Ostern im zweiten Corona-Jahr

Corona-Regeln in Baden-Württemberg an Ostern - drohen kurzfristig weitere Verbote?

Eine Passantin geht an mehreren als Osterhasen verkleideten Modepuppen in einem Schaufenster eines Bekleidungsgeschäfts vorbei.
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Die „Osterruhe“ wurde gekippt. Welche Regelungen gelten an den Feiertagen in Baden-Württemberg? (Symbolbild)
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    vonJulian Baumann
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat auch massiven Einfluss auf das Osterfest 2021. Die „Osterruhe“ wurde gekippt. Drohen nun neue Corona-Regeln?

Update vom 1. April, 12:30 Uhr: Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg gelten auch an Ostern im Jahr 2021 einige Einschränkungen (siehe Erstmeldung vom 25. März). CDU-Chef Armin Laschet sieht jedoch deutschlandweit weiteren Handlungsbedarf, eine neue Strategie für Baden-Württemberg gibt es derzeit jedoch nicht. Zuvor war die ursprünglich geplante „Osterruhe“ wieder gekippt worden. Sie habe nicht funktioniert, sagte Laschet am Mittwoch im ZDF-“heute journal“. „Deshalb müssen wir jetzt gemeinsam über die Ostertage nachdenken, was ist denn eine Ersatzmöglichkeit, wo können wir weitere Schutzmechanismen einführen, wo können wir das Leben herunterführen, darüber muss gesprochen werden. Es gibt nur noch nicht die Lösung, wenn sie mich fragen.“

Demnach bleibt es zunächst auch in Baden-Württemberg bei den bisherigen Regeln für die Osterfeiertage. Durch den Vorstoß des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet könnten jedoch auch im Südwesten die Corona-Regeln für Ostern kurzfristig weiter verschärft werden.

Erstmeldung vom 25. März: Stuttgart - Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg gestaltete sich bereits das Osterfest im vergangenen Jahr deutlich anders als in den vorherigen Jahren. Basierend auf der aktuellen Infektionslage im Südwesten ist auch eine bunte Oster-Sause mit Familie und Freunden in diesem Jahr nicht möglich. Bund und Länder einigten sich kürzlich zunächst auf einen Knallhart-Lockdown über die Feiertage. Der sollte sogar so weit gehen, dass Supermärkte und andere Läden für den täglichen Bedarf über mehrere Tage geschlossen bleiben sollen. Nach deutlicher Kritik an dieser Entscheidung ruderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zurück und kippte das Vorhaben wieder.

Die Osterruhe ist damit gekippt und auch Winfried Kretschmann entschuldigte sich bei den Bürgern. Das Regelungschaos im Südwesten ist damit jedoch nicht beigelegt. Wie sehen die Verordnungen aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg nun für die Osterfeiertage aus? Mit wie vielen Leuten darf man sich treffen, was ist im Freien erlaubt und ist ein Gang in die Kirche möglich?

Coronavirus in Baden-Württemberg: Welche Corona-Regeln gelten an Ostern?

Aufgrund der wieder starken Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg werden aktuell immer mehr Lockerungen zurückgezogen und neue Verschärfungen treten in Kraft. Beispielsweise gilt in zwei Kreisen bereits wieder eine nächtliche Ausgangssperre und diese Regelung droht auch vielen weiteren. Die 7-Tage-Inzidenz im Land steigt weiter an und auch die Landeshauptstadt Stuttgart liegt über einem Wert von 100. Für das nahende Osterfest bietet sich demnach eine düstere Aussicht. Nachdem die ursprünglich geplante Osterruhe vom Tisch ist, steht aktuell noch nicht genau fest, wie sich die Verordnung für die Feiertage in Baden-Württemberg gestalten wird. „Das wird noch geklärt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag.

Die Regelungen in Bezug auf das Coronavirus in Baden-Württemberg ist stark von der 7-Tage-Inzidenz der jeweiligen Land- und Stadtkreise abhängig. Die sogenannte „Notbremse“ sei notwendig und soll dann greifen, wenn ein Kreis den Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen über mehrere Tage überschreitet*. Das betrifft nach dem aktuellen Stand 26 von insgesamt 44 Kreisen im Südwesten und damit deutlich mehr als die Hälfte. Dann werden die Kontaktbeschränkungen wieder härter. Das würde auch bedeuteten, dass sich an Ostern nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen darf. Kinder bis einschließlich 14 Jahre sind von der Regelung ausgenommen.

Nach der erneuten Bund-Länder-Schalte, bei der auch die Osterruhe wieder gekippt wurde, beschlossen die Regierungschefs, dass es keine speziellen Verordnungen für die Osterfeiertage geben werde. Da aktuell noch keine genaue Regelung für Baden-Württemberg vorliegt, gilt demnach die bisherige Verordnung. Das würde bedeuten, dass sich auch an Ostern maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen dürfen. Durch die starke Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg ist jedoch auch bei Besuchen der Familie Vorsicht geboten. „Wir sind in einer der schwierigsten Phasen der Pandemie. Impfungen werden noch nicht in der Breite greifen und Pandemie-Müdigkeit breitet sich aus“, sagte Kretschmann laut der Südwestpresse.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ostergottesdienste dürfen in Präsenz stattfinden

An Ostern wird die Auferstehung Jesu Christi gefeiert, der Tag ist damit nicht nur das Hauptfest des Judentums, sondern auch einer der wichtigsten Feiertage für das Christentum. Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg hatten Bund und Länder ursprünglich beschlossen, die Kirchen zu bitten, den Ostergottesdienst online abzuhalten, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Diese Bitte führte jedoch zu deutlichen Protesten. Die Landesregierung lenkte ein und erlaubte letztendlich doch Präsenzgottesdienste an Ostern.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sei auf die Kirchen zugegangen, schrieb der Freiburger Erzbischof Stephan Burger in einem Brief an die katholischen Pfarrgemeinden. Der Regierungschef traue ihnen zu, „in bewährter und damit verantwortungsvoller Weise den bisher eingeschlagenen Weg“ mit entsprechend strengen Hygieneregeln in den Gottesdiensten weiterzugehen, berichtet die dpa. *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.Media

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