Schließungen und Kontaktbeschränkungen

Corona-Regeln aktuell: Diese Maßnahmen gelten in Baden-Württemberg bis Ende Januar

  • Lisa Schönhaar
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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist weiterhin hoch. Der Lockdown mit strengen Corona-Regeln wird deshalb bis mindestens Ende Januar verlängert.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart und viele weitere Städte und Kreise im Land haben angesichts steigender Infektionszahlen bereits Mitte Oktober strengere Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg ergriffen. Diese haben sich allerdings als nicht ausreichend erwiesen: Immer weiter stiegen die Fallzahlen im Land an. Mittlerweile liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg bei 142,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

Auch die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Stuttgart hat die kritische Marke von 50 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen längst überschritten, weshalb die Landeshauptstadt als Risikogebiet gilt - ebenso wie jeder andere Stadt- und Landkreis in Baden-Württemberg. In einer Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs, darunter auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann, wurde angesichts der immer rasanter steigender Infektionszahlen noch vor Weihnachten ein erneuter Lockdown beschlossen.

Der im Dezember beschlossene Lockdown wegen der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg sollte zunächst bis Anfang Januar gelten. Ziel war es, vor allem an Weihnachten und Silvester die Corona-Beschränkungen maßgeblich lockern zu können. Bei den Bund-Länder-Beratungen Anfang Januar beschlossen Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder, dass der Lockdown mit den aktuell geltenden strengen Corona-Regeln erneut verlängert wird - zunächst bis Ende Januar.

Weitere aktuelle Informationen zur Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Die aktuell geltenden Corona-Regeln im Lockdown schränken das öffentliche Leben in Baden-Württemberg bis voraussichtlich Ende Januar weiterhin massiv ein. Am heutigen Montag (11. Januar) trat in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung in Kraft, in der die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern umgesetzt werden. Die bisherigen Beschränkungen bleiben zunächst in Kraft.

Darüber hinaus wird es bundesweit einige Verschärfungen geben, bei denen Baden-Württemberg aber teilweise Sonderwege geht.

Diese Maßnahmen gelten wegen Corona in Baden-Württemberg bis mindestens Ende Januar

BereichBeschränkung
KontaktbeschränkungenNur noch maximal der eigene Hausstand und eine weitere Person, die nicht zum Haushalt gehört (Kinder nicht mit eingeschlossen)
MaskenpflichtMaskenpflicht erweitert: Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch an öffentlichen und belebten Orten
GastronomieRestaurants, Bars, Kneipen und weitere Gastronomiebetriebe bleiben geschlossen
FreizeiteinrichtungenKinos, Theater, Opern, Messen und Freizeitparks bleiben geschlossen
Beauty-AngeboteKosmetiksalons, Tattoo-Studios und Massagepraxen bleiben geschlossen
FriseursalonsFriseure müssen weiterhin geschlossen bleiben
EinzelhandelGeschäfte des Einzelhandels bleiben geschlossen mit Ausnahme von Geschäften für den täglichen Bedarf - ab 11. Januar Click-and-Collect erlaubt
SportFitnessstudios bleiben geschlossen, Amateursport weiterhin ausgesetzt, Profisport nur ohne Zuschauer
KircheReligiöse Veranstaltungen und Beerdigungen dürfen stattfinden
Schulen, Kindergärten und KitasFernunterricht in Schulen ab 11. Januar, Kitas, Grundschulen und Abschlussklassen sollen ab 18. Januar öffnen, wenn die Infektionszahlen signifikant sinken
UnternehmenArbeitgeber sollen möglichst weiterhin Home-Office-Lösungen anbieten

Die Beschränkung der Kontakte gilt wegen des Coronavirus nicht nur in Baden-Württemberg, sondern in ganz Deutschland und ist verbindlich: Verstöße werden von den Ordnungsbehörden mit Geldbußen bestraft. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien angesichts der ernsten Lage inakzeptabel, hieß es bereits im Beschluss von Bund und Ländern, der Anfang November verabschiedet wurde. Am heutigen Dienstag bekräftigten die Regierungschefs den Appell an die Bürger, ihre Kontakte weitestgehend zu minimieren.

