Kritik vom Lehrerverband

Lehrer sollen Schülern künftig Bescheinigung für negative Coronatests ausstellen

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
    schließen

In Baden-Württemberg findet inzwischen wieder Präsenzunterricht statt. Trotzdem wird umfangreich auf Corona getestet. Das soll den Schülern jetzt auch außerhalb der Schule helfen.

Stuttgart - In Baden-Württemberg ist das Kultusministerium für die Schulen im Land zuständig. Dabei regelt es auch sämtliche Angelegenheiten, die mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg zusammenhängen. Dazu gehört, dass unter einer 7-Tage-Inzidenz von 50 die Schüler wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren.

Allerdings werden an Schulen in Baden-Württemberg weiterhin regelmäßig Coronatests durchgeführt, um die Sicherheit von Schülern und Lehrern zu gewährleisten. Allerdings stoßen nicht alle Maßnahmen, die das Kultusministerium ergreift, auf Gegenliebe. Das ist auch bei der Ankündigung der Fall, dass Schulen Kindern und Jugendlichen zweimal pro Woche eine Bescheinigung über negative Coronatests ausstellen sollen.

Kritik von Lehrerverband: Schulen sollen Bescheinigung über Coronatests ausstellen

Der Lehrerverband VBE hatte wegen der Ankündigung, Schulen sollen Bescheinigungen über negative Coronatests ausstellen, eine erhebliche Mehrbelastung beklagt. Gleichzeitig forderte der Verband mehr Kapazitäten für die Sekretariate. „Wir Lehrkräfte leisten momentan viel zu viel, was nicht zu unserem Aufgabengebiet zählt. Lehrkräfte sollten unterrichten und nicht mit administrativen Tätigkeiten zugeschüttet werden“, so der Landesvorsitzende Gerhard Brand.

Schüler sollen ihre Coronatests künftig von den Schulen bescheinigt bekommen.

Das Kultusministerium hält die zusätzliche Aufgabe der Schulen anlässlich des Coronavirus in Baden-Württemberg hingegen für zumutbar. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Bescheinigungen von Testergebnissen eine zusätzliche Belastung für die Schulen darstellt“, sagte ein Sprecher von Kultusministerin Theresa Schopper. „Wir wollen damit aber die ehrenamtliche Arbeit außerhalb der Schule - zum Beispiel beim Sport, der gerade jetzt so wichtig für die Kinder und Jugendlichen ist - entlasten, und vor allem wollen wir damit die Belastung der Kinder und Jugendlichen reduzieren, damit sie sich nicht weiteren Tests unterziehen müssen“, so der Sprecher weiter.

Anders als bei den Bescheinigungen greift das Ministerium bei den Ferien den Schulen unter die Arme. Hier will das Kultusministerium die Sommerferien nicht kürzen, da sie die Lehrkräfte „am Rande ihrer Kräfte“ sieht.

Bescheinigung über negative Coronatests: Kultusministerium will Verfahren simpel halten

Auf die Kritik des Lehrerverbands VBE reagierte das Kultusministerium darüber hinaus mit dem Hinweis, das Verfahren zur Ausstellung von Bescheinigungen über negative Coronatests so einfach wie möglich gestaltet zu haben. So müssten die Schulen eine Bestätigung nur auf Verlangen ausstellen und sie können dies mit einem einfachen Formular tun. „Hier haben wir den Schulen auch ein Muster bereitgestellt, dass sie und auch die Schülerinnen und Schüler bereits digital vorausfüllen können“, erklärte der Sprecher des Ministeriums.

Ein weiterer Kritikpunkt des Lehrerverbands VBE ist indes eine Änderung bei der Maskenpflicht an Schulen. Demnach empfiehlt das Kultusministerium inzwischen lediglich das Tragen einer OP-Maske. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum wir nicht an der bisherigen Praxis festhalten und es den Lehrkräften überlassen, welche Maske sie tragen wollen“, so der Landesvorsitzende Gerhard Brand. Das Kultusministerium weist darauf hin, dass es lediglich eine Empfehlung sei. „Freilich können die Lehrkräfte auch weiterhin Atemschutzmasken wie FFP2- oder KN95-Masken tragen“, so der Sprecher.

Anlass für die Anpassung bei der Maskenpflicht ist laut Gesundheitsministerium die Tatsache, dass die Pflicht zum Tragen einer FFP-2-Maske noch aus der Zeit stamme, in der Kinder und Jugendliche noch gar keine Maskenpflicht hatten. Sowohl Virologen als auch Experten für den Arbeitsschutz seien der Meinung, dass nun OP-Masken auf beiden Seiten ausreichen. Zudem sei der Großteil der Lehrkräfte auch schon geimpft. Auch Jugendliche will das Kultusministerium so schnell wie möglich impfen.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer

Kommentare