Baden-Württemberg die Maskenpflicht im Unterricht ein. Nicht nur die Maßnahmen an Schulen stoßen allerdings immer wieder auf Kritik. Die Landesregierung hat jetzt auf Einwände reagiert und die Beschränkungen an Schulen deshalb teilweise gelockert.

Trotz steigender Corona-Neuinfektionen: Landesregierung reagiert auf Kritik an Maßnahmen

Der Schritt ist insofern bemerkenswert, da in Baden-Württemberg die höchste Warnstufe gilt und eher neue Beschränkungen dazu kommen. Die 7-Tage-Inzidenz für Baden-Württemberg hat inzwischen mit 53,4 Neuinfektionen den kritischen Wert überschritten. In öffentlichen Bereichen wie Fußgängerzonen gilt inzwischen landesweit eine Maskenpflicht.

Lockerung der Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg: An Schulen herrscht im Freien keine Maskenpflicht mehr (Symbolbild).

Die Kritik an den Corona-Beschränkungen an Schulen wurde trotz steigender Infektionen nicht leiser. Zuletzt rechnete ein Kinderarzt mit der Maskenpflicht ab und stellte der Regierung ein „Armutszeugnis“ aus. Der Arzt aus Schorndorf kritisierte vor allem die mangelnde Verhältnismäßigkeit.

Jetzt hat das Kultusministerium unter Führung von Ministerin Susanne Eisenmann reagiert und die Corona-Regeln an Schulen im Südwesten trotz steigender Infektionszahlen gelockert. Rückmeldung war zuvor vor allem auch von den Schulen selbst und vielen besorgten Eltern gekommen, die in der dauerhaften Maskenpflicht eine besondere Belastung sahen.

Landesregierung antwortet auf Kritik: Corona-Maßnahmen an Schulen werden trotz steigender Neuinfektionen gelockert

Demnach darf trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg der Mund-Nasen-Schutz jetzt im Freien von den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften abgenommen werden. Das betrifft also hauptsächlich die Pausen, in denen sich die Kinder und Jugendlichen auf dem Schulhof und außerhalb des Schulgebäudes aufhalten.

Auch in Zwischen- und Abschlussprüfungen kann auf die Maske verzichtet werden, sofern der Mindestabstand eingehalten wird. Zuvor waren bereits Falschinformationen auf einer Corona-Demo in Stuttgart kursiert. Teilnehmer lagen sich jubelnd in den Armen, weil die Maskenpflicht an Schulen angeblich komplett abgeschafft worden war - was nicht den Tatsachen entsprach.

Neben der Maskenpflicht setzte Kultusministerin Susanne Eisenmann eine weitere Corona-Regel außer Kraft. Aufgrund der höchsten Pandemiestufe in Baden-Württemberg durften Schulgebäude nicht mehr für außerschulische Zwecke - also von Musik- oder Volkshochschulen genutzt werden. Da diese aber auf die Schulräume angewiesen seien, „kehren wir nun wieder zur alten Regelung zurück und ermöglichen weiter die außerschulische Nutzung von Schulen unter strengen Hygieneauflagen“, so Susanne Eisenmann.

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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