Biergärten, Theater und Zoos könnten öffnen

Öffnen bald Restaurants und Läden? Baden-Württemberg plant Lockerungen ab 19. April

In einem Biergarten prosten sich zwei Menschen zu, auf dem Tisch vor ihnen stehen ein Teller mit einer Brezel und Kartoffelsalat.
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Dank Lockerungs-Vorschläge könnten bald wieder Biergärten öffnen - mit vorheriger Terminbuchung.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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In der dritten Welle des Coronavirus in Baden-Württemberg stellt Sozialminister Manfred Lucha einen Öffnungsplan vor. Bald könnte es Lockerungen für Biergärten, Theater und Co. geben.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat den Südwesten nach wie vor fest im Griff. In vielen Städten und Kreisen schnellen die Inzidenzzahlen in die Höhe. Mittlerweile liegen nur noch fünf der insgesamt 44 Landkreise in Baden-Württemberg unterhalb der kritischen Grenze von 100 (Stand: 13. April). Angesichts dessen stoppen die Lockerungen, die „Notbremse“ gilt wieder. Auch Ausgangssperren in Baden-Württemberg kommen damit wieder ins Spiel: In den Landkreisen Ludwigsburg, Esslingen, Göppingen, dem Ostalbkreis und dem Rems-Murr-Kreis haben sich die Landratsämter auf nächtliche Ausgangssperren von 21 bis 5 Uhr geeinigt.

Umso überraschender wirkt mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie der Vorstoß des baden-württembergischen Sozialministeriums. Minister Manfred Lucha (Grüne) hat einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge ein Arbeitspapier vorgelegt, dass baldige stufenweise Öffnungen in mehreren Bereichen vorsieht. Die Eckpunkte, die in dem Papier erwähnt werden, sollen „möglichen Lockerungen in Einzelbereichen ab 19. April 2021“ dienen - das wäre bereits in weniger als einer Woche. Das Sozialministerium betont dabei, dass die bundeseinheitliche Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes „ausdrücklich“ unterstützt werde. Dennoch müsse „die Zeit danach“ vorbereitet werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Erste Lockerungen für den Einzelhandel sind denkbar

Laut dem Papier soll in einem ersten Schritt der Einzelhandel von den geplanten Lockerungen profitieren. Bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 in einer Stadt oder einem Landkreis sollen die Läden ihre Türen wieder öffnen dürfen. Kunden dürften demnach mit Maske und Mindestabstand einkaufen gehen.

Einzige Einschränkung: nur ein Kunde pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter der Verkaufsfläche darf sich im Laden aufhalten. Bei mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche darf es ein Kunde pro 20 Quadratmeter sein. Bisher galt diese Regelung nur bei einer Inzidenz unter 50.

Manfred Lucha stößt mitten in der dritten Welle mit einen Öffnungsplan vor.

Übersteigt die Inzidenz hingegen die Grenze von 100, verschärfen sich die Regeln. Dann ist das Einkaufen nur mit Terminvereinbarung möglich - mit negativem Test und einem Kunde pro 40 Quadratmeter („Click & Meet“). Bei einer Inzidenz von über 200 ist nur noch „Click & Collect“ vorgesehen. Gerade der Einzelhandel ist von den anhaltenden Beschränkungen schwer gebeutelt. Aus Protest gegen den Lockdown hatten im Februar viele Einzelhändler täglich massenhaft Pakete an Winfried Kretschmann und Angela Merkel geschickt.

Lockerungen in Baden-Württemberg: Auch Außengastronomie und Kultur könnten öffnen

Weiterhin macht das Papier von Manfred Lucha auch Hoffnungen für andere Bereiche wie Gastronomie und Kultur. Die Öffnung des Außenbereichs von Cafés, Biergärten, Theater und Zoos wäre denkbar unter einer Inzidenz von 50, „eventuell auch Restaurants und Hotels“. Bereits bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 soll die Außengastronomie mit Terminbuchung öffnen dürfen. Dann wäre auch Kino wieder möglich, als auch kontaktarmer Sport in der Halle und draußen mit Kontakt. Voraussetzung dafür wäre aber ein negativer Test und eine App zur Kontaktnachverfolgung.

Lockerungs-Stufenplan sieht auch Modellprojekt für höhere Inzidenzen vor

Der Präsenzunterricht unter einer Inzidenz von 50 wäre dann ebenfalls wieder möglich. Gekoppelt wäre das aber an einer Coronatest-Pflicht für Schüler. Fern- oder ein Wechselunterricht soll es bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 geben. Bei einer steigenden Inzidenz über 100 sollen betroffene Schulen mit Corona-Ausbrüchen einer Analyse unterzogen werden, um das Infektionsgeschehen besser nachvollziehen zu können. Möglich wäre dann Wechsel- und Fernunterricht. Erst aber einer Inzidenz soll dann wieder nur Fernunterricht möglich sein.

Für den neuen Stufenplan sind erneut Modellprojekte vorgesehen. Das gilt dieses Mal auch für Inzidenzen zwischen 100 und 200, in denen Modelle für ganz verschiedene Bereiche getestet werden sollen. Besonders Augenmerk liege dabei bei der Umsetzung auf der IT-gestützten Kontaktverfolgung als auch auf dem elektronischen Testnachweis. Noch zu Beginn des Monats hatte das Sozialministerium zahlreiche Modellprojekt

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