Verkehrsminister lobt Maßnahme

Schülerticket im April gratis: Baden-Württemberg will Eltern mit 20 Millionen Euro entlasten

Eine Frau mit Mundschutz steht an einer Haltestelle der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB)
+
Das Land greift Eltern bei den Schülertickets unter die Arme. Denn wirklich genutzt werden diese aktuell wegen des Lockdowns nicht.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
    schließen

Da Schüler wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg aktuell den Nahverkehr kaum nutzen müssen, erstattet ihnen das Land eine Monatsrate der ÖPNV-Schüler-Abos.

Stuttgart - Ein zweites Hilfspaket für den öffentlichen Nahverkehr, mit dem Eltern entlastet werden sollen, steht in den Startlöchern. Das gab die Landesregierung in einer Pressemitteilung bekannt. Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg waren und sind die Schulen seit Monaten geschlossen. Bus und Bahn werden daher kaum noch von den Schülern genutzt. Wie bereits nach dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 sollen die Elternbeiträge für die Schüler-Abos auch Anfang 2021 erstattet werden.

Während derzeit immerhin Grundschulen und Kitas im Krisenmodus öffnen, bleiben weiterführende Schulen erstmal geschlossen - wegen des verlängerten Lockdowns mindestens noch bis 7. März. „Das Land Baden-Württemberg erstattet den Eltern in Baden-Württemberg eine Monatsrate der Schülerzeitkarten ihrer Kinder“, verkündete Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Sonntag in der Landeshauptstadt Stuttgart. „Diese Maßnahme soll die Familien dafür entschädigen, dass im Januar und auch über weite Teile des Februars die Schulen geschlossen waren und nur die Abschlussklassen Präsenzunterricht hatten.“

Einen Monat kostenloses Schülerticket: „Ist mir ein wichtiges Anliegen“

Da nachträgliche Erstattungen immer einen hohen Verwaltungsaufwand bedeuten, wird die Erstattung wie im vergangenen Jahr dadurch bei den Eltern ankommen, dass ein späterer Monat nicht abgebucht wird. Konkret wird den Kunden, deren Abo im März läuft, die Rate für den April erlassen. Verkehrsminister Winfried Hermann lobte die Überbrückungshilfe: „Viele Eltern haben in den vergangenen Wochen erneut enormes leisten müssen. Sie an dieser Stelle zugleich finanziell zu entlasten und ihnen für ihre Treue zum ÖPNV zu danken, ist mir ein wichtiges Anliegen.“ Laut Angaben der Landesregierung soll die gesamte Maßnahme 20 Millionen Euro kosten. Diese stellt das Land aus der Haushaltsrücklage Corona bereit.

Schon einmal, und zwar im Frühjahr 2020, erstattete das Land Baden-Württemberg den Beitrag für die ÖPNV-Tickets und belohnte damit Eltern fürs Durchhalten in der Corona-Krise mit Geld. Durch das Nicht-Abbuchen von zwei Monatsbeiträgen wurden Familien damals entlastet.

Kostenloses Schülerticket soll auch die Busunternehmen in Baden-Württemberg unterstützen

Neben den Eltern soll die Maßnahme zu den Schülertickets auch Busunternehmen unterstützen - denn die fatalen wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus sind auch im öffentlichen Nahverkehr zu spüren. So soll das Hilfspaket auch vermeiden, dass viele Schülertickets gekündigt werden. Vor allem im ländlichen Raum sind Schülerzeitkarten ein wichtiger Faktor zur Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs.

Nun will das Landeskabinett frühzeitig seine Beteiligung an einer Weiterführung des Rettungsschirms für den ÖPNV im Jahr 2021 beschließen. Hier wird eine erneute Beteiligung der Bundesregierung erwartet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare