„Notbremse“ und Lockerungen

„Notbremse“ gilt wieder: Diese Städte und Kreise stoppen die Corona-Lockerungen

Menschen gehen am Nachmittag auf der Uferpromenade entlang.
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In mehreren Kreisen in Baden-Württemberg werden die kürzlich erlassenen Lockerungen der „Notbremse“ zurückgenommen.
  • Julian Baumann
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Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen weiter an. Mehrere Kreise im Südwesten müssen die erst kürzlich erlassenen Lockerungen wieder zurück nehmen.

Stuttgart/Friedrichshafen/Pforzheim - Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg werden in vielen Kreisen die Maßnahmen derzeit wieder deutlich verschärft. Dabei wurden die Lockerungen im Südwesten erst vor wenigen Wochen nach und nach umgesetzt. Nur wenige Tage später stiegen die Infektionen im Land jedoch so drastisch an, dass vielerorts die einkalkulierte „Notbremse“ gezogen werden musste. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart wurden Lockerungen damit wieder zurückgenommen. Auf diese Maßnahme hatten sich Bund und Länder im Falle eines starken Anstiegs der 7-Tage-Inzidenz in einem bestimmten Stadt-oder Landkreis geeinigt.

In mehreren Landkreisen beruhigte sich die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg über die Osterfeiertage deutlich. Kurz nach Ostern konnten beispielsweise bestimmte Geschäfte mit einem Testkonzept wieder öffnen oder zumindest das sogenannte „Click & Meet“ anbieten. Dabei konnten Kunden im Vorfeld einen Termin bei einem bestimmten Laden vereinbaren und hatten dann eine bestimmte Zeit, um dort einzukaufen. Inzwischen steigen die Infektionszahlen jedoch wieder dramatisch an und einige Kreise im Südwesten müssen die Lockerungen der „Notbremse“ wieder zurücknehmen, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Zwei Kreise nehmen ab Dienstag Lockerungen zurück

Aufgrund der über Ostern gesunkenen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg war es dem Bodenseekreis, dem Enzkreis und den Landkreisen Waldshut und Emmendingen möglich, die „Notbremse“ wieder zu lockern, wie der SWR berichtet. Neben dem Angebot des „Click & Meet“ konnten in den Kreisen dann auch bestimmte Kulturveranstaltungen wieder stattfinden und mehrere Ausflugsziele öffnen. Der Bodenseekreis um die Kreisstadt Friedrichshafen gab nun jedoch bekannt, dass die Lockerungen aufgrund der steigenden Infektionszahlen ab dem morgigen Dienstag, dem 13. April, wieder rückgängig gemacht werden müssten. Der Bodenseekreis liegt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 107,6 aktuell über der kritischen Marke.

Gemäß der Verordnung in Bezug auf das Coronavirus in Baden-Württemberg müssen die Kreise, in denen die 7-Tage-Inzidenz in drei aufeinanderfolgenden Tagen die Marke von 100 Neuinfektionen überschritten hat, die Lockerungen zurücknehmen. Ab einer Inzidenz von 150 müssen Städte wieder Ausgangssperren verhängen.

Im Kreis Waldshut wurde die „Notbremse“ erst am vergangenen Donnerstag außer Kraft gesetzt, berichtet der SWR. Wie auch im Bodenseekreis stieg die Inzidenz jedoch über mehrere Tage auf über 100 Neuinfektionen. Die Lockerungen werden demnach ebenfalls morgen rückgängig gemacht. „Ich bedaure sehr das Hin und Her zwischen Lockerungen und Verschärfungen“, sagte Martin Kistler, Landrat des Kreises Waldshut.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Notbremse“ droht auch in weiteren Kreisen

Neben dem Bodenseekreis und dem Landkreis Waldshut droht auch weiteren Kreisen im Südwesten eine Rücknahme der Lockerungen. Im Enzkreis seien die Maßnahmen der „Notbremse“ sogar erst am vergangenen Freitag gelockert worden, schreibt der SWR. In den darauffolgenden Tagen stiegen die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg jedoch stark an und der Kreis überschritt am Samstag die kritische Marke mit 120,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Laut dem Gesundheitsamt liegt der Enzkreis aktuell sogar bei 133,3, eine offizielle Rücknahme der Lockerungen ist jedoch noch nicht bestätigt.

Im Stadtkreis Pforzheim wird die Lockerung der „Notbremse“, die ebenfalls erst am Freitag in Kraft trat, wohl ebenfalls zurückgenommen. Laut den aktuellen Zahlen des Landesgesundheitsamtes hatte der Kreis am Sonntag drei Tage in Folge die Inzidenz von 100 überschritten. Nach dem aktuellen Stand liegt Pforzheim bei 123,9 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern. Im Kreis Emmendingen stiegen die Zahlen in den vergangenen Tagen ebenfalls beständig an und lagen am Samstag bei 93,1, wie der SWR berichtet. Inzwischen scheint sich die Lage jedoch zumindest ein stückweit beruhigt zu haben. Laut den Daten vom Sonntag liegt der Kreis Emmendingen aktuell mit 84,7 wieder unter der kritischen Marke.

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