Symptome ernst nehmen

Corona-Mutationen: Erkrankte mit milden Symptomen sollen sich auf eigene Kosten testen

Eine Mitarbeiterin der Firma CoviMedical UG bereitet am Morgen im Corona-Testcenter hinter dem Hygienemuseum einen Schnelltest auf das Coronavirus vor.
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Der Leiter des Gesundheitsamtes Stuttgart fordert mehr Corona-Tests.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Insgesamt entspannt sich die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg. Die entdeckten Virus-Mutationen sind jedoch ein Grund zur Sorge - der Stuttgarter Gesundheitsamtsleiter fordert mehr Tests.

Stuttgart - Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg scheint sich in den letzten Tagen nach und nach wieder zu bessern. Mehrere Landkreise erreichten inzwischen wieder eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 und auch die Landeshauptstadt Stuttgart liegt wieder unter der 70er-Marke. Grund zur Sorge bereiten allerdings die zum Ende vergangenen Jahres entdeckten Virus-Mutationen. Zunächst wurde im Dezember eine Mutation aus Großbritannien bei einer Frau aus dem Südwesten nachgewiesen, kurze Zeit später erreichte auch die hochansteckende Corona-Mutation aus Südafrika Baden-Württemberg.

Inzwischen gibt es immer mehr Fälle der hochansteckenden Corona-Mutationen in Baden-Württemberg. Es sind bereits 25 Landkreise betroffen. Das war auch der Grund, warum die Landesregierung den harten Lockdown, der bereits im Dezember in Kraft trat, bis zum 14. Februar verlängerte. Mehrere Experten warnen bereits vor zu schnellen Lockerungen, weswegen die drastische Maßnahme gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg auch über diesen Tag hinaus anhalten könnte. Der Stuttgarter Gesundheitsamtsleiter fordert nun, dass sich vermehrt auch Personen mit milden Symptomen testen lassen sollen, allerdings auf eigene Kosten, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch „milde Erkältungssymptome ernst nehmen“

Die neu aufgetretenen Mutationen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind ganz besonders ansteckend und könnten die aktuell sehr positive Entwicklung im Land gefährden. Die Maßnahmen zum Infektionsschutz dauern nun bereits seit rund einem Jahr an und wurden im Laufe der Zeit mehrfach verschärft und wieder gelockert. Aktuell zeigen sie zwar durchaus Wirkung, wie die 7-Tage-Inzidenzen im Südwesten beweisen. Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamtes in Stuttgart, mahnt jedoch, Symptome weiterhin ernst zu nehmen. „In der aktuellen Phase sollte man auch milde Erkältungssymptome ernst nehmen und entsprechend reagieren“, sagte er laut der Stuttgarter Zeitung.

Im Rahmen des Lockdowns herrschen in Baden-Württemberg aktuell strenge Regeln. Die Ausgangssperre von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens dauert bereits mehrere Wochen an. Auch die Kontaktbeschränkungen wurden aufgrund der Virus-Mutationen immer strenger. Aktuell darf man sich nur noch mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts treffen. Zudem wurde auch die Maskenpflicht am 25. Januar erneut verschärft. Seit diesem Tag ist das Fahren im Nahverkehr und das Einkaufen nur noch mit medizinischen Masken erlaubt. Laut Stefan Ehehalt reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Laut Ehehalt ist das RKI nicht ausreichend auf Lage vorbereitet

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg ist das Robert Koch-Institut (RKI) eine der wichtigsten Institutionen. Das RKI gibt täglich Zahlen heraus, auf deren Grundlage die aktuelle Corona-Lage in Deutschland eingeschätzt wird. Wenn Betroffene einen kostenlosen Corona-Test machen wollen, muss die Test-Richtlinie des RKI erfüllt sein und ein Attest des Hausarztes vorliegen, berichtet die Zeitung. Laut Stefan Ehehalt ist die Institution jedoch bisher nicht ausreichend auf die aktuelle Lage eingegangen. Erst kürzlich habe er erklärt, dass das RKI „die Kriterien anpassen sollte“. Aufgrund der gefährlichen Mutationen fordert der Leiter des Gesundheitsamtes nun, dass sich Personen mit milden Symptomen unbedingt Testen lassen - auf eigene Kosten.

Laut Stefan Ehehalt könnten sich auch Personen, die nicht unter die Testkriterien des RKI fallen, auf Selbstzahlerbasis im Corona-Testzentrum Cannstatter Wasen und in den Corona-Schwerpunktpraxen testen lassen. Das sei sowohl mit einer Überweisung durch den Hausarzt, aber auch ohne Überweisung möglich. Bislang werden Personen nur nach einer Überweisung eines Arztes, einer Anweisung des Gesundheitsamtes oder nach einer Warnung durch die Corona-App des Bundes kostenlos getestet, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Für Personen mit milden Symptomen, die nicht unter die Testkriterien fallen, kostet ein Schnelltest aktuell 38 Euro und ein PCR-Test 156 Euro. Das Ergebnis liege in den meisten Fällen bereits am nächsten Tag vor, so Ehehalt.

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