Bis zu 250 Euro Strafe

Extreme Mittel: Polizei setzt jetzt Maskenpflicht in Bahnen und Bussen durch

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt wieder an. Deshalb sollen nun Polizisten die Maskenpflicht in Bahnen kontrollieren und Maskenverweigerer bestrafen.

  • Die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt aktuell wieder zu und viele Experten befürchten eine zweite Infektionswelle.
  • Gleichzeitig sinkt bei einigen Bürgern die Akzeptanz der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen.
  • Nun soll die Polizei in Baden-Württemberg kontrollieren, ob die Maskenpflicht eingehalten wird - und Maskenverweigerer bestrafen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg schränkte das Leben in nahezu allen Bereichen ein und legte große Teile des sozialen Lebens lahm. Um die Gefahr einer Verbreitung zu minimieren, traten zu Beginn der Corona-Pandemie zahlreiche Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus in Kraft.

Mit Beginn des Frühsommers verbreitete sich das Coronavirus in Baden-Württemberg auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, weshalb die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits mehrfach Lockerungen für den Alltag und die Freizeit der Bürger erließ. Um zu gewährleisten, dass sich dennoch möglichst wenige Menschen mit der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 anstecken, gelten trotz der vielen Lockerungen nach wie vor bestimmte Hygieneauflagen. Dazu gehört unter anderem die Ende April eingeführte Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg, die beim Einkaufen und im Personennahverkehr gilt.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizei kontrolliert künftig, ob die Maskenpflicht in Bahnen und Bussen eingehalten wird.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Polizei kontrolliert künftig Einhaltung der Maskenpflicht in Bahnen und Bussen

Erst kürzlich hatte Verkehrsminister Winfried Hermann angekündigt, die Maskenpflicht in Bahnen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg künftig strenger kontrollieren zu wollen. Wer sich weigere, eine Maske im öffentlichen Nahverkehr zu tragen, müsse mit teils hohen Geldbußen rechnen. Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg häufen sich in jüngster Zeit die Meldungen über Personen, die sich weigern, in öffentlichen Verkehrsmitteln Masken zu tragen. Der Bußgeldkatalog des Landes sieht bereits jetzt Strafen von 25 bis 250 Euro vor, wenn jemand keinen Mund-Nasenschutz trägt.

Um die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen durchzusetzen und Maskenverweigerer zu bestrafen, werden von Donnerstag an auch Polizisten eingesetzt. Die Beamten sollten zunächst vor allem im Ostalbkreis, im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Schwäbisch Hall kontrollieren, ob die Masken zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg wie vorgeschrieben getragen werden, teilten das Innenministerium und das Polizeipräsidium Aalen am Mittwoch mit. „Wer den Infektionsschutz missachtet, handelt unverantwortlich und gefährdet sich und andere“, sagte Innenminister Thomas Strobl. Die Akzeptanz der Maskenpflicht nehme derzeit ab, die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Wochen dagegen zu.

„Mit Augenmaß wird die Polizei dafür sorgen, dass die Regeln der Corona-Verordnung eingehalten werden“, sagte Strobl. Wer allerdings unverbesserlich die Regelungen missachte, müsse mit Folgen rechnen. Die Polizeibeamten sollen die Summe von bis zu 250 Euro aber nicht gleich kassieren, sondern die Maskenverweigerer anzeigen. Das Geld müsse dann ähnlich wie beim Schwarzfahren später gezahlt werden. Das Polizeipräsidium gab nicht an, wie viele Beamte eingesetzt werden sollen.

Coronavirus in Baden-Württemberg verbreitet sich wieder schneller - trotzdem nimmt die Zahl der Maskenverweigerer zu

Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums in Stuttgart zufolge steigen die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit wieder an. Eine Studie der Universität Heidelberg hatte gezeigt, dass trotz der Einschränkungen durch das Coronavirus eine überwiegende Mehrheit von 80 Prozent der Bevölkerung die Corona-Regeln mit Maskenpflicht und Mindestabstand akzeptiert. Nur knapp vier Prozent sagten, die Regeln selten oder nie zu achten. 

Gegen diese Minderheit, die sich trotz Coronavirus in Baden-Württemberg nicht an die Hygieneauflagen halten will, muss die Polizei immer wieder vorgehen. Um das Coronavirus in Stuttgart nicht weiter zu verbreiten, hielten zwei Polizisten kürzlich einen Mann ohne Mund-Nasen-Schutz davon ab, eine Stadtbahnhaltestelle zu betreten. Der Maskenverweigerer in Stuttgart hat die Polizisten daraufhin angeschrien, beleidigt und schließlich versucht, sie mit einem Kugelschreiber zu stechen.

Auch die Landeshauptstadt Stuttgart hat nun auf die steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg reagiert. Maskenverweigerer müssen künftig ein deutlich höheres Bußgeld bezahlen als bislang - die Stadt hat die Mindeststrafe für Menschen, die sich weigern, eine Maske zu tragen, verdreifacht.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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