Bis voraussichtlich Ende Januar gelten deshalb weiterhin strenge Kontaktbeschränkungen. Nach Beschluss von Bund und Ländern darf sich während des Lockdowns nur der eigene Haushalt mit maximal einer weiteren Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, treffen. Das bedeutet, dass sich nicht wie zuvor beispielsweise zwei befreundete Ehepaare treffen dürfen. Kinder sind von dieser Zählung ausgenommen. Eigentlich haben Bund und Länder beschlossen, dass die Kontaktbeschränkungen auch für Kinder gelten, Baden-Württemberg weicht von dieser Einigung aber ab.

Auch das Freizeitangebot für die Bürger bleibt wegen Corona in Baden-Württemberg weiterhin massiv eingeschränkt. Nicht nur Gastronomiebetriebe wie Restaurants, Bars und Cafés bleiben wegen des Lockdowns bis voraussichtlich Ende Januar geschlossen, sondern auch Kulturangebote wie Theater, Oper und Kino entfallen für fast einen weiteren Monat. Auch Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios sowie Friseure dürfen weiterhin nicht öffnen.

Strengere Corona-Regeln in Baden-Württemberg bis Ende Januar: Einzelhandel bleibt geschlossen - bis auf Geschäfte für den täglichen Bedarf

Auch der Einzelhandel bleibt weiterhin geschlossen - davon ausgenommen sind lediglich Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Dort soll jedoch strenger überprüft werden, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Ab dem 11. Januar ist jedoch Click-and-Collect wieder möglich: Kunden dürfen ihre vorbestellten Produkte wieder in den Geschäften abholen. Das hatte das Land Mitte Dezember zwischenzeitlich untersagt. Nach dem Weihnachtsgeschäft seien nun aber keine großen Warteschlangen vor den Geschäften mehr zu erwarten, heißt es von der Landesregierung.

Die Maskenpflicht bleibt während des verlängerten Lockdowns ebenfalls ausgeweitet und gilt bis voraussichtlich Ende Januar auch an belebten öffentlichen Orten wie vor Einzelhandelsgeschäften, in Betrieben und auf Parkplätzen.

Die Schließung von Schulen wegen des Coronavirus bleibt nicht aufrechterhalten. Ab dem 11. Januar findet wieder verpflichtender Fernunterricht statt. In Ausnahmefällen können Schulen aber auch schon mit dem Präsenzunterricht beginnen. Das gilt laut Kultusministerium für alle Abschlussklassen, wenn Präsenzunterricht für die Prüfungsvorbereitung zwingend nötig ist.

Das Land will zudem Kitas, Grundschulen und Abschlussklassen ab 18. Januar wieder öffnen, falls die Infektionszahlen „signifikant sinken“. Was das genau bedeutet, ließ die Landesregierung bislang offen. Eine Entscheidung soll am kommenden Donnerstag (14. Januar) fallen.

Fitnessstudios bleiben wegen Corona auch im Januar weiterhin geschlossen, ebenso wird der Amateursport in Vereinen weiter ausgesetzt. Religiöse Veranstaltungen in Kirchen dürfen stattfinden, darunter Gottesdienste sowie Beerdigungen - größere Veranstaltungen mit vielen Personen seien aber zu vermeiden, heißt es im Beschluss von Bund und Ländern.

Lockdown wegen Corona in Baden-Württemberg: Strenge Corona-Regeln sollen bis mindestens Ende Januar gelten

Die Regierungschefs mahnen, alle unnötigen Kontakte zu vermeiden - auch Arbeitgeber seinen aufgerufen, Home Office zu ermöglichen. Außerdem sei ein „Homeoffice-Gipfel“ mit Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften geplant, um mögliche weitere Maßnahmen in diesem Bereich zu diskutieren.

Wie es nach dem vorläufig geplanten Ende des Lockdowns Ende Januar weitergeht, ist noch unklar. Ein Vorschlag der Länder war, die Corona-Maßnahmen im Zwei-Wochen-Rhythmus zu verlängern, sofern sich die Infektionslage nicht bessert.

Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus haben Kanzlerin und Länder in Bezug auf Hotspots bereits Anfang Dezember beschlossen. Demnach soll es weiterhin einen „Hotspot-Grenzwert“ geben. Ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sollen die Corona-Regeln nochmals verschärft werden.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert / dpa

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