Seit Samstag

„Schutz der Bevölkerung“: Erster Kreis in Baden-Württemberg verhängt auch tagsüber Ausgangssperren

Menschen gehen im Schatten einer Kirche durch den Ortskern von Schrotsberg.
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Schrozberg im Kreis Schwäbisch Hall ist mit einer Inzidenz von über 1.000 ein Corona-Hotspot. Der Landkreis liegt bei knapp 300 - und verschärft die Regeln.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Aufgrund einer Inzidenz von über 300 traten im Kreis Schwäbisch Hall im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg am Samstag Ausgangssperren auch tagsüber in Kraft.

Update vom 19. März, 13:56 Uhr: Im Landkreis Schwäbisch Hall galten wegen der Überschreitung des Inzidenzwerts von 100 bereits nächtliche Ausgangssperren. Da die Zahl der Neuinfektionen hier aktuell stark zunimmt und die 7-Tage-Inzidenz inzwischen bei über 300 liegt, tritt die Ausgangssperre im Kreis nun auch am Tag in Kraft. „Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität“, sagte Landrat Gerhard Bauer am vergangenen Donnerstag. „Daher müssen wir die Kontaktbeschränkungen noch einmal verschärfen und die Ausgangssperre tagsüber erlassen.“

Die Regelung trat am Samstag in Kraft. Das Verlassen der Wohnung ist seitdem nur noch aus triftigem Grund - wie etwa zum Einkaufen, dem Weg zur Arbeit oder Bewegung an der frischen Luft - erlaubt. Für die im Kreis gelegene Stadt Schrozberg wurde zudem eine Maskenpflicht für das gesamte Stadtgebiet verhängt. Die Gemeinde hatte sich mit einer Hammer-Inzidenz über 1.000 zum Corona-Hotspot entwickelt, wie Echo24.de* berichtet. *Echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Erstmeldung vom 18. März: Stuttgart - Nachdem im Land seit 8. März einige Lockerungen in Kraft getreten waren, nehmen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg wieder zu. Für viele Kreise könnte das zu einer erneuten Schließung der vielerorts gerade erst geöffneten Museen, Geschäfte oder Zoos führen - einige Städte sind davon schon betroffen. Ausschlaggebend ist die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz. Auch Ausgangssperren sind wieder im Gespräch.

Laut der aktuellen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg gelten in Stadt- und Landkreisen, in denen die Inzidenz drei Tage in Folge über 100 liegt, Ausgangssperren von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Jedoch würden die Ausgangsverbote nur dann verhängt, wenn „weitergehende regionale Maßnahmen nicht zu einem Rückgang der Neuinfektionen geführt“ haben. Im Klartext bedeutet das: Die Ausgangssperren kommen dann, wenn kein anderes Mittel hilft, um die Zahl der Infektionen wieder zu senken.

Erneute Ausgangssperren in Baden-Württemberg: In Schwäbisch Hall bereits Realität

Bislang gilt nur in einem baden-württembergischen Kreis die Ausgangssperre: Der Landkreis Schwäbisch Hall verzeichnet mit aktuell 270 Neuinfektionen pro 100 Einwohnern weit abgeschlagen eine der höchsten Inzidenzen im Land und ist seit langem nicht mehr unter 100 gesunken. In den anderen Orten müsse man „umfassend abwägen, ob die Ausgangssperre wirklich notwendig ist“, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in der Landeshauptstadt Stuttgart den Stuttgarter Nachrichten. Folgende Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen derzeit (Stand 17. März) über 100 und damit bereits im kritischen Bereich:

  • LK Alb-Donau-Kreis (106,6)
  • LK Emmendingen (102,8)
  • LK Esslingen (115,7)
  • LK Göppingen (114,7)
  • LK Hohenlohekreis (134,9)
  • SK Karlsruhe (104,5)
  • LK Konstanz (103,0)
  • LK Main-Tauber-Kreis (123,9)
  • SK Mannheim (119,4)
  • LK Rastatt (168,1)
  • LK Sigmaringen (130,7)
  • LK Tuttlingen (103,0)

Quelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

Weil die Corona-Zahlen in die Höhe schießen, nehmen im Land schon jetzt einige Regionen die Lockerungen wieder zurück- allen voran Schwäbisch Hall. Der hohe Wert des Landkreises lässt sich auf die Stadt Crailsheim zurückführen: Diese hat sich zu einem bundesweiten Hotspot entwickelt. Nach Informationen des SWR gab es in Crailsheim in der vergangenen Woche Corona-Ausbrüche in verschiedenen Betrieben, was die Inzidenz extrem anhob. Auf der Internetseite der Stadt Crailsheim wird am heutigen Donnerstag ein Wert von 517,4 angegeben.

Schon in den vergangenen Monaten führten die stetigen Veränderungen der Corona-Verordnung zu einem Regelungschaos bei den Ausgangssperren. Im Februar galten die Ausgangssperren noch für Corona-Hotspots mit einer Inzidenz ab 50. Nun beläuft sich der Grenzwert auf 100.

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