Plan der Kultusministerin

Schule trotz Coronavirus: Baden-Württemberg schafft Mindestabstand nach den Sommerferien ab

  • Valentin Betz
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Kultusministerin Susanne Eisenmann hat am Mittwoch erklärt, wie der Schulbetrieb nach den Sommerferien trotz Coronavirus in Baden-Württemberg weitergehen soll: Mit möglichst viel Präsenz.

  • Kultusministerin Susanne Eisenmann hat die Pläne für das kommende Schuljahr trotz Coronavirus vorgestellt.
  • Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg gilt außer an Grundschulen und Kitas bislang überall der Mindestabstand.
  • Der Plan sieht möglichst viel Präsenzunterricht vor, schafft aber auch weitere Lösungen für den Fall einer zweiten Welle.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat nicht nur die Arbeitswelt getroffen. Auch Schulen mussten sich auf die Maßnahmen gegen die Verbreitung einstellen. Mitte März kam es wegen des Coronavirus zur Schließung von Schulen, Kitas und Kindergärten. Seit 15. Juni gab es an allen Schulen im Südwesten einen Unterricht im Schichtbetrieb im Wechsel mit Fernunterricht und mit einem reduzierten Stundenplan. Am 29. Juni starteten Grundschulen und Kitas wieder in eine Art Regelbetrieb ohne Mindestabstand.

Auch in anderen Bereichen treten in Baden-Württemberg Corona-Lockerungen in Kraft, zuletzt am 1. Juli. Kultusministerin Susanne Eisenmann hat jetzt ein Konzept vorgestellt, wie das Schuljahr 2020/2021 trotz Coronavirus in Baden-Württemberg stattfinden kann. Bereits im Vorfeld äußerte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu einer möglichen Maskenpflicht für ältere Schüler in Baden-Württemberg.

Schule trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Kultusministerin Susanne Eisenmann will im nächsten Schuljahr trotzdem viel Präsenzunterricht.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Neues Schuljahr laut Susanne Eisenmann wohl ohne Abstandsregeln

„Unser Konzept verfolgt das Ziel, für alle Schülerinnen und Schüler unter den gegebenen Bedingungen so viel Präsenzunterricht wie möglich zu realisieren und gleichzeitig die Belastungen für Lehrkräfte und Schulleitungen zu begrenzen“, wird Kultusministerin Susanne Eisenmann am Mittwoch in einer Pressemitteilung zitiert. Der Mindestabstand, der wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg momentan noch gilt, soll dann auch an den weiterführenden Schulen entfallen.

„An die Stelle des Abstandsgebots treten Gruppen in fester Zusammensetzung. Das heißt, es müssen möglichst feste und konstante Gruppen gebildet werden. Wo immer möglich, sollte sich der Unterricht auf die reguläre Klasse oder die Lerngruppe beschränken“, so Susanne Eisenmann weiter. So könnten bei Ansteckungen die Infektionsketten nachvollzogen und eine weitere Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg unterbrochen werden.

Trotzdem betonte Susanne Eisenmann, dass das kommende Schuljahr wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg „keineswegs ein ganz normales Schuljahr“ werde. Aus diesem Grund würden die Abschlussprüfungen im nächsten Schuljahr auch um drei bis vier Wochen nach hinten verlegt „um für alle Eventualitäten von vornherein einen Puffer und zusätzliche Zeit für Unterricht und Prüfungsvorbereitung zu haben“, so Susanne Eisenmann.

Denn klar ist auch: Grundvoraussetzung für die Pläne ist, dass es keine zweite Infektionswelle mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gibt. Um ebendiese zu vermeiden, gelten in diesem wie auch im nächsten Schuljahr weiterhin die üblichen Hygieneregeln, etwa eine gründliche Händehygiene, Husten- und Niesetikette, der Verzicht auf enge körperliche Kontakte wie Umarmungen und Händeschütteln sowie eine regelmäßige Desinfektion von Oberflächen.

Schule trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Möglichst viel Präsenz, aber auch Fernunterricht

„Unser Ziel ist so viel Präsenzunterricht wie möglich. Dennoch müssen wir aber weiterhin mit Fernunterricht rechnen und entsprechend planen“, erklärt Kultusministerin Susanne Eisenmann. Fernunterricht sei beispielsweise für Schüler unabdingbar, die aus gesundheitlichen Sorgen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht den Präsenzunterricht besuchen könnten.

 „Aus diesem Grund haben wir nun verbindliche Leitlinien und Qualitätskriterien für das digitale Lernen im Fernunterricht festgelegt“, erklärt Susanne Eisenmann. Allen am Fernunterricht teilnehmenden Schülern werden dieselben Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt, die Schüler bekommen in allen Fächern regelmäßig Aufgaben und auch Rückmeldungen. Schülerinnen und Schüler, denen eine digitale Ausstattung oder Anbindung fehlt, um trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg am Unterricht teilnehmen zu können, sollen von der Schule die notwendige Ausstattung zur Verfügung gestellt bekommen.

Außerdem solle dokumentiert werden, welche Lerninhalte im noch laufenden Schuljahr wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht ausreichend vertieft werden konnten. Im kommenden Schuljahr solle daran dann angeknüpft werden, so Susanne Eisenmann weiter. „Schule ist mehr als Wissensvermittlung, sie gibt Struktur und ist auch elementar für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder- und Jugendlichen und ein soziales Miteinander“, betont Kultusministerin Susanne Eisenmann außerdem.

Seit Öffnung der Schulen kam es bereits mehrfach zu Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg - in Stuttgart sind mindestens fünf Schulen und zwei Kitas betroffen. Laut einer Pressemitteilung des Gesundheitsamts geht der Corona-Ausbruch an den Schulen in Stuttgart auf das sorglose Verhalten einer Großfamilie zurück.

Neue Corona-Infektionen an einer Kita meldete auch die Stadt Sindelfingen. Nach Tests bestätigte sich der Verdacht, zwei Kinder sind mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infiziert. Mehrere Kitas in Sindelfingen mussten kurz nach der Öffnung wieder schließen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Marijan Murat/dpa

